Dienstag, 5. April 2011
Letzter Bericht
Monatsbericht Februar, der letzte Bericht,
Jetzt ist der Februar schon ganz schoen weit weg, genau einen Monat und endlich bringe ich mich dazu euch diesen, meinen letzten Bericht ueber meine Erlebnisse und Gedanken in Ghana zu schreiben. Es ist der erste Bericht mit so langer Verspaetung, darauf bin ich schon ein wenig stolz und deshalb tut es mir sehr leid, dass ich euch diesen Bericht noch nicht frueher geschrieben habe. Man kann sich vielleicht einige Gruende dafuer denken, dass der erste Monat hier zurueck in Deutschland erst einmal wenig Ruhe bedeutet aber ich denke und weniger Pausen waren es noch um zurueck zu denken und in sich zu reflektieren und, nicht im traumatischen sinne aber doch, zu verarbeiten.
Ich kann euch in diesem Bericht keinen Gesammtabriss liefern, der auf Fragen antworten koennte wie: „Wie war es denn?“ ; „Erzaehl doch mal von Afrika“ oder „Und, hasst Du den Kulturschock schon ueberwunden?“. Aber ich werde einfach nochmal von dem letzten Monat in Ghana berichten und was da noch so los war. Schon an dieser Stelle muss und moechte ich mich bei euch allen bedanken, die meine Berichte gelesen und mir immer wieder so viel Interesse gezeigt haben.
Ich selbst habe mich zum Teil mit Berichten von Freunden oder mit regelmaesigem Mailverkehr schwer getan. Die Ruhe und Offenheit zu finden, dem anderen zu zuhoeren und fremde Gedanken und Erlebnisse auf mich wirken zu lassen, wenn in meiner eigenen Welt schon genug los ist, war mir nicht immer moeglich. Aber trotzdem habe ich Immer wieder von manchen von euch interessierte Mails und Feedbacks bekommen, die mir gut taten.
Danke fuer jede dieser Mails.
Es geht aber nicht einmal darum das Antwortmails mir gut getan haben oder das ich dadurch gesehen habe dass sie euch auch interessieren, sondern darum, dass so viele meine Zeit mit getragen haben, gedanklich. All ihr Spender habt nicht nur an mich gedacht sondern auch das ganze ueberhaupt ermoeglicht. Wer kann schon statt Geld zu verdienen und die ersten zukunftsstrategischen Schritte zu machen, fuer ein einhalb Jahre raus gehen aus allem. Raus auf eine Flucht und Entdeckungstour, auf einen Erkundungstrip durch Ghana, die Welt der Gehoerlosen und sich selbst ohne bei der Rueckkehr wirkliche Resultate aufweisen zu koennen.
Ohne zu wissen, was es wirklich mit mir oder all anderen Beteiligten gemacht hat und was oder wie es ueberhaupt war, muss und moechte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken, dass es moeglich war, durch euch.
Schaue ich in mein Notizbuch aus Ghana, erinnere ich mich wieder an den Februar in Ghana.
Der Februar war sehr hektisch und es gab viel zu tun. Ich wollte noch einige Dinge erledigen und gleichzeitig so viel Zeit wie moeglich Zuhause verbringen.
Wie auch schon im Januar haben wir konstant und wehement versucht ein weiteres Fussballspiel gegen die Fussballmanschaft der Koforidua Black Arows zu organisieren.
Es sollte alle vorhergegangenen Spiele uebertreffen und als Curtainraiser(Eroeffnungsspiel) fuer eines der Profispiele im Stadium von Kumasi stattfinden . Es gab sehr viel hin und her und Verhandlungen mit dem National Sports Council, die am Ende allerdings doch keinen wirklichen Erfolg zeigten ausser, die allgemein lobende Feststellung der Zustaendigen, wie hartneckig wir doch seien. Sie versuchten auch ihr bestes fuer uns, doch am Ende musste es an ganz andereen aber den entscheidenen Instanzen scheitern.
Nichts desto trotz kam am Ende doch noch ein Spiel zustande und es war das freundschaftlichste und beste Spiel was wir hatten denke ich und trotz relatif schlechtem Platz und unguenstiger Mittagszeit ein Erfolg. Und wir haben mit zwei schoenen Toren gewonnen. Fuer mich war das Schoenste, zu sehen, dass wirklich das Spiel das wichtigste war und alle an einem Strang gezogen haben, damit es auf jeden Fall statt finden konnte, egal unter welchen Bedingungen und auf welchem Platz.
Durch die Vorbereitungen auf das Spiel war auch schon der halbe Monat rum und nach dem Spiel hatte ich nur noch eine Woche, bis ich davon fliegen wuerde.
Diese Woche wurde dann noch zu einem komprimierten Erlebnismarathon.
Direkt nach Abpfiff habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit den Black Arrows nach Koforidua gefahren. Und schon wieder zahlte sich der Besuch des Frontrunnersseminar im November nicht nur mit guten Errinnerungen sondern wiederum mot einem Schalfplatz und netter Gesellschaft aus.
In Koforidua habe ich dann endlich die Gehoerlosenschule dort mit ihrer legendaeren Batikproduktion besuchen koennen. Ein kleinere Schule mit knapp etwa 300 Schuelern aber einer Batikabteilung, die schon in den Primaryklassen anfaengt und so einen beeindruckenden Pool und breites Spektrum and Schuelern heran zieht, die mit dem gelernten reelle Berufschancen haben duerften.
Bei gasbeheitzten riesen Wachsschalen und Materialien vom aller Feinsten wurde ich schon ein wenig neidisch. Koforidua war aber nicht die einzige Station, die ich in meiner verbleibenen Zeit zur Vervollstaendigung meiner Schulentour besuchen wollte. So bin ich noch am selben Tag in das relativ nahe gelegene Mampong- Akuapem an die Senior Technical High School for the Deaf gefahren. Dort war es neben den obligatorischen Gespraechen mit dem Schulleiter und einigen Lehrern vor allem ein Besuch bei Freunden. Einige unserer Vereinsmittglieder gehen auf die SHS in Mampong und so zum beispiel auch Bakidam, ein engerer Freund von mir. Von ihm bekam ich eine Sonderfuehrung durch die Schule mit Vorstellung in jeder Klasse, wobei hier und da aber auch ein paar gute Gespraeche zustande kommen konnten. Ein Flash war eine Diskussion mit Schuelern beim Mathe lernen, weil es mal um Algebra ging und dass Loesen von Gleichungen.
Immer noch am selben Tag bin ich schliesslich in den oestlichsten Teil Ghana’s im die Volte Region oestlich vom Lake Volta gereist. Dort habe ich Scott, einen Peace Corps Freiwilligen an der Volta School for the Deaf besucht.
Scott hat dort ein beeindurckendes Projekt aufgebaut. Er produziert mit seinen Schuelern Kente (traditionell gewobene Stoffe) die sie dann zu Taschen weiter veraerbeiten und er macht mit ihnen Ohrringe aus Kronkorken, was Sonya und ich auch schon einmal versucht hatten, oder Taschen aus recycltem Watersatchetplastik und kann so schon einen kleinen Shop aus Deaf Products befuellen. Aus den Erloesen des bisherigen Verkaufs konnte er schon einen Computerraum mit fuenf kompletten Computer Saetzen, Drucker und einem Staubsauger ausruesten. Das laesst einen nicht nur vor dem Projekt und der anscheinend idealen umsaetzen besundernd erstaunen, sondern auch vor der Funktionalitaet seines Grundprinzips.
Staerker koennte der Kontrast der Vorgehensweise garnicht zu unserer Schule sein. Bei uns werden grosse infrastrukturelle Projekte durch Geldspenden aus Europa finanziert und hier finanzieren sich genau die selben projekte durch die effektive Umsaetzung inhaltlicher Lern- und Handwerksprojekte. So sollte es sein, moechte man sagen, zumal sogar fuer die Schueler nicht nur Lerneffekt und Computer, sondern auch Profitbeteidigungen bei heraus springen. Doch triff auch Scott auf aehnliche Schwierigkeiten mit einigen Einzelpersonen des Schulischem Staffs, die auch er nicht wirklich elegant zu loesen weis und wie ich mit dem Batik Projekt auf eine plumpe Ziel- und Ideal- orienterte Loesung setzt mit der aber vielleicht noch fatalere Fehler gemacht wurden als durch resignierende/ruecksichtsvolle Aufgabe gemacht worden waeren.
Jedenfalls hatte er mich eingeladen um als Guestartist den Tischlern an seiner Schule eine Demonstration der Batikstempel Produktion zu geben.
Es war fuer mich natuerlich eine sehr schmeichelnde Angelegenheit noch einmal so kurz vor Schluss noch einmal eingeladen zu werden um anderen Leuten zu zeigen, was ich die ganze Zeit so gemacht hatte. Vielleicht sprinkt der Funke ja auch bei einem seiner vielen Schueler und sein ohne hin schon unglaublicher Shop wird noch durch einige Batik Produkte aus eigener Produktion ergaenzt. Geschaeftlich sprang fuer uns ein Deal ueber ein komplettes Sign Language Stempel Set heraus und fuer ihn mein Export seiner Produltte im Rahmen meiner Moeglichkeiten.
Also wer gerne knall bunte Taschen aus „Piecy Piecy“-Material(Patchwork), Water Satched Portmonaise oder Kronkorkenohrringe haben moechte kann sich gerne bei dem Deutschen Exporteur fuer Volta Deaf melden.
Auf jeden fall kamen zwischen Scott und mir auch viele gute Gespraeche und Spinnereien zustande, die zu mindest teilweise Struktur in mein Emotionales Abschiedschaos gebracht haben.
Von Scott bin ich dann ueber Nacht wieder nach Hause nach Jamasi gefahren um da die letzten Tage zu verbringen. Ich hatte noch einige Einladungen, denen ich nachgehen wollte und so wurde am Ende natuerlich nichts aus dem Plan noch ein paar ruhige Tage mit meinen liebsten zu verleben. Wir haben im Endspurt noch einmal so viel Batik Stoffe wie moeglich produziert um einerseits schoene Exportstuecke zu haben und anderer Seits den Association Friday-wear Bestand so hoch wie moeglich zu halten, damit meine Nachfolgerin nicht zu viel Druck haben wuerde um die Nachfrage zu saettigen. Das Batikprojekt ging sehr holperig meinem Abschied entgegen. Ich versuchte so viel wie moeglich noch selbst zu produzieren und Gespraeche ueber die Zukunft zu fuehren und abschliessend, kann ich schwer sagen, ob es wirklich nachhaltig weiterlaufen wird.
Jetzt zurueck in Deutschland habe ich aber gehoert, das weiter produziert wurde, was entgegen den wirklich schlechten Rahmenbedingungen, eine tolle Sache waere.
Am Sonntag war dann mein letztes Meeting und der Abschied von der Association. Es war komisch. Nicht nur wehmuetig komisch sondern insgesammt verwirrend. Robert konnte leider nicht dabei sein und so hatte ich quasi bei meinem Abschied so halb das Ruder in der Hand. Einerseits war einiges wirklich emotional aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich bei solchen Angelegenheiten, wenn so grosse Emotionen im Raum stehen, immer eher abgeneigt bin, dass das meiste auch seinen normalen Gang lief und ein Abbild von der bisherigen Arbeit war.
Der mir wichtigste Abschied aber war der, von meiner Familie. Am Samstag Abend gab es eine Feier mit unglaublichem Essen und Besuchern, die mir am wichtigsten waren. Ich hatte den Tag ueber mit der Gruppe gebatikt und dann mein Zimmer aufgeraeumt und einen anstrengenden Tag gehabt. Es schien aber nichts dagegen gewesen zu sein, was Robert und Adwoa auf die Beine gestellt hatten um diesen Abend und vor allem das Essen sehr schoen zu machen.
Ich koennte noch viele Geschichten vom Abschied von verschiedenen Leuten erzaehlen, was aber fuer mich und euch bistimmt eher merkwuerdig waere, und wahrscheinlich auch nicht wichtig ist.
Also schliesse ich diesen letzten Monatsbericht mit einem Grossen Danke
an euch alle und hoffe, dass ich euch vielleicht irgendwann von anderswo berichte schreiben kann.
Um einen kleinen Monatsbericht Maerz noch heran zu haengen:
In Deutschland angekommen liess der aengstlich erwartete Kulturschock erst verspaetet und auch immer nurin schueben los.
Ich kam am Fughafen mit Flipflops und duennen Klamotten an und schon im Flugzeug waren alle stralend weis, muerrisch, trugend schicki mickie kleidung und haben sich auf Deutsch ueber komische Dinge wie Kreuzwortraetzel und zu Gutenberg unterhalten. Daran konnte ich mich dann aber doch recht bald gewoehnen und eh ich mich versah hatte ich auch schon einen Job.
Ich bin zurueck in Hamburg und arbeite bei Eis Hilmar, einem Bioeisdealer, in der Produktion. Es ging alles sehr schnell und vielleicht hab ich so dem Kulturschock nicht wirklich die Gelgenheit gegeben sich zu entfallten, wobei es immer wieder in Schueben auftaucht.
Jedenfalls bin ich langsam dabei wieder loszu legen, mit den Ideen, die es noch in Ghana gab und all den Dingen hier. Ihr werdet also sicher noch von mir hoeren.
Aber erstmal,
Herzliche Gruesse Dank,
Euer Henning
Jetzt ist der Februar schon ganz schoen weit weg, genau einen Monat und endlich bringe ich mich dazu euch diesen, meinen letzten Bericht ueber meine Erlebnisse und Gedanken in Ghana zu schreiben. Es ist der erste Bericht mit so langer Verspaetung, darauf bin ich schon ein wenig stolz und deshalb tut es mir sehr leid, dass ich euch diesen Bericht noch nicht frueher geschrieben habe. Man kann sich vielleicht einige Gruende dafuer denken, dass der erste Monat hier zurueck in Deutschland erst einmal wenig Ruhe bedeutet aber ich denke und weniger Pausen waren es noch um zurueck zu denken und in sich zu reflektieren und, nicht im traumatischen sinne aber doch, zu verarbeiten.
Ich kann euch in diesem Bericht keinen Gesammtabriss liefern, der auf Fragen antworten koennte wie: „Wie war es denn?“ ; „Erzaehl doch mal von Afrika“ oder „Und, hasst Du den Kulturschock schon ueberwunden?“. Aber ich werde einfach nochmal von dem letzten Monat in Ghana berichten und was da noch so los war. Schon an dieser Stelle muss und moechte ich mich bei euch allen bedanken, die meine Berichte gelesen und mir immer wieder so viel Interesse gezeigt haben.
Ich selbst habe mich zum Teil mit Berichten von Freunden oder mit regelmaesigem Mailverkehr schwer getan. Die Ruhe und Offenheit zu finden, dem anderen zu zuhoeren und fremde Gedanken und Erlebnisse auf mich wirken zu lassen, wenn in meiner eigenen Welt schon genug los ist, war mir nicht immer moeglich. Aber trotzdem habe ich Immer wieder von manchen von euch interessierte Mails und Feedbacks bekommen, die mir gut taten.
Danke fuer jede dieser Mails.
Es geht aber nicht einmal darum das Antwortmails mir gut getan haben oder das ich dadurch gesehen habe dass sie euch auch interessieren, sondern darum, dass so viele meine Zeit mit getragen haben, gedanklich. All ihr Spender habt nicht nur an mich gedacht sondern auch das ganze ueberhaupt ermoeglicht. Wer kann schon statt Geld zu verdienen und die ersten zukunftsstrategischen Schritte zu machen, fuer ein einhalb Jahre raus gehen aus allem. Raus auf eine Flucht und Entdeckungstour, auf einen Erkundungstrip durch Ghana, die Welt der Gehoerlosen und sich selbst ohne bei der Rueckkehr wirkliche Resultate aufweisen zu koennen.
Ohne zu wissen, was es wirklich mit mir oder all anderen Beteiligten gemacht hat und was oder wie es ueberhaupt war, muss und moechte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken, dass es moeglich war, durch euch.
Schaue ich in mein Notizbuch aus Ghana, erinnere ich mich wieder an den Februar in Ghana.
Der Februar war sehr hektisch und es gab viel zu tun. Ich wollte noch einige Dinge erledigen und gleichzeitig so viel Zeit wie moeglich Zuhause verbringen.
Wie auch schon im Januar haben wir konstant und wehement versucht ein weiteres Fussballspiel gegen die Fussballmanschaft der Koforidua Black Arows zu organisieren.
Es sollte alle vorhergegangenen Spiele uebertreffen und als Curtainraiser(Eroeffnungsspiel) fuer eines der Profispiele im Stadium von Kumasi stattfinden . Es gab sehr viel hin und her und Verhandlungen mit dem National Sports Council, die am Ende allerdings doch keinen wirklichen Erfolg zeigten ausser, die allgemein lobende Feststellung der Zustaendigen, wie hartneckig wir doch seien. Sie versuchten auch ihr bestes fuer uns, doch am Ende musste es an ganz andereen aber den entscheidenen Instanzen scheitern.
Nichts desto trotz kam am Ende doch noch ein Spiel zustande und es war das freundschaftlichste und beste Spiel was wir hatten denke ich und trotz relatif schlechtem Platz und unguenstiger Mittagszeit ein Erfolg. Und wir haben mit zwei schoenen Toren gewonnen. Fuer mich war das Schoenste, zu sehen, dass wirklich das Spiel das wichtigste war und alle an einem Strang gezogen haben, damit es auf jeden Fall statt finden konnte, egal unter welchen Bedingungen und auf welchem Platz.
Durch die Vorbereitungen auf das Spiel war auch schon der halbe Monat rum und nach dem Spiel hatte ich nur noch eine Woche, bis ich davon fliegen wuerde.
Diese Woche wurde dann noch zu einem komprimierten Erlebnismarathon.
Direkt nach Abpfiff habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit den Black Arrows nach Koforidua gefahren. Und schon wieder zahlte sich der Besuch des Frontrunnersseminar im November nicht nur mit guten Errinnerungen sondern wiederum mot einem Schalfplatz und netter Gesellschaft aus.
In Koforidua habe ich dann endlich die Gehoerlosenschule dort mit ihrer legendaeren Batikproduktion besuchen koennen. Ein kleinere Schule mit knapp etwa 300 Schuelern aber einer Batikabteilung, die schon in den Primaryklassen anfaengt und so einen beeindruckenden Pool und breites Spektrum and Schuelern heran zieht, die mit dem gelernten reelle Berufschancen haben duerften.
Bei gasbeheitzten riesen Wachsschalen und Materialien vom aller Feinsten wurde ich schon ein wenig neidisch. Koforidua war aber nicht die einzige Station, die ich in meiner verbleibenen Zeit zur Vervollstaendigung meiner Schulentour besuchen wollte. So bin ich noch am selben Tag in das relativ nahe gelegene Mampong- Akuapem an die Senior Technical High School for the Deaf gefahren. Dort war es neben den obligatorischen Gespraechen mit dem Schulleiter und einigen Lehrern vor allem ein Besuch bei Freunden. Einige unserer Vereinsmittglieder gehen auf die SHS in Mampong und so zum beispiel auch Bakidam, ein engerer Freund von mir. Von ihm bekam ich eine Sonderfuehrung durch die Schule mit Vorstellung in jeder Klasse, wobei hier und da aber auch ein paar gute Gespraeche zustande kommen konnten. Ein Flash war eine Diskussion mit Schuelern beim Mathe lernen, weil es mal um Algebra ging und dass Loesen von Gleichungen.
Immer noch am selben Tag bin ich schliesslich in den oestlichsten Teil Ghana’s im die Volte Region oestlich vom Lake Volta gereist. Dort habe ich Scott, einen Peace Corps Freiwilligen an der Volta School for the Deaf besucht.
Scott hat dort ein beeindurckendes Projekt aufgebaut. Er produziert mit seinen Schuelern Kente (traditionell gewobene Stoffe) die sie dann zu Taschen weiter veraerbeiten und er macht mit ihnen Ohrringe aus Kronkorken, was Sonya und ich auch schon einmal versucht hatten, oder Taschen aus recycltem Watersatchetplastik und kann so schon einen kleinen Shop aus Deaf Products befuellen. Aus den Erloesen des bisherigen Verkaufs konnte er schon einen Computerraum mit fuenf kompletten Computer Saetzen, Drucker und einem Staubsauger ausruesten. Das laesst einen nicht nur vor dem Projekt und der anscheinend idealen umsaetzen besundernd erstaunen, sondern auch vor der Funktionalitaet seines Grundprinzips.
Staerker koennte der Kontrast der Vorgehensweise garnicht zu unserer Schule sein. Bei uns werden grosse infrastrukturelle Projekte durch Geldspenden aus Europa finanziert und hier finanzieren sich genau die selben projekte durch die effektive Umsaetzung inhaltlicher Lern- und Handwerksprojekte. So sollte es sein, moechte man sagen, zumal sogar fuer die Schueler nicht nur Lerneffekt und Computer, sondern auch Profitbeteidigungen bei heraus springen. Doch triff auch Scott auf aehnliche Schwierigkeiten mit einigen Einzelpersonen des Schulischem Staffs, die auch er nicht wirklich elegant zu loesen weis und wie ich mit dem Batik Projekt auf eine plumpe Ziel- und Ideal- orienterte Loesung setzt mit der aber vielleicht noch fatalere Fehler gemacht wurden als durch resignierende/ruecksichtsvolle Aufgabe gemacht worden waeren.
Jedenfalls hatte er mich eingeladen um als Guestartist den Tischlern an seiner Schule eine Demonstration der Batikstempel Produktion zu geben.
Es war fuer mich natuerlich eine sehr schmeichelnde Angelegenheit noch einmal so kurz vor Schluss noch einmal eingeladen zu werden um anderen Leuten zu zeigen, was ich die ganze Zeit so gemacht hatte. Vielleicht sprinkt der Funke ja auch bei einem seiner vielen Schueler und sein ohne hin schon unglaublicher Shop wird noch durch einige Batik Produkte aus eigener Produktion ergaenzt. Geschaeftlich sprang fuer uns ein Deal ueber ein komplettes Sign Language Stempel Set heraus und fuer ihn mein Export seiner Produltte im Rahmen meiner Moeglichkeiten.
Also wer gerne knall bunte Taschen aus „Piecy Piecy“-Material(Patchwork), Water Satched Portmonaise oder Kronkorkenohrringe haben moechte kann sich gerne bei dem Deutschen Exporteur fuer Volta Deaf melden.
Auf jeden fall kamen zwischen Scott und mir auch viele gute Gespraeche und Spinnereien zustande, die zu mindest teilweise Struktur in mein Emotionales Abschiedschaos gebracht haben.
Von Scott bin ich dann ueber Nacht wieder nach Hause nach Jamasi gefahren um da die letzten Tage zu verbringen. Ich hatte noch einige Einladungen, denen ich nachgehen wollte und so wurde am Ende natuerlich nichts aus dem Plan noch ein paar ruhige Tage mit meinen liebsten zu verleben. Wir haben im Endspurt noch einmal so viel Batik Stoffe wie moeglich produziert um einerseits schoene Exportstuecke zu haben und anderer Seits den Association Friday-wear Bestand so hoch wie moeglich zu halten, damit meine Nachfolgerin nicht zu viel Druck haben wuerde um die Nachfrage zu saettigen. Das Batikprojekt ging sehr holperig meinem Abschied entgegen. Ich versuchte so viel wie moeglich noch selbst zu produzieren und Gespraeche ueber die Zukunft zu fuehren und abschliessend, kann ich schwer sagen, ob es wirklich nachhaltig weiterlaufen wird.
Jetzt zurueck in Deutschland habe ich aber gehoert, das weiter produziert wurde, was entgegen den wirklich schlechten Rahmenbedingungen, eine tolle Sache waere.
Am Sonntag war dann mein letztes Meeting und der Abschied von der Association. Es war komisch. Nicht nur wehmuetig komisch sondern insgesammt verwirrend. Robert konnte leider nicht dabei sein und so hatte ich quasi bei meinem Abschied so halb das Ruder in der Hand. Einerseits war einiges wirklich emotional aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich bei solchen Angelegenheiten, wenn so grosse Emotionen im Raum stehen, immer eher abgeneigt bin, dass das meiste auch seinen normalen Gang lief und ein Abbild von der bisherigen Arbeit war.
Der mir wichtigste Abschied aber war der, von meiner Familie. Am Samstag Abend gab es eine Feier mit unglaublichem Essen und Besuchern, die mir am wichtigsten waren. Ich hatte den Tag ueber mit der Gruppe gebatikt und dann mein Zimmer aufgeraeumt und einen anstrengenden Tag gehabt. Es schien aber nichts dagegen gewesen zu sein, was Robert und Adwoa auf die Beine gestellt hatten um diesen Abend und vor allem das Essen sehr schoen zu machen.
Ich koennte noch viele Geschichten vom Abschied von verschiedenen Leuten erzaehlen, was aber fuer mich und euch bistimmt eher merkwuerdig waere, und wahrscheinlich auch nicht wichtig ist.
Also schliesse ich diesen letzten Monatsbericht mit einem Grossen Danke
an euch alle und hoffe, dass ich euch vielleicht irgendwann von anderswo berichte schreiben kann.
Um einen kleinen Monatsbericht Maerz noch heran zu haengen:
In Deutschland angekommen liess der aengstlich erwartete Kulturschock erst verspaetet und auch immer nurin schueben los.
Ich kam am Fughafen mit Flipflops und duennen Klamotten an und schon im Flugzeug waren alle stralend weis, muerrisch, trugend schicki mickie kleidung und haben sich auf Deutsch ueber komische Dinge wie Kreuzwortraetzel und zu Gutenberg unterhalten. Daran konnte ich mich dann aber doch recht bald gewoehnen und eh ich mich versah hatte ich auch schon einen Job.
Ich bin zurueck in Hamburg und arbeite bei Eis Hilmar, einem Bioeisdealer, in der Produktion. Es ging alles sehr schnell und vielleicht hab ich so dem Kulturschock nicht wirklich die Gelgenheit gegeben sich zu entfallten, wobei es immer wieder in Schueben auftaucht.
Jedenfalls bin ich langsam dabei wieder loszu legen, mit den Ideen, die es noch in Ghana gab und all den Dingen hier. Ihr werdet also sicher noch von mir hoeren.
Aber erstmal,
Herzliche Gruesse Dank,
Euer Henning
Mittwoch, 2. Februar 2011
Monatsbericht Januar
Monatsbericht Januar,
Was den Dezember mit Stress sehr anstrengend zuende gehen lies, hat den Januar hervorragend begonnen. Die Neujahrsparty war ein voller Erfolg und hat tatsaechlich entgegen meiner Erwartungen recht gut geklappt und alle gluecklich nachhause gehen lassen. Die Party war ein Wochenende mit zwei grossen Aktionen. Am Samstg den 1. Januar gab es ein Fussballturnier bei dem die Fanblocks Manchester United, Chelsea, Arsenal und Barcelona gegeneinander angetreten sind und sich harte Matche geliefert haben. Fuer mich war der Samstag noch mit sehr viel Stress und damit schlachter Laune verbunden, weil wir mal wieder in letzter Minute versucht haben ein Maedchenangebot an zu bieten, was am Ende allerdings scheitern musste. Trotzdem wirkten auch die Maedchen nicht zu enttaeuscht und konnten mit Fotosessions besaenftigt werden.
Am darauf folgenden Sonntag war dann die grosse Party. Die Zeit von 2 bis 5 Uhr Nachmittags verging wie im Flug und alle haben super mit angepackt. Fuer ein unglaublich aufgetakeltes Publikum gab es Ehrengaeste mit Reden, erstklassiges Essen, Infostaende und Musik. Wieder einmal war ich nur einer von zwei Hoerenden und dem entsprechend fuer den anderen konstant mit Uebersetzen beschaeftigt. Trotzdem konnte auch ich es geniessen und den Stress von den Vortagen zusammen mit Friedrice aus einem Super Restaurants langsam verdauen.
Nach einer kleinen Pause habe ich mich dann wieder an die Arbeit gemacht und mich vor allem auf die unser Streetdeaf Programm konzentriert. Ich war in Offinso und habe zusammen mit Harrison, einem Pastor und Executivmember aus dem Verein 5 Familien besucht. Es waren beruehrende Geschichten dabei. Wie die eines Jungen, dessen Vater schon lange gestorben war und seine Mutter einen Autounfall hatte, der sie zum Krueppel gemacht hat. Als wir zu der Familie kamen, war die Mutter noch im Krankenhaus und einer der drei Brueder musste fuer mich fuer die Grosmutter uebersetzen, warum wir da waren. Von den Drei Familien sind jetzt drei in unser Programm aufgenommen. Sie haben den ersten Test bestanden und mit einem simplen Anruf bei mir das noetige Eigeninteresse gezeigt, um fuer die naechsten Schritte zu qualifizieren. Morgen hole ich sie mit je einem Elternteil in Offinso ab und bringe sie in die Schule zu den ersten Formalen Schritten und dem Start vom Pre-School Program. Eine Familie aus einem anderen Dorf war leider nicht so ernsthaft und hat mich zum zweiten Mal in Kumasi sitzen gelassen. Es ist schwirig zu lernen, wie man vorgehen soll wenn wir einen kleinen Jungen in die Schule bringen wollen, dessen Familie in einem recht kleinen Dorf, in wirklich nicht guten Verhaeltnissen lebt, der Vater tot ist und der Hauptverdienst der Familie aus dem Verkauf von Schnapps besteht, was dazu fuehrt das sie selbst ihre besten Kunden sind.
Helena, das erste Maedchen was wir schon in der Schule haben, hat jetzt die erste Unterstuetzung vom Verein bekommen und ist jetzt im Besitz von einem 1a Metalleimer. Der Besuch bei Ihr war toll. Sie selbst, die mich an die Hand nimmt, wenn wir durchs Dorf gehen, Ihre Mutter, die mir das Dorf mit all seinen grossen und kleinen Atraktionen zeigt und generell die beiden zusammen. Helena kann sich denke ich gluecklich schaetzen so eine tolle Mutter zu haben, die fuer sie und ihre ganze Familie so sehr kaempft und mit Helena so viel mit ihren eigenen Signs redet. Ich hoffe, dass Helena das spaeter selbst sehen wird und irgendwann etwas zurueckgeben kann und ihren Teil des Generationsvertrages erfuellen.
Auch sonst war ich im Januar viel unterwegs. Mein „Boss“, Nora vom SFD kam nach Ghana und ich war Ihr Tourguide fuer die meiste Zeit ihres Aufenthalts. Dafuer ging es nach Accra, Kumasi und Wa aber erfreulicher weise kam auch ich in die Genuesse einer Dienstreise und konnte damit meine Reisekosten auf ein Minimum reduzieren. In Accra und Wa waren wir jeweils auch in den Gehoerlosen schulen und ich konnte vor allem in Wa nicht nur einen Punkt auf meiner Liste abhaken sondern auch viele Freunde vom Workshop im Novembeer wiedertreffen. Sei meine Arbeit hier in Kumasi auch noch so schoen und befriedigend, ist die doch recht kleine Community hier manchmal etwas erdrueckend und so konnte ich es sehr geniessen ein wenig Zeit mit anderen Leuten zu verbringen. Die Reisen mit Nora waren zwar anstrengend aber auch schoen und die Reflektionsebene, vor der ich erst so Angst hatte, waerend ich noch in Ghana bin, hat sich als doch eher gut tuend erwiesen.
Jetzt bin ich nur noch einen Monat hier und ich habe das Gefuehl, dass ich vielleicht noch mal ein Halbes Jahr benoetigen wuerde um all das zu erledigen, was noch auf meiner Liste steht. Kopf un Bauch machen auf jeden Fall gerade einiges durch und deshalb werde ich erst wieder schreiben, wenn ich in Deutschland bin.
Drei Fast Facts zum Januar,
1. Der Harmatan ist vorbei
2. Wasser aufnahme und abgabe hat sich in Kumasi prreislich verdoppelt und liegt jetzt bei umgerechnet vielleicht 5 Cent.
3. Auf langen autofahrten sind die teuren Busse ihren Preis nicht wert.
Mehr zum Schluss
Henning
Was den Dezember mit Stress sehr anstrengend zuende gehen lies, hat den Januar hervorragend begonnen. Die Neujahrsparty war ein voller Erfolg und hat tatsaechlich entgegen meiner Erwartungen recht gut geklappt und alle gluecklich nachhause gehen lassen. Die Party war ein Wochenende mit zwei grossen Aktionen. Am Samstg den 1. Januar gab es ein Fussballturnier bei dem die Fanblocks Manchester United, Chelsea, Arsenal und Barcelona gegeneinander angetreten sind und sich harte Matche geliefert haben. Fuer mich war der Samstag noch mit sehr viel Stress und damit schlachter Laune verbunden, weil wir mal wieder in letzter Minute versucht haben ein Maedchenangebot an zu bieten, was am Ende allerdings scheitern musste. Trotzdem wirkten auch die Maedchen nicht zu enttaeuscht und konnten mit Fotosessions besaenftigt werden.
Am darauf folgenden Sonntag war dann die grosse Party. Die Zeit von 2 bis 5 Uhr Nachmittags verging wie im Flug und alle haben super mit angepackt. Fuer ein unglaublich aufgetakeltes Publikum gab es Ehrengaeste mit Reden, erstklassiges Essen, Infostaende und Musik. Wieder einmal war ich nur einer von zwei Hoerenden und dem entsprechend fuer den anderen konstant mit Uebersetzen beschaeftigt. Trotzdem konnte auch ich es geniessen und den Stress von den Vortagen zusammen mit Friedrice aus einem Super Restaurants langsam verdauen.
Nach einer kleinen Pause habe ich mich dann wieder an die Arbeit gemacht und mich vor allem auf die unser Streetdeaf Programm konzentriert. Ich war in Offinso und habe zusammen mit Harrison, einem Pastor und Executivmember aus dem Verein 5 Familien besucht. Es waren beruehrende Geschichten dabei. Wie die eines Jungen, dessen Vater schon lange gestorben war und seine Mutter einen Autounfall hatte, der sie zum Krueppel gemacht hat. Als wir zu der Familie kamen, war die Mutter noch im Krankenhaus und einer der drei Brueder musste fuer mich fuer die Grosmutter uebersetzen, warum wir da waren. Von den Drei Familien sind jetzt drei in unser Programm aufgenommen. Sie haben den ersten Test bestanden und mit einem simplen Anruf bei mir das noetige Eigeninteresse gezeigt, um fuer die naechsten Schritte zu qualifizieren. Morgen hole ich sie mit je einem Elternteil in Offinso ab und bringe sie in die Schule zu den ersten Formalen Schritten und dem Start vom Pre-School Program. Eine Familie aus einem anderen Dorf war leider nicht so ernsthaft und hat mich zum zweiten Mal in Kumasi sitzen gelassen. Es ist schwirig zu lernen, wie man vorgehen soll wenn wir einen kleinen Jungen in die Schule bringen wollen, dessen Familie in einem recht kleinen Dorf, in wirklich nicht guten Verhaeltnissen lebt, der Vater tot ist und der Hauptverdienst der Familie aus dem Verkauf von Schnapps besteht, was dazu fuehrt das sie selbst ihre besten Kunden sind.
Helena, das erste Maedchen was wir schon in der Schule haben, hat jetzt die erste Unterstuetzung vom Verein bekommen und ist jetzt im Besitz von einem 1a Metalleimer. Der Besuch bei Ihr war toll. Sie selbst, die mich an die Hand nimmt, wenn wir durchs Dorf gehen, Ihre Mutter, die mir das Dorf mit all seinen grossen und kleinen Atraktionen zeigt und generell die beiden zusammen. Helena kann sich denke ich gluecklich schaetzen so eine tolle Mutter zu haben, die fuer sie und ihre ganze Familie so sehr kaempft und mit Helena so viel mit ihren eigenen Signs redet. Ich hoffe, dass Helena das spaeter selbst sehen wird und irgendwann etwas zurueckgeben kann und ihren Teil des Generationsvertrages erfuellen.
Auch sonst war ich im Januar viel unterwegs. Mein „Boss“, Nora vom SFD kam nach Ghana und ich war Ihr Tourguide fuer die meiste Zeit ihres Aufenthalts. Dafuer ging es nach Accra, Kumasi und Wa aber erfreulicher weise kam auch ich in die Genuesse einer Dienstreise und konnte damit meine Reisekosten auf ein Minimum reduzieren. In Accra und Wa waren wir jeweils auch in den Gehoerlosen schulen und ich konnte vor allem in Wa nicht nur einen Punkt auf meiner Liste abhaken sondern auch viele Freunde vom Workshop im Novembeer wiedertreffen. Sei meine Arbeit hier in Kumasi auch noch so schoen und befriedigend, ist die doch recht kleine Community hier manchmal etwas erdrueckend und so konnte ich es sehr geniessen ein wenig Zeit mit anderen Leuten zu verbringen. Die Reisen mit Nora waren zwar anstrengend aber auch schoen und die Reflektionsebene, vor der ich erst so Angst hatte, waerend ich noch in Ghana bin, hat sich als doch eher gut tuend erwiesen.
Jetzt bin ich nur noch einen Monat hier und ich habe das Gefuehl, dass ich vielleicht noch mal ein Halbes Jahr benoetigen wuerde um all das zu erledigen, was noch auf meiner Liste steht. Kopf un Bauch machen auf jeden Fall gerade einiges durch und deshalb werde ich erst wieder schreiben, wenn ich in Deutschland bin.
Drei Fast Facts zum Januar,
1. Der Harmatan ist vorbei
2. Wasser aufnahme und abgabe hat sich in Kumasi prreislich verdoppelt und liegt jetzt bei umgerechnet vielleicht 5 Cent.
3. Auf langen autofahrten sind die teuren Busse ihren Preis nicht wert.
Mehr zum Schluss
Henning
Dienstag, 4. Januar 2011
Monatsbericht Dezember
Monatsbericht Dezember
Jetzt sind Advent und die Feiertage schon vorbei, wir sind selbst schon im neuen Jahr und trotzdem glaube ich, dass ich eher abgenommen habe als zu. Wenn man Weihnachten nur mit einem Malzbier betrinkt und Neujahr komplett verschlaeft hat man eben leichtere Bedingung als im deutschen Gelage Marathon.
Aber ehrlich waren diese Weihnachten zwar genau wie die im letzten Jahr, doch dieses Jahr hat es mir deutlich weniger ausgemacht. Ich wuensche allen daheim, dass der Stress und die Pute gut verdaut sind und jetzt der Start ins neue Jahr angenehm verlaufen ist.
Der Dezember fing fuer uns mit der Vorfreude an unsere Registrierung als NGO endlich durch zu haben. Diese Erwartung musste allerdings ersteinmal enttaeuscht werden. Einen halben Monat nach vereinbartem Datum haben wir sie dann doch erhalten und sind damit jetzt zertifizierte Non governmental Organization mit vollem Recht auf Incorporation und comment Bussiness und einem eigenen Companies Code. Das war erst einmal ein Highlight, was dann allerdings doch wieder von der Dichte des hiesigen Behoerdenjungles zu nicht gemacht wurde. Es errinnerte mich ein wenig an Asterix und Obelix: Asterix erobert Rom, wo Asterix im Haus der Verrueckten das eine Formular fuer den anderen Passierschein braucht, um mit dem dann jenes Formular zu bekommen und damit dann wieder zum Start zurueck muss.
In unserem Fall hiess es also, dass mit diesem ersten Schritt noch lange nicht alles in trockenen Tuechern waere. Als naechstes werden wir also an die Kumasi Metropolitan Assembly eine Application vor Recognition schreiben, mit dieser Recognition wuerden wir dann fuer den Social Report des Social Welfare qualifiziert, der schlussendlich in Accra den letzt endlich vollen Status bewirken wuerde. Das klingt eigentlich gar nicht so schwer. Nur brauchen wir fuer die Application bei der KMA einen Office, den sie pruefen werden um sicher zu stellen, dass wir nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern real sind. Das Projekt Office hatte ja uhrspruenglich einige Vorstufen ueber Kuehe, Farm und dann erst Office. Nun ist der Weg zum Office mit Glueck vielleicht durch einen Spender abgekuerzt, doch fuer grosse Geldspenden, brauchen wir nun einmal ein Bankkonto und fuer das Bankkonto brauchen wir die Certificates of Incorporation and commence Business. –Asterix im Haus der Verrueckten eben.
Unsere naechste formale Aktion war also ein Bankkonto einzurichten, was letzten Endes auch erfolgreich war. Jetzt muss nur noch Geld her und damit der Office gekauft, damit die Application geschrieben, der Social Report und dann sind wir anerkannt und eingetragen. Und das bis Maerz?
Neben diesen Formalitaeten war ich im Dezember noch auf Reisen. Fuer das im November berichtete Freiwilligen Project bin ich an zu den Gehoerlosen Schulen in Accra und Cape Coast gereist um die Schulen zu besichtigen, Schulleiter zu treffen, Infos zusammeln und einfach mit mal nicht Ashanti Gehoerlosen zu schnacken. In Accra habe ich mir gleich nach Ankunft in meiner Unterkunft als erstes eine Pizza gegoennt. Das war mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk und es hat sich wirklich gelohnt-selbst die damit verbundenen Magen Probleme. Die Schule in Accra war sehr beeindruckend aber leer, da an einem Sonntag in einer Day School nun mal nicht viel los ist. Deshalb war mein dortiger Besuch am meisten von dem beinahe Verlust meines Telefons gepraekt. Am Ende bin ich 3 Stunden unnoetig zur Schule wieder zurueck gefahren, aber das Telefon war vorerst gerettet.
Cape Coast School for the Deaf allerdings waren tolle drei Tage fuer mich. Die Schule ist, so war vom Hoerensagen mein Eindruck ziemlich das Non Plus Ultra in Ghana und deshalb hatte ich mich schon von forn herein darauf gefreut. In der Schule musste ich dann allerdings die schon bekannten oder vermuteten Umstaende wiederfinden. Inglaubliche Infrastruktur mit tollen Gebaeuden und Werkstaetten. Das letzt endliche Lehrwesen und die Einstellung der Schulleiterin und der Lehrer den Gehoerlosen gegenueber war jedoch wie an der Ashanti School eher Besorgnis erregend. Was meinen Aufenthalt in Cape Coast aber so angenehm gemacht hat waren andere Dinge.
Am ersten Tag hatte ich ein Treffen mit einem Peace Corps Freiwilligen aus der Volta Region, mit dem ich ueber zukuenftige Ideen und Kooperationen unserer Projekt gesprochen habe. Es tat gut jemanden mit so viel Feuer zu treffen und Gedanken aus zutauschen. Ausserdem war er gerade ebenfalls auf einer Tour durch Ghanas Deaf-Kultur, mit David, einem Liberianer, der in Monrovia eine Gehoerlosenschule aufgebaut hat, um ihm Eindruecke und Kontakte zu verschaffen um die Gehoerlosen Bildung in Liberia weiter zu entwickeln. Es gab hoffentlich fruchtbare Gedankenaustaeusche und auf jedenfall einen interessanten Tag.
Am naechsten Tag war ich dann zum ersten mal wirklich in der Schule. Der Kontakt mit Schuelern, die einen nicht schon ein Jahr lang seit Gebaerdensprachlichem Nullpunkt kennen, war berauschend. Ich habe oft das Gefuehl, dass ich jetzt quasi in ASH-Deaf aufgewachsen bin aber mich das von einigen Schuelern distanzieren laesst. Jedenfalls ging es In Cape Deaf ziemlich ab und ich bekam sogar noch eine Motorradtour durch Cape Coast und Umgebung von einem Freund, den ich auf dem FrontrunnersWorkshop im November kennen gelernt hatte. Es war bis auf das Meeting mit der Schulleiterin ein toller Besuch vor allem wegen dem Einblick in die Deaf Association und ausserschulische Aktivitaeten und dem super Kontakt mit den Schuelern.
Ich hoffe, dass ich in meiner noch verbleibenen Zeit moeglichst viele der 13 Schulen in Ghana besuchen kann und mehr solcher Eindruecke, Infos und Erfahrungen sammeln.
Das Ende des Jahres war vor allem von den Vorbereitungen fuer unsere Naujahrsparty gepraegt. Am Ende war es ein schoenes Fest im Ghana Social Club in Kumasi mit Essen, Reden, Tanz und allem was dazu gehoert. Abgesehen von dem Stress im Vorwege, war es ein schoener Start in 2011.
Drei Fast Facts zum Dezember:
1. Behoerdenjungles gibt es ueberall auf der Welt.
2. Zu Weihnachten, Neujahr und Ostern wuenscht man in Twi immer genau den selben Grus. Eine Art allzweck „frohes neues“
3. Rein fuer Ghanaischen Markt 1a Verkaufsschlager: Photos, (zumindest temporaere) Niete: Batik
Mehr in einem Monat
Henning
Jetzt sind Advent und die Feiertage schon vorbei, wir sind selbst schon im neuen Jahr und trotzdem glaube ich, dass ich eher abgenommen habe als zu. Wenn man Weihnachten nur mit einem Malzbier betrinkt und Neujahr komplett verschlaeft hat man eben leichtere Bedingung als im deutschen Gelage Marathon.
Aber ehrlich waren diese Weihnachten zwar genau wie die im letzten Jahr, doch dieses Jahr hat es mir deutlich weniger ausgemacht. Ich wuensche allen daheim, dass der Stress und die Pute gut verdaut sind und jetzt der Start ins neue Jahr angenehm verlaufen ist.
Der Dezember fing fuer uns mit der Vorfreude an unsere Registrierung als NGO endlich durch zu haben. Diese Erwartung musste allerdings ersteinmal enttaeuscht werden. Einen halben Monat nach vereinbartem Datum haben wir sie dann doch erhalten und sind damit jetzt zertifizierte Non governmental Organization mit vollem Recht auf Incorporation und comment Bussiness und einem eigenen Companies Code. Das war erst einmal ein Highlight, was dann allerdings doch wieder von der Dichte des hiesigen Behoerdenjungles zu nicht gemacht wurde. Es errinnerte mich ein wenig an Asterix und Obelix: Asterix erobert Rom, wo Asterix im Haus der Verrueckten das eine Formular fuer den anderen Passierschein braucht, um mit dem dann jenes Formular zu bekommen und damit dann wieder zum Start zurueck muss.
In unserem Fall hiess es also, dass mit diesem ersten Schritt noch lange nicht alles in trockenen Tuechern waere. Als naechstes werden wir also an die Kumasi Metropolitan Assembly eine Application vor Recognition schreiben, mit dieser Recognition wuerden wir dann fuer den Social Report des Social Welfare qualifiziert, der schlussendlich in Accra den letzt endlich vollen Status bewirken wuerde. Das klingt eigentlich gar nicht so schwer. Nur brauchen wir fuer die Application bei der KMA einen Office, den sie pruefen werden um sicher zu stellen, dass wir nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern real sind. Das Projekt Office hatte ja uhrspruenglich einige Vorstufen ueber Kuehe, Farm und dann erst Office. Nun ist der Weg zum Office mit Glueck vielleicht durch einen Spender abgekuerzt, doch fuer grosse Geldspenden, brauchen wir nun einmal ein Bankkonto und fuer das Bankkonto brauchen wir die Certificates of Incorporation and commence Business. –Asterix im Haus der Verrueckten eben.
Unsere naechste formale Aktion war also ein Bankkonto einzurichten, was letzten Endes auch erfolgreich war. Jetzt muss nur noch Geld her und damit der Office gekauft, damit die Application geschrieben, der Social Report und dann sind wir anerkannt und eingetragen. Und das bis Maerz?
Neben diesen Formalitaeten war ich im Dezember noch auf Reisen. Fuer das im November berichtete Freiwilligen Project bin ich an zu den Gehoerlosen Schulen in Accra und Cape Coast gereist um die Schulen zu besichtigen, Schulleiter zu treffen, Infos zusammeln und einfach mit mal nicht Ashanti Gehoerlosen zu schnacken. In Accra habe ich mir gleich nach Ankunft in meiner Unterkunft als erstes eine Pizza gegoennt. Das war mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk und es hat sich wirklich gelohnt-selbst die damit verbundenen Magen Probleme. Die Schule in Accra war sehr beeindruckend aber leer, da an einem Sonntag in einer Day School nun mal nicht viel los ist. Deshalb war mein dortiger Besuch am meisten von dem beinahe Verlust meines Telefons gepraekt. Am Ende bin ich 3 Stunden unnoetig zur Schule wieder zurueck gefahren, aber das Telefon war vorerst gerettet.
Cape Coast School for the Deaf allerdings waren tolle drei Tage fuer mich. Die Schule ist, so war vom Hoerensagen mein Eindruck ziemlich das Non Plus Ultra in Ghana und deshalb hatte ich mich schon von forn herein darauf gefreut. In der Schule musste ich dann allerdings die schon bekannten oder vermuteten Umstaende wiederfinden. Inglaubliche Infrastruktur mit tollen Gebaeuden und Werkstaetten. Das letzt endliche Lehrwesen und die Einstellung der Schulleiterin und der Lehrer den Gehoerlosen gegenueber war jedoch wie an der Ashanti School eher Besorgnis erregend. Was meinen Aufenthalt in Cape Coast aber so angenehm gemacht hat waren andere Dinge.
Am ersten Tag hatte ich ein Treffen mit einem Peace Corps Freiwilligen aus der Volta Region, mit dem ich ueber zukuenftige Ideen und Kooperationen unserer Projekt gesprochen habe. Es tat gut jemanden mit so viel Feuer zu treffen und Gedanken aus zutauschen. Ausserdem war er gerade ebenfalls auf einer Tour durch Ghanas Deaf-Kultur, mit David, einem Liberianer, der in Monrovia eine Gehoerlosenschule aufgebaut hat, um ihm Eindruecke und Kontakte zu verschaffen um die Gehoerlosen Bildung in Liberia weiter zu entwickeln. Es gab hoffentlich fruchtbare Gedankenaustaeusche und auf jedenfall einen interessanten Tag.
Am naechsten Tag war ich dann zum ersten mal wirklich in der Schule. Der Kontakt mit Schuelern, die einen nicht schon ein Jahr lang seit Gebaerdensprachlichem Nullpunkt kennen, war berauschend. Ich habe oft das Gefuehl, dass ich jetzt quasi in ASH-Deaf aufgewachsen bin aber mich das von einigen Schuelern distanzieren laesst. Jedenfalls ging es In Cape Deaf ziemlich ab und ich bekam sogar noch eine Motorradtour durch Cape Coast und Umgebung von einem Freund, den ich auf dem FrontrunnersWorkshop im November kennen gelernt hatte. Es war bis auf das Meeting mit der Schulleiterin ein toller Besuch vor allem wegen dem Einblick in die Deaf Association und ausserschulische Aktivitaeten und dem super Kontakt mit den Schuelern.
Ich hoffe, dass ich in meiner noch verbleibenen Zeit moeglichst viele der 13 Schulen in Ghana besuchen kann und mehr solcher Eindruecke, Infos und Erfahrungen sammeln.
Das Ende des Jahres war vor allem von den Vorbereitungen fuer unsere Naujahrsparty gepraegt. Am Ende war es ein schoenes Fest im Ghana Social Club in Kumasi mit Essen, Reden, Tanz und allem was dazu gehoert. Abgesehen von dem Stress im Vorwege, war es ein schoener Start in 2011.
Drei Fast Facts zum Dezember:
1. Behoerdenjungles gibt es ueberall auf der Welt.
2. Zu Weihnachten, Neujahr und Ostern wuenscht man in Twi immer genau den selben Grus. Eine Art allzweck „frohes neues“
3. Rein fuer Ghanaischen Markt 1a Verkaufsschlager: Photos, (zumindest temporaere) Niete: Batik
Mehr in einem Monat
Henning
Samstag, 25. Dezember 2010
Freitag, 17. Dezember 2010
Samstag, 4. Dezember 2010
Monatsbericht November
Monatsbericht November
Ist jetzt schon Advent? Ich habe es hier nicht mitbekommen. Die Trockenzeit ist jetzt ganz da und tags ist es so heiss, dass man selbst beim rumsitzen schwitzt und in der Nacht wieder so kalt, dass man fast eine Decke braeuchte.:)
Im November war einiges los.
Gleich zu Beginn des Monats hatten wir zwei endgueltige Executive Meetings, die die Eintragung als NGO endlich entschieden und am darauf folgenden Tag umgesetzt haben. Die Einnahmen aus dem Verkauf von zwei der drei Kuehe wurden genutzt um die 300 GHC fuer die Eintragung und eine benoetigte Postbox in Kumasi zu bezahlen. Jetzt innerhalb der naechsten Tage wird die Eintragung hoffentlich bald durch sein, sodass wir die Dokumente abhohlen koennen, die wir fuer die Einrichtung des Bankkontos brauchen. Sehr treffend heisen wir jetzt Ashanti Deaf Youth in Action.
Wie schon erwaehnt haben wir zwei der drei Kuehe verkauft. Zusammen haben sie 1100 GHC eingebracht, was mit dem Einkaufspreis von zusammen 1100 GHC auf plus-minus null rauskommt. Das ist auf den ersten Blick nicht wirklich befriedigend, wenn man aber die Umstaende betrachtet schon ein kleiner Erfolg. Eine Kuh war von Anbeginn krank. Ihr Zustand ging auf und ab hat sich im Endeffekt aber konstant verschlechtert, sodass sie am Ende nicht einmal mehr aufstehen konnte und wir froh sein koennen, dass wir noch 400 GHC fuer sie bekommen konnten. Wenn man sieht wo die Kuehe gehalten werden und welche Medikamente vorhanden sind, kann man unserem Cowboy keine Vorwuerfe machen. Die zweite verkaufte Kuh ist ein Erfolg gewesen und konnte den Verlusst aus der ersten ausgleichen. Sie hat 700 GHC eingebracht und damit einen Profit von 130GHC. Die letzte und groeste Kuh, die eigentlich unser Hoffnungstraeger war ist leider immer noch nicht verkauft. Kurz vor Beginn der muslimischen Festivals hat sie sich dummerweise an der Ernte eines Farmers bediehnt und sich dadurch einen Machetenhieb an der Flanke eingefangen. Mit so einer Verletzung bekommt man sie leider nicht verkauft, wodurch wir sie noch behalten muessen und versuchen sie gesund zu pflegen. In Ghana herschend halt keine westlichen industrieartigen Mastverhaeltnisse, mit klinischer 24/7 Ueberwachung, Massagen und Kraftfutter. Bleibt zu hoffen, dass wir die letzte Kuh noch wieder gesund bekommen.
Die Vollversammlung zu Monatsbeginn war dieses Mal von hohen Gaesten beehrt. Der ehemalige Schulleiter der Ashanti School for the Deaf, mit dem wir jetzt in guten Kontakt stehen, ist unsere Einladung gefolgt und hat uns einen Besuch abgestattet. Ausserdem war eine Delegation der hollaendischen Unterstuetzer Organisation SOKPO mit sammt ihres ghanaischen Representanten und engem Freund Osei dort. Von diesen Gaesten befluegelt herrschte eine angenehme Aufbruchsstimmung, die wie es aussieht Iniziativen fuers neue Jahr in die Wege leiten kann. Und mit der perfekten Lobby durch den alten Headmaster und der finanz starken Hilfsorganisation, koennten diese Iniziativen auch Fruechte tragen. Robert und ich waren noch bei einigen Hinterzimmerverhandlungen aus denen sich am Ende die Aussicht auf die Startfinanzierung unseres Buero-Shop-Infozentrums ergeben hat. Ich glaube ich habe SOKPO und ihre Arbeit schon einmal in einem Bericht erwaehnt. Nun haben sie uns damit ueberrascht bei unserem Masterplan einige Abkuerzungen nehmen zu koennen. In den naechsten Wochen werden wir dafuer einen ausfuerlichen Businessplan auf die Beine stellen muessen, was einige schweistreibene Kumasigaenge in Aussicht stellt. Die ersten liegen schon hinter uns. Gleich nach den Verhandlungen mit SOKPO haben wir uns daran gemacht mit Hauseigentuemern zu verhandeln und uns an die zustaendigen Behoerden fuer Unterstuetzung zu wenden. Wir haben Proposals bei der Kumasi Metropolitan Assembly und dem Regional Minister eingereicht, und in einem Meeting mit dem Deputy Minister Ashanti Region wurde uns wenigstens administrative Hilfe zugesagt.
Eine der spannensten Erlebnisse im November war allerdings ein GNADY-workshop, zu dem ich zusammen mit Robert gegangen bin. Der Workshop war organisiert vom Jugendfluegel der Ghana national Assoziation of the Deaf und Delegierte aus jeder der 10 Regionen Ghanas waren eingeladen. Schon die Einladung war fuer uns ein Erfolg, weil nach all den Auseinandersetzungen und Distanzierungen innerhalb unser Region wir trotzdem als Assoziation eingeladen wurden und damit als voll von der GNAD anerkannt. Ausgerichtet wurde der Workshop von den Frontrunners 6. Frontrunners ist ein internationales Jugendprojekt, bei dem gehoerlose Jugendliche aus aller Herren Laender zusammen ueber Leadershipskills weitergebildet werden. Ein 13 koepfiges Team von Gehoerlosen aus Daenemark, Norwegen, Belgien, Deutschland, Oesterreich, Italien und den USA hat Vortraege zu Teamwork, Leadership-skills, Menschenrechten und den gehoerlosen Gremien (World Federation of the Deaf, EUDY, CRPD) gehalten und insgesammt ein sehr spannendes Seminar abgehalten. Ich war der einzig Hoerende und der Motivationsbust vom ersten Association Meeting, anwesend zu sein, wo etwas in Sachen Deaf aus eigener Iniziative passiert, wurde noch einmal um einiges getoppt. Die Vortrags- und Abeitsmethoden haben mich sehr an die Pfadis zuhause erinnert und der ganze Workshop hat mich zurueck in eine Reflexionsebene gebracht die mich meine ganze Arbeit hier ueberdenken lies. Dafuer bin ich einerseits dankbar es hat mich allerdings fuer die letzte Zeit auch ganz schoen aufgewuehlt und Denkstoff gegeben. Allein fuer den Sign Language flash bin ich auf jedenfall dankbar und wer mich mal signen sehen will, bevor ich wieder in Deutschland bin, sollte auf die Frontrunnersseite gehen. Dort ist ein Interview mit mir in GSL zu sehen.
Vom Workshop zurueck, habe ich das Batikprojekt wieder ernsthaft in die Hand genommen. Nachdem ich vom Schulleiter endlich die Erlaubnis bekommen hatte, bin ich mit meinem Mentor nach Kumasi und habe unerhoert viel Material eingekauft. Dank der Unterstuetzung von SOKPO auf mein Proposal im April konnte ich 324Yards Stoffbahnen kaufen und die entsprechende Mengen Wax, Farben und Chemikalien. Momentan ist der Mann aus Cape Coast da, von dem ich im letzten Bericht geschrieben habe und die ersten 5 12-Yard Stuecke sind schon verbatikt. Leider ist die Schuelergruppe mit der ich letztes Schuljahr zusammen gearbeitet habe bei weitem nicht mehr vollstaendig. Zwei (die beiden besten) Schueler sind die neuen Schulprefects geworden und damit in der Schule ziemlich eingebunden, 3 haben gerade ihre Abschlussexamen in Vocationals hinter sich und die Schule verlassen und 3 weitere in JHS 4, muessen wegen der nahenden Examen, fast jede freie Minute zum Lernen nutzen. Eine Primary Schuelerin die gerade jetzt Feuer und Flamme fuer Batik geworden ist, gibt aber wieder Hoffnung und zuletzt waren wir wieder zu acht mit vielen neuen Gesichtern dabei. Ob und wie wir die 300 Yards verarbeitet kriegen ist ungewiss aber ich hoffe, dass sich die neue Gruppe erhaelt und wieder gut zusammenwachsen kann.
Die Arbeit mit dem Cape Coast Kuenstler war zu anfang eher schwierig. Das Batik-Handwerk ist anscheinend wie Kochen: Jeder macht die Suppe anders. Er kann und weis viel aber macht als Lehrer den selben Fehler wie ich, als ich den Workshop angefangen habe und sieht seinen Weg als einzig richtig und alle anderen falsch. Trotzdem haben die Schueler und ich vor allem in den letzten zwei Tagen einiges gelernt und die Zeit in der er da war, war viel zu kurz. Wenn die Muster fuer die Association Fridaywear angenommen sind, wird die Produktion richtig losgehen.
Auch die Stempelproduktion laeuft auf Hochturen. Vielleicht mit ein Grund, warum der Schulleiter mir erlaubt hat mit den Schuelern weiter zu arbeiten, ist wahrscheinlich, dass ich auf einen Deal mit ihm eingegangen bin. Wir fertigen ihm ein Set mit dem Bi-Manuellen Sign Language Alphabet an. 27 Stempel, 56 GHC und der Erfolg, dass die Lehrerin, die mich vor einigen Monaten noch beschimpft hat, zu mir kommt und mich um meine Hilfe bittet aber am wichtigsten, das die Schueler wieder kommen duerfen.
Das Familienleben im November war sehr von Akuas Krankheit beeintraechtigt. Erst ist sie schwanger! –Ich bekomme ein Geschwisterkind- Und damit verbunden im 2.Monat Gesundheitsprobleme. Dann hat sie jetzt einen ziemlichen Gelenkreumaschub in den Knien, der sie kaum laufen laesst. Dadurch ist Adwoa, die jetzt neben der Schule doppelt schufftet, weil sie das Brot fuer die Schule fuer Akua baeckt, noch viel mueder als sonst. Wenn in einer Familie, die auf so kleinem Raum zusammen lebt, einer ausfaellt, war die Stimmung oft angespannt aber mit der Genesung von Akua begradigt ich auch der Hausegen wieder.
Drei Fast Facts zum November:
1. An Essen zu schnuppern, ist in Ghana eine Beleidigung fuer den Koch, weil es zeigt, dass man denkt, dass das Essen schlecht oder vergiftet ist.
2. Telefone sollte man generell von Toiletten fern halten.
3. Wenn man jemandem einen Job gibt und nicht gleich den Preis dafuer aus macht, hat der jenige spaeter das Recht einen unglaublich uebers Ohr zu ziehen.
Mehr im neuen Jahr
Henning
Ist jetzt schon Advent? Ich habe es hier nicht mitbekommen. Die Trockenzeit ist jetzt ganz da und tags ist es so heiss, dass man selbst beim rumsitzen schwitzt und in der Nacht wieder so kalt, dass man fast eine Decke braeuchte.:)
Im November war einiges los.
Gleich zu Beginn des Monats hatten wir zwei endgueltige Executive Meetings, die die Eintragung als NGO endlich entschieden und am darauf folgenden Tag umgesetzt haben. Die Einnahmen aus dem Verkauf von zwei der drei Kuehe wurden genutzt um die 300 GHC fuer die Eintragung und eine benoetigte Postbox in Kumasi zu bezahlen. Jetzt innerhalb der naechsten Tage wird die Eintragung hoffentlich bald durch sein, sodass wir die Dokumente abhohlen koennen, die wir fuer die Einrichtung des Bankkontos brauchen. Sehr treffend heisen wir jetzt Ashanti Deaf Youth in Action.
Wie schon erwaehnt haben wir zwei der drei Kuehe verkauft. Zusammen haben sie 1100 GHC eingebracht, was mit dem Einkaufspreis von zusammen 1100 GHC auf plus-minus null rauskommt. Das ist auf den ersten Blick nicht wirklich befriedigend, wenn man aber die Umstaende betrachtet schon ein kleiner Erfolg. Eine Kuh war von Anbeginn krank. Ihr Zustand ging auf und ab hat sich im Endeffekt aber konstant verschlechtert, sodass sie am Ende nicht einmal mehr aufstehen konnte und wir froh sein koennen, dass wir noch 400 GHC fuer sie bekommen konnten. Wenn man sieht wo die Kuehe gehalten werden und welche Medikamente vorhanden sind, kann man unserem Cowboy keine Vorwuerfe machen. Die zweite verkaufte Kuh ist ein Erfolg gewesen und konnte den Verlusst aus der ersten ausgleichen. Sie hat 700 GHC eingebracht und damit einen Profit von 130GHC. Die letzte und groeste Kuh, die eigentlich unser Hoffnungstraeger war ist leider immer noch nicht verkauft. Kurz vor Beginn der muslimischen Festivals hat sie sich dummerweise an der Ernte eines Farmers bediehnt und sich dadurch einen Machetenhieb an der Flanke eingefangen. Mit so einer Verletzung bekommt man sie leider nicht verkauft, wodurch wir sie noch behalten muessen und versuchen sie gesund zu pflegen. In Ghana herschend halt keine westlichen industrieartigen Mastverhaeltnisse, mit klinischer 24/7 Ueberwachung, Massagen und Kraftfutter. Bleibt zu hoffen, dass wir die letzte Kuh noch wieder gesund bekommen.
Die Vollversammlung zu Monatsbeginn war dieses Mal von hohen Gaesten beehrt. Der ehemalige Schulleiter der Ashanti School for the Deaf, mit dem wir jetzt in guten Kontakt stehen, ist unsere Einladung gefolgt und hat uns einen Besuch abgestattet. Ausserdem war eine Delegation der hollaendischen Unterstuetzer Organisation SOKPO mit sammt ihres ghanaischen Representanten und engem Freund Osei dort. Von diesen Gaesten befluegelt herrschte eine angenehme Aufbruchsstimmung, die wie es aussieht Iniziativen fuers neue Jahr in die Wege leiten kann. Und mit der perfekten Lobby durch den alten Headmaster und der finanz starken Hilfsorganisation, koennten diese Iniziativen auch Fruechte tragen. Robert und ich waren noch bei einigen Hinterzimmerverhandlungen aus denen sich am Ende die Aussicht auf die Startfinanzierung unseres Buero-Shop-Infozentrums ergeben hat. Ich glaube ich habe SOKPO und ihre Arbeit schon einmal in einem Bericht erwaehnt. Nun haben sie uns damit ueberrascht bei unserem Masterplan einige Abkuerzungen nehmen zu koennen. In den naechsten Wochen werden wir dafuer einen ausfuerlichen Businessplan auf die Beine stellen muessen, was einige schweistreibene Kumasigaenge in Aussicht stellt. Die ersten liegen schon hinter uns. Gleich nach den Verhandlungen mit SOKPO haben wir uns daran gemacht mit Hauseigentuemern zu verhandeln und uns an die zustaendigen Behoerden fuer Unterstuetzung zu wenden. Wir haben Proposals bei der Kumasi Metropolitan Assembly und dem Regional Minister eingereicht, und in einem Meeting mit dem Deputy Minister Ashanti Region wurde uns wenigstens administrative Hilfe zugesagt.
Eine der spannensten Erlebnisse im November war allerdings ein GNADY-workshop, zu dem ich zusammen mit Robert gegangen bin. Der Workshop war organisiert vom Jugendfluegel der Ghana national Assoziation of the Deaf und Delegierte aus jeder der 10 Regionen Ghanas waren eingeladen. Schon die Einladung war fuer uns ein Erfolg, weil nach all den Auseinandersetzungen und Distanzierungen innerhalb unser Region wir trotzdem als Assoziation eingeladen wurden und damit als voll von der GNAD anerkannt. Ausgerichtet wurde der Workshop von den Frontrunners 6. Frontrunners ist ein internationales Jugendprojekt, bei dem gehoerlose Jugendliche aus aller Herren Laender zusammen ueber Leadershipskills weitergebildet werden. Ein 13 koepfiges Team von Gehoerlosen aus Daenemark, Norwegen, Belgien, Deutschland, Oesterreich, Italien und den USA hat Vortraege zu Teamwork, Leadership-skills, Menschenrechten und den gehoerlosen Gremien (World Federation of the Deaf, EUDY, CRPD) gehalten und insgesammt ein sehr spannendes Seminar abgehalten. Ich war der einzig Hoerende und der Motivationsbust vom ersten Association Meeting, anwesend zu sein, wo etwas in Sachen Deaf aus eigener Iniziative passiert, wurde noch einmal um einiges getoppt. Die Vortrags- und Abeitsmethoden haben mich sehr an die Pfadis zuhause erinnert und der ganze Workshop hat mich zurueck in eine Reflexionsebene gebracht die mich meine ganze Arbeit hier ueberdenken lies. Dafuer bin ich einerseits dankbar es hat mich allerdings fuer die letzte Zeit auch ganz schoen aufgewuehlt und Denkstoff gegeben. Allein fuer den Sign Language flash bin ich auf jedenfall dankbar und wer mich mal signen sehen will, bevor ich wieder in Deutschland bin, sollte auf die Frontrunnersseite gehen. Dort ist ein Interview mit mir in GSL zu sehen.
Vom Workshop zurueck, habe ich das Batikprojekt wieder ernsthaft in die Hand genommen. Nachdem ich vom Schulleiter endlich die Erlaubnis bekommen hatte, bin ich mit meinem Mentor nach Kumasi und habe unerhoert viel Material eingekauft. Dank der Unterstuetzung von SOKPO auf mein Proposal im April konnte ich 324Yards Stoffbahnen kaufen und die entsprechende Mengen Wax, Farben und Chemikalien. Momentan ist der Mann aus Cape Coast da, von dem ich im letzten Bericht geschrieben habe und die ersten 5 12-Yard Stuecke sind schon verbatikt. Leider ist die Schuelergruppe mit der ich letztes Schuljahr zusammen gearbeitet habe bei weitem nicht mehr vollstaendig. Zwei (die beiden besten) Schueler sind die neuen Schulprefects geworden und damit in der Schule ziemlich eingebunden, 3 haben gerade ihre Abschlussexamen in Vocationals hinter sich und die Schule verlassen und 3 weitere in JHS 4, muessen wegen der nahenden Examen, fast jede freie Minute zum Lernen nutzen. Eine Primary Schuelerin die gerade jetzt Feuer und Flamme fuer Batik geworden ist, gibt aber wieder Hoffnung und zuletzt waren wir wieder zu acht mit vielen neuen Gesichtern dabei. Ob und wie wir die 300 Yards verarbeitet kriegen ist ungewiss aber ich hoffe, dass sich die neue Gruppe erhaelt und wieder gut zusammenwachsen kann.
Die Arbeit mit dem Cape Coast Kuenstler war zu anfang eher schwierig. Das Batik-Handwerk ist anscheinend wie Kochen: Jeder macht die Suppe anders. Er kann und weis viel aber macht als Lehrer den selben Fehler wie ich, als ich den Workshop angefangen habe und sieht seinen Weg als einzig richtig und alle anderen falsch. Trotzdem haben die Schueler und ich vor allem in den letzten zwei Tagen einiges gelernt und die Zeit in der er da war, war viel zu kurz. Wenn die Muster fuer die Association Fridaywear angenommen sind, wird die Produktion richtig losgehen.
Auch die Stempelproduktion laeuft auf Hochturen. Vielleicht mit ein Grund, warum der Schulleiter mir erlaubt hat mit den Schuelern weiter zu arbeiten, ist wahrscheinlich, dass ich auf einen Deal mit ihm eingegangen bin. Wir fertigen ihm ein Set mit dem Bi-Manuellen Sign Language Alphabet an. 27 Stempel, 56 GHC und der Erfolg, dass die Lehrerin, die mich vor einigen Monaten noch beschimpft hat, zu mir kommt und mich um meine Hilfe bittet aber am wichtigsten, das die Schueler wieder kommen duerfen.
Das Familienleben im November war sehr von Akuas Krankheit beeintraechtigt. Erst ist sie schwanger! –Ich bekomme ein Geschwisterkind- Und damit verbunden im 2.Monat Gesundheitsprobleme. Dann hat sie jetzt einen ziemlichen Gelenkreumaschub in den Knien, der sie kaum laufen laesst. Dadurch ist Adwoa, die jetzt neben der Schule doppelt schufftet, weil sie das Brot fuer die Schule fuer Akua baeckt, noch viel mueder als sonst. Wenn in einer Familie, die auf so kleinem Raum zusammen lebt, einer ausfaellt, war die Stimmung oft angespannt aber mit der Genesung von Akua begradigt ich auch der Hausegen wieder.
Drei Fast Facts zum November:
1. An Essen zu schnuppern, ist in Ghana eine Beleidigung fuer den Koch, weil es zeigt, dass man denkt, dass das Essen schlecht oder vergiftet ist.
2. Telefone sollte man generell von Toiletten fern halten.
3. Wenn man jemandem einen Job gibt und nicht gleich den Preis dafuer aus macht, hat der jenige spaeter das Recht einen unglaublich uebers Ohr zu ziehen.
Mehr im neuen Jahr
Henning
Dienstag, 2. November 2010
Monatsbericht Oktober
In diesem Monat hat die Schule wieder angefangen und ich bin endgueltig nur noch in der beobachtenden Position. Von allen Seiten wird man gefragt: Du bist nicht mehr in der Schule aber wo denn dann? Es fuehlt sich schon komisch an nichts mehrwirklich machen zu koennen allerdings deuten sich langsam Mittel und Wege an, zu mindest teilweise mitgestalten zu koennen.
Der Schulbeginn hat in vielerlei Hinsicht meinen Alltag beeinflusst. Auch wenn ich nicht mehr selbst Teil vom ganzen bin, ist es doch immernoch maine ganze Familie. Mein Vaterund Boss Robert muss wieder unterrichten, meine Mutter Akua baeckt wieder und ist dehalb kronisch muede und kraenklich und meine Schwester und ehemalige Schuelerin Adwoa muss auch wieder zum Unterricht, nur dass ich sie nicht mehr unterrichte. Ich habe jetzt versucht damit anzufangen, die Zeit in der mein Boss arbeitet auch immer am Schreibtisch oder der Werkbank zu sitzen um etwas zu schaffen und es klappt ganz gut. Das Resultat waren schon einige Briefe, und 21 Stempel, die uns im Verkauf insgesamt 50 Ghanacedis (25Euro) eingebracht haben.
In Sachen NGO-Eintragung gab es im Oktober einiges zu tun. Wir hatten ein Executive Meeting und mit anschliesender Vollversammlung, in der ueber die Vereinssatzung, Namen und Finanzierung beraten und abgestimmt wurde. Da danach aber noch Zweifel und Enderungen aufkamen, haben wir einen gehoerlosen Elder zu Rate gezogen, der schon in einigen Gremien in der Ghanaischen Gehoerlosen Community sass und gut Bescheid weis und neben bei noch nett und interessiert an unseren Aktivitaeten ist. Nach zwei Trefen mit ihm gab es noch ein sehr konstruktives Executive Meeting allerdings haben wir immer noch nicht eine abschliesende Entscheidung Gefasst und die Eintragung wird sich wohl noch bis in den November hinziehen. Mein Ziel ist es nur Bankkonto und Eintragung vor Abflug geschafft zu haben um damit den Grundstein fuer effektive Arbeit zu legen, die auch offiziell anerkannt ist und damit hoffentlich deutlich erleichtert wird.
Das Batik Projekt scheint langsam wieder zum Leben zu erwachen. Wir haben jetzt doch wieder Aussicht auf baldigen Arbeitsbeginn mit der alten Gruppe. Ich habe einigen Leuten auf die Fuese getreten und nun waren Robert und Der Elder Paul beim Schulleiter der Ashanti School for the Deaf um ihn um Erlaubnis zu bitten, den Workshop ausserhalb der Schule mit Schulern weiter fuehren zu duerfen. Nach allem, was bissher mit dem neuen Schulleiter schon so passiert ist, war nicht zu erwarten, dass er aus dem Stehgreif ja sagen wuerde. Ich habe einen Entschuldigungsbrief fuer mein respektloses Benehmen geschrieben, was mir von Paul geraten wurde, um den Schulleiter zu besaenftigen. Ausserdem haben wir ein offizielles Proposal geschrieben und es sieht so aus, als ob wir damit die Schueler wohl zurueck bekommen koennen.
Ausserdem sind wir im Kontakt mit einem Gehoerlosen Batik-Kuenstler aus Cape Coast, der bei Arbeitsaufnahme zu uns kommen wird um mit uns zu arbeiten und mein Freund , der Schnitzer aus Jamasi hat mich mit zwei Batik Kuenstlerinnen bekannt gemacht, mit denen langsam wohl auch eine hoffentlich fruchtbare Wechselwirkung aufbauen kann. Mein Mentor, ein Lehrer aus dem naechsten Ort, hilft mir eine Grosbestellung an Materialien zu machen und damit sind jetzt eigentlich alle Weichen fuer die Grosproduktion gelegt. Bleibt nur zu hoffen, dass Permission granted wird.
Die wohl groeste Neuerung im Oktober ist mein neuer Laptop auf dem ich gerade schreibe. Da ich meine Zeit am Schreibtisch auch in Zukunft sinnvoll nutzen will, moechte ich anfangen an einer Website fuer die Association zu arbeiten und der mitlerweile vielleicht acht jahrige Medion mit 18GB Speicher ist fuer die entsprechenden Programme einfach zu langsam. Bei gutem Wechselkurs und nach ausgibiger Recherche habe ich mir dann jetzt in Kumasi ein schwarzes Dell Geschoss zu gelegt. Es war schon komisch in das klimatisierte Geschaeft mit einem Bazzen Scheine zu laufen und mit einem Laptop im Rucksack wieder raus und dann auf dem Motorroller davon. Aber nicht nur diese Erfahrung sondern auch der neue PC sind denke ich auf jeden Fall eine Breicherung und gute Anlage. Einziger Haken ist die englische Tastertur, die mich alle Umlaute ausschreiben laesst. Muss man halt mit leben.
Das gehoerlose Maedchen, von dem ich im Septemberbericht geschrieben habe, hat jetzt schoon die ersten Unterrichtsstunden ihres Lebens hinter sich gebracht und kann schon bis zehn zaehlen und schreiben. Es ergeben sich lustige Situationen, wenn ich mich mit der Mutter, die selbst nie zur Schule ging, in meinem sehr gerbochenen Twi unterhalte und dann, wo ich an meine Grenzen stosse Robert dazu hole, ihm auf Gebaerdensprache sage, was ich meine und er es dann in Twi fuer die Mutter uebersetzt. Gestern, bei einem Besuch im Dorf musste ich bis zum Abend warten, weil Mutter und Kind zur farm gegangen waren. Es ist irre zu sehen, wie die Mutter mit fuenf Kindern und ohne Mann, die von der Hand in den Mund lebt fuer ihre Tochter sorgt. Bei anderen Familien, die wir mitlerweile besucht haben, hiess es bei dem gehoerlosen Kind sofort, wir haben kein Geld. Helenas Mutter hat auch kein Geld aber sie versucht es. Wenn wir alle Unterstuetzungen von District Assembly und der Ssociation zusammen haebn hoffe ich, dass Helena eine gute Schuelerin wird und irgenwann, spaeter der Mutter unter die Arme greifen kann und damit allen zeigen, was gehoerlose alles koennen und warum gerade sie in die Schule muessen.
Heute bin ich noch in einem anderen Dorf um zwei Familien zu treffen. Ich hoffe, dass bei denen die selbe Iniziative entsteht und die Kinder in die Schule kommen.
Drei Fast Facts zum Oktober:
1. Wer nicht handelt ist selbst schuld, sogar bei Computern im Fachgeschaeft.
2. Casavawurzelsaft(ein Bestandteil des Sagen umwogenen Fufus) auf Schnittwunden gepresst stop die Blutung und wirkt antiseptisch.
3. Frauen, die schon Kinder geboren haben, haben immer ein Tuch um die Huefte als Teil der traditionellen Art sich zu kleiden.
Mehr zum Advent,
Henning
Der Schulbeginn hat in vielerlei Hinsicht meinen Alltag beeinflusst. Auch wenn ich nicht mehr selbst Teil vom ganzen bin, ist es doch immernoch maine ganze Familie. Mein Vaterund Boss Robert muss wieder unterrichten, meine Mutter Akua baeckt wieder und ist dehalb kronisch muede und kraenklich und meine Schwester und ehemalige Schuelerin Adwoa muss auch wieder zum Unterricht, nur dass ich sie nicht mehr unterrichte. Ich habe jetzt versucht damit anzufangen, die Zeit in der mein Boss arbeitet auch immer am Schreibtisch oder der Werkbank zu sitzen um etwas zu schaffen und es klappt ganz gut. Das Resultat waren schon einige Briefe, und 21 Stempel, die uns im Verkauf insgesamt 50 Ghanacedis (25Euro) eingebracht haben.
In Sachen NGO-Eintragung gab es im Oktober einiges zu tun. Wir hatten ein Executive Meeting und mit anschliesender Vollversammlung, in der ueber die Vereinssatzung, Namen und Finanzierung beraten und abgestimmt wurde. Da danach aber noch Zweifel und Enderungen aufkamen, haben wir einen gehoerlosen Elder zu Rate gezogen, der schon in einigen Gremien in der Ghanaischen Gehoerlosen Community sass und gut Bescheid weis und neben bei noch nett und interessiert an unseren Aktivitaeten ist. Nach zwei Trefen mit ihm gab es noch ein sehr konstruktives Executive Meeting allerdings haben wir immer noch nicht eine abschliesende Entscheidung Gefasst und die Eintragung wird sich wohl noch bis in den November hinziehen. Mein Ziel ist es nur Bankkonto und Eintragung vor Abflug geschafft zu haben um damit den Grundstein fuer effektive Arbeit zu legen, die auch offiziell anerkannt ist und damit hoffentlich deutlich erleichtert wird.
Das Batik Projekt scheint langsam wieder zum Leben zu erwachen. Wir haben jetzt doch wieder Aussicht auf baldigen Arbeitsbeginn mit der alten Gruppe. Ich habe einigen Leuten auf die Fuese getreten und nun waren Robert und Der Elder Paul beim Schulleiter der Ashanti School for the Deaf um ihn um Erlaubnis zu bitten, den Workshop ausserhalb der Schule mit Schulern weiter fuehren zu duerfen. Nach allem, was bissher mit dem neuen Schulleiter schon so passiert ist, war nicht zu erwarten, dass er aus dem Stehgreif ja sagen wuerde. Ich habe einen Entschuldigungsbrief fuer mein respektloses Benehmen geschrieben, was mir von Paul geraten wurde, um den Schulleiter zu besaenftigen. Ausserdem haben wir ein offizielles Proposal geschrieben und es sieht so aus, als ob wir damit die Schueler wohl zurueck bekommen koennen.
Ausserdem sind wir im Kontakt mit einem Gehoerlosen Batik-Kuenstler aus Cape Coast, der bei Arbeitsaufnahme zu uns kommen wird um mit uns zu arbeiten und mein Freund , der Schnitzer aus Jamasi hat mich mit zwei Batik Kuenstlerinnen bekannt gemacht, mit denen langsam wohl auch eine hoffentlich fruchtbare Wechselwirkung aufbauen kann. Mein Mentor, ein Lehrer aus dem naechsten Ort, hilft mir eine Grosbestellung an Materialien zu machen und damit sind jetzt eigentlich alle Weichen fuer die Grosproduktion gelegt. Bleibt nur zu hoffen, dass Permission granted wird.
Die wohl groeste Neuerung im Oktober ist mein neuer Laptop auf dem ich gerade schreibe. Da ich meine Zeit am Schreibtisch auch in Zukunft sinnvoll nutzen will, moechte ich anfangen an einer Website fuer die Association zu arbeiten und der mitlerweile vielleicht acht jahrige Medion mit 18GB Speicher ist fuer die entsprechenden Programme einfach zu langsam. Bei gutem Wechselkurs und nach ausgibiger Recherche habe ich mir dann jetzt in Kumasi ein schwarzes Dell Geschoss zu gelegt. Es war schon komisch in das klimatisierte Geschaeft mit einem Bazzen Scheine zu laufen und mit einem Laptop im Rucksack wieder raus und dann auf dem Motorroller davon. Aber nicht nur diese Erfahrung sondern auch der neue PC sind denke ich auf jeden Fall eine Breicherung und gute Anlage. Einziger Haken ist die englische Tastertur, die mich alle Umlaute ausschreiben laesst. Muss man halt mit leben.
Das gehoerlose Maedchen, von dem ich im Septemberbericht geschrieben habe, hat jetzt schoon die ersten Unterrichtsstunden ihres Lebens hinter sich gebracht und kann schon bis zehn zaehlen und schreiben. Es ergeben sich lustige Situationen, wenn ich mich mit der Mutter, die selbst nie zur Schule ging, in meinem sehr gerbochenen Twi unterhalte und dann, wo ich an meine Grenzen stosse Robert dazu hole, ihm auf Gebaerdensprache sage, was ich meine und er es dann in Twi fuer die Mutter uebersetzt. Gestern, bei einem Besuch im Dorf musste ich bis zum Abend warten, weil Mutter und Kind zur farm gegangen waren. Es ist irre zu sehen, wie die Mutter mit fuenf Kindern und ohne Mann, die von der Hand in den Mund lebt fuer ihre Tochter sorgt. Bei anderen Familien, die wir mitlerweile besucht haben, hiess es bei dem gehoerlosen Kind sofort, wir haben kein Geld. Helenas Mutter hat auch kein Geld aber sie versucht es. Wenn wir alle Unterstuetzungen von District Assembly und der Ssociation zusammen haebn hoffe ich, dass Helena eine gute Schuelerin wird und irgenwann, spaeter der Mutter unter die Arme greifen kann und damit allen zeigen, was gehoerlose alles koennen und warum gerade sie in die Schule muessen.
Heute bin ich noch in einem anderen Dorf um zwei Familien zu treffen. Ich hoffe, dass bei denen die selbe Iniziative entsteht und die Kinder in die Schule kommen.
Drei Fast Facts zum Oktober:
1. Wer nicht handelt ist selbst schuld, sogar bei Computern im Fachgeschaeft.
2. Casavawurzelsaft(ein Bestandteil des Sagen umwogenen Fufus) auf Schnittwunden gepresst stop die Blutung und wirkt antiseptisch.
3. Frauen, die schon Kinder geboren haben, haben immer ein Tuch um die Huefte als Teil der traditionellen Art sich zu kleiden.
Mehr zum Advent,
Henning
Sonntag, 3. Oktober 2010
Monatsbericht September
Im September war zum Glück wieder ein wenig mehr los für mich und für die ARYAD. Es fing mit unserer monatlichen Gesamtversammlung am 12. an. Meine erste Versammlung bei der ich offiziell als Koordinator gearbeitet habe. Generell ist Aufbruchsstimmung. Ich habe den ersten Stritt in Richtung bessere Koordination umgesetzt. Wir haben eine Telefonliste, mit der wir hoffentlich Vereinbarungen und Termine besser verbreiten können, sodass Leute nicht mehr sagen köönnen, dass sie nichts von einem Treffen wussten.
Die großen Pläne von Farm und Office sind momentan relativ in den Hintergrund geraten. In erster Linie wohl, weil erste einige andere Dinge erledigt werden müssen.
Unsere wichtigstes Projekt momentan ist die Einrichtung eines Bankkontos, was unsere Geldflüsse erleichtern solll und mehr Transparenz schaffen. Dafür sind wir zu verschiedenen Banken in Kumasi gegeangen um die Angebote zu vergleichen und uns ersteinmal einen Überblick zu verschaffen. Die Anforderungen, welche eigentlich alle Banken ziemlich ähnlich stellen zwingen uns nun zu noch anderen Hürden die erst gemeistert werden müssen.
Banale Dinge wie eine Postanschrift oder amtliche Unterlagen stellen aufeinmal ein Problem da. Das bestehen Postfach, besteht überraschenderweise doch nicht mehr und es muss ein neues her. Fehlende Unterlagen, die unsere Registrierung im Social Welfare bestätigen sollen, stellen nun die größte Aufgabe dar. Als ich bei dem Officer in Charge of NGO matters ein entsprechendes Dokument einholen wollte, ist ihm auf einmal aufgefallen, dass das bisher geltene Statement der SW doch nicht mehr gilt. Wir hatten schon einmal versucht, unseren eigenen Namen registrieren zu lassen und waren damals schon mit der SW in Verhandlungen. Das darmalige Ergebnis: Eine unabhängige Registrierung außerhalb der bestehenden Ghana National Association of the Deaf wird nicht gestattet aber jede Aktivität und offizielle Schreiben, werden von der SW gestützt.
Dieser Vereinbarung folgend wollte ich nun einen Brief, der uns die Einrichtung eines Bankkontos ermöglichn würde, einholen. Nach Gesprech mit dem Chief Officer und allen ist der neue Stand, dass wir uns als NGO eintragen lassen werden um damit unabhängig und eigenständig zu werden. Hierfür müssen allerdings nun wieder ander Dinge erledigt werden. Eine Satzung muss her, (es besteht schon eine, die allerdings wieder überarbeitet werden muss), und viel schwieriger: 320 Ghana Cedis wird verlangt um in den Genuss kommen zu dürfen, sich NGO zu nennen.
Für diese 320Ghana Cedis muss jetzt entweder Geld eingesammelt werden oder gewartet werden, bis die Kühe verkauft sind. Also abwarten.
Eine andere neue Aufgabe hat sich ebenfalls jetzt im September ergeben: Zu besuch in dem Dorf einer Freundin, traf ich durch einen Zufall eine Frau, die mich erst für gehörlos hielt und mir dann, nach Aufklärung erzählte, dass in ihrem Dorf ein gehörloses Mädchen leben würde, deren Eltern zu arm seien sie in die Schule zu schicken. Jetzt habe ich verschiedene Infos eingesammelt und bringe sie und einen Anderen Jungen aus einem anderen Dorf nach Jamasi um in die Schule gehen zu können. Auf den Vorschlag, wird wohl die Association selbst ohne großen Besitz etwas beisteuern und wir versuchen an öffentliche Gelder zu kommen, um die nötigen Kosten zu decken. In dieser Woche fängt die Schule an und jetzt wohl auch für zwei neue Schüler. Es ist schön zu sehen wie das Mädchen jetzt schon ein wenig auftaut und gebärdet und sich dann vorzustellen, was es für sie heißen wird, wenn sie eine Sprache lernt und sich noch viel mehr ausdrücken kann.
In sachen Batik steht immernoch ziemlich viel in den Sternen allerdings ist der Himmel auch klar. Es gibt die gute Aussicht von zwei viel versprechenden Aufträgen und generell großer Nachfrage. Was nur fehlt: Arbeiter. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen eine Vereinbarung mit der Schule zu stande kommen kann, dass Schüler weiter kommen können und sich jetzt wohl sogar ein wenig Geld verdienen. Außerdem arbeite ich gerade an einem Auftrag von 13 Stempeln. Mein Freund, der Schnitzer neben der Schule, hat mich mit einer Frau bekannt gemacht, die im großen Styl Batik produziert und verkauft. Der Beginn ist der Auftrag und ich hoffe, dass sich eine Fruchtbare Wechselwirkung ergeben wird, bei der eventuell auch Schüler bei ihr weiter machen können, wenn sie bei mir die Basics gelernt haben.
Drei FastFacts zum September:
1. In Kumasi kostet die Wasseraufnahme genauso viel wie die Abgabe: 5 pesewas(2.6Cent)
2. In Twi ist ich weis und ich weis nicht genau der selbe Satz. Nur die Stimme macht den Unterschied
3. In der ghanaischen Kultur ist Pupsen ein absolutes NoGo
Mehr in einem Monat
Euer
Henning
Die großen Pläne von Farm und Office sind momentan relativ in den Hintergrund geraten. In erster Linie wohl, weil erste einige andere Dinge erledigt werden müssen.
Unsere wichtigstes Projekt momentan ist die Einrichtung eines Bankkontos, was unsere Geldflüsse erleichtern solll und mehr Transparenz schaffen. Dafür sind wir zu verschiedenen Banken in Kumasi gegeangen um die Angebote zu vergleichen und uns ersteinmal einen Überblick zu verschaffen. Die Anforderungen, welche eigentlich alle Banken ziemlich ähnlich stellen zwingen uns nun zu noch anderen Hürden die erst gemeistert werden müssen.
Banale Dinge wie eine Postanschrift oder amtliche Unterlagen stellen aufeinmal ein Problem da. Das bestehen Postfach, besteht überraschenderweise doch nicht mehr und es muss ein neues her. Fehlende Unterlagen, die unsere Registrierung im Social Welfare bestätigen sollen, stellen nun die größte Aufgabe dar. Als ich bei dem Officer in Charge of NGO matters ein entsprechendes Dokument einholen wollte, ist ihm auf einmal aufgefallen, dass das bisher geltene Statement der SW doch nicht mehr gilt. Wir hatten schon einmal versucht, unseren eigenen Namen registrieren zu lassen und waren damals schon mit der SW in Verhandlungen. Das darmalige Ergebnis: Eine unabhängige Registrierung außerhalb der bestehenden Ghana National Association of the Deaf wird nicht gestattet aber jede Aktivität und offizielle Schreiben, werden von der SW gestützt.
Dieser Vereinbarung folgend wollte ich nun einen Brief, der uns die Einrichtung eines Bankkontos ermöglichn würde, einholen. Nach Gesprech mit dem Chief Officer und allen ist der neue Stand, dass wir uns als NGO eintragen lassen werden um damit unabhängig und eigenständig zu werden. Hierfür müssen allerdings nun wieder ander Dinge erledigt werden. Eine Satzung muss her, (es besteht schon eine, die allerdings wieder überarbeitet werden muss), und viel schwieriger: 320 Ghana Cedis wird verlangt um in den Genuss kommen zu dürfen, sich NGO zu nennen.
Für diese 320Ghana Cedis muss jetzt entweder Geld eingesammelt werden oder gewartet werden, bis die Kühe verkauft sind. Also abwarten.
Eine andere neue Aufgabe hat sich ebenfalls jetzt im September ergeben: Zu besuch in dem Dorf einer Freundin, traf ich durch einen Zufall eine Frau, die mich erst für gehörlos hielt und mir dann, nach Aufklärung erzählte, dass in ihrem Dorf ein gehörloses Mädchen leben würde, deren Eltern zu arm seien sie in die Schule zu schicken. Jetzt habe ich verschiedene Infos eingesammelt und bringe sie und einen Anderen Jungen aus einem anderen Dorf nach Jamasi um in die Schule gehen zu können. Auf den Vorschlag, wird wohl die Association selbst ohne großen Besitz etwas beisteuern und wir versuchen an öffentliche Gelder zu kommen, um die nötigen Kosten zu decken. In dieser Woche fängt die Schule an und jetzt wohl auch für zwei neue Schüler. Es ist schön zu sehen wie das Mädchen jetzt schon ein wenig auftaut und gebärdet und sich dann vorzustellen, was es für sie heißen wird, wenn sie eine Sprache lernt und sich noch viel mehr ausdrücken kann.
In sachen Batik steht immernoch ziemlich viel in den Sternen allerdings ist der Himmel auch klar. Es gibt die gute Aussicht von zwei viel versprechenden Aufträgen und generell großer Nachfrage. Was nur fehlt: Arbeiter. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen eine Vereinbarung mit der Schule zu stande kommen kann, dass Schüler weiter kommen können und sich jetzt wohl sogar ein wenig Geld verdienen. Außerdem arbeite ich gerade an einem Auftrag von 13 Stempeln. Mein Freund, der Schnitzer neben der Schule, hat mich mit einer Frau bekannt gemacht, die im großen Styl Batik produziert und verkauft. Der Beginn ist der Auftrag und ich hoffe, dass sich eine Fruchtbare Wechselwirkung ergeben wird, bei der eventuell auch Schüler bei ihr weiter machen können, wenn sie bei mir die Basics gelernt haben.
Drei FastFacts zum September:
1. In Kumasi kostet die Wasseraufnahme genauso viel wie die Abgabe: 5 pesewas(2.6Cent)
2. In Twi ist ich weis und ich weis nicht genau der selbe Satz. Nur die Stimme macht den Unterschied
3. In der ghanaischen Kultur ist Pupsen ein absolutes NoGo
Mehr in einem Monat
Euer
Henning
Mittwoch, 1. September 2010
Monatsbericht August
Seit heute bin ich offiziell nicht mehr an der Schule beschäftigt sondern meine Anstellung ist zur Association übergelaufen. Im August drehte es sich bei mir viel um verschiedene Geschichten die mein weiteres Bleiben ermöglichen sollten. Visums anträge wollten geschrieben werden, neue Verträge unterzeichnet und und und. Die Schuzle habe ich nun verlassen und bin jetzt endgültig umgezogen. Ich habe das Zimmer meiner Wahl bekommen im Haus von Robert. Wir mussten nur noch ausfägen und die Decke machen und Zack hatte ich ein neues Zuhause. Es ist groß, näher am Essen und vor allem ganz für mich allein und sogar mit Schreibtisch. Der einzige Nachteil: das Haus hat kein Klo. Zu dem Fall müssen wir momentan noch irgendwelche Notlösungen finden.
Außerdem war wohl ein Höhepunkt im August das Fussballspiel Kumasi Deaf gegen Koforidua Deaf in Koforidua, Eastern Region. Sammt An- und Abreise im völlig überfüllten Sprinter war es auf jeden Fall ein Abenteuer, gekrönt von dem 1:0Sieg, den wir unerwartet mit nach Hause bringen konnten. Jetzt befinden wir uns in den Vorbereitungen das Rückspiel zu organisieren, wobei es durchaus eine Herausvorderung darstellt eben so gute Bedingungen zu stellen, wie wir sie in Koforidua antreffen durften mit FIFA-Schitsrichtern, Stadion und allem drumm und dran. Davon wohl mehr im nächsten Bericht.
Warum sonst im August nicht soviel passsiert ist, lag wohl daran, dass ich krank war. Malaria geht eben an keinem vorbei. Wohl schon zum zweiten Mal jetzt habe ich die Sagen umwogene Tropenkrankheit bekommen. Nur das sie mich dieses Mal doch mehr von den Socken gehauen hat. Meine persönlichen Symptome sind starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Migrene ähnliche Augenhöhlenschmerzen aber am stärksten Schwäche und Kreislaufprobleme. Wenn man sich viel ausruht ist das kein Problem, wenn nicht zwingt einen der Körper dazu. Naja, ob es die Akut Medikamente waren oder meine Profilaxe, ich bin jedenfalls wieder auf den Beinen. Ich wünsch es auf jeden Fall keinem, obwohl es bei mir wohl nur eine abgeschwachte Variante war und ich nicht 25Kilo verlloren hab und am Tropf hing. Also für alle die auch mal in Malariagebiete fahren werden. Immer schön Profilaxe nehmen und nicht zu viel Panik es muss nicht immer schlimm ausfallen.
Drei Fastfacts zum August:
1. Kokusnusspalmen sterben schnell, wennn man nur einen heisen Nagel in den Stamm schlägt
2. Englisch: pen pal, bedeutet Brieffreund
3. Malaria bricht verspätet aus, weil der Erreger sich erst in der Leber einsiedeln muss
Mehr in einem Monat
Außerdem war wohl ein Höhepunkt im August das Fussballspiel Kumasi Deaf gegen Koforidua Deaf in Koforidua, Eastern Region. Sammt An- und Abreise im völlig überfüllten Sprinter war es auf jeden Fall ein Abenteuer, gekrönt von dem 1:0Sieg, den wir unerwartet mit nach Hause bringen konnten. Jetzt befinden wir uns in den Vorbereitungen das Rückspiel zu organisieren, wobei es durchaus eine Herausvorderung darstellt eben so gute Bedingungen zu stellen, wie wir sie in Koforidua antreffen durften mit FIFA-Schitsrichtern, Stadion und allem drumm und dran. Davon wohl mehr im nächsten Bericht.
Warum sonst im August nicht soviel passsiert ist, lag wohl daran, dass ich krank war. Malaria geht eben an keinem vorbei. Wohl schon zum zweiten Mal jetzt habe ich die Sagen umwogene Tropenkrankheit bekommen. Nur das sie mich dieses Mal doch mehr von den Socken gehauen hat. Meine persönlichen Symptome sind starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Migrene ähnliche Augenhöhlenschmerzen aber am stärksten Schwäche und Kreislaufprobleme. Wenn man sich viel ausruht ist das kein Problem, wenn nicht zwingt einen der Körper dazu. Naja, ob es die Akut Medikamente waren oder meine Profilaxe, ich bin jedenfalls wieder auf den Beinen. Ich wünsch es auf jeden Fall keinem, obwohl es bei mir wohl nur eine abgeschwachte Variante war und ich nicht 25Kilo verlloren hab und am Tropf hing. Also für alle die auch mal in Malariagebiete fahren werden. Immer schön Profilaxe nehmen und nicht zu viel Panik es muss nicht immer schlimm ausfallen.
Drei Fastfacts zum August:
1. Kokusnusspalmen sterben schnell, wennn man nur einen heisen Nagel in den Stamm schlägt
2. Englisch: pen pal, bedeutet Brieffreund
3. Malaria bricht verspätet aus, weil der Erreger sich erst in der Leber einsiedeln muss
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Samstag, 14. August 2010
Neue Arbeitsstelle
ASHANTI REG. YOUTH ASSOCIATION OF THE DEAF
BOX 12128 KUMASI-ADUM, KUMASI
Die Ashanti Regional Youth Association of the Deaf wurde im Jahre 2005 von 5 Jugendlichen als Zweig der Regionalen Sektion der nationalen Deaf Association (GNAD Region Ashanti) gegründet. Das Motiv der Neugründung eines Jugendflügels in der Nationalen Gesellschaft war damals und ist immernoch das Verbessern der sozialen und praktischen Lebenssituation der Gehörlosen Jugendlichen und jungen Erwachsen in der Ashanti Region. Der Ashanti Deaf Youth Wing (ash, Gehoerlosen Jugendfluegel) ist aus Eigeninitiative entstanden, von jungen Gehörlosen in dieser Region die unzufrieden mit dem aktuellen Zustand gemeinsam für sich und andere etwas ändern wollten und wollen.
Aus dem regionalem Jugendzweig der nationalen Gehölosen Vereinigung ist nun die eigenständige Ashanti Regional Youth Association of the Deaf (ARYAD) geworden.
Soziale Situation der gehörlosen jungen Menschen in Ashanti, Ghana
Die Ashanti Region hat mit der Ashanti School for the Deaf eine Lehrinstitution für Gehörlose. Trotz unzureichenden Bedingungen und einem eventuell weniger aussagekräftigem Abschluss erlernen die Schüler an der Ashanti School for the Deaf etwas elemantar wichtiges, die Gebärdensprache. Die Ghanaische Gebärdensprache, welche sich aus der Amerikanischen Gebärdensprache entwickelt hat und dieser noch sehr nahe ist, gibt den Kindern ein Kommunikationsmedium.
Erst durch Kommunikation kann auch richtige Sozialisierung beginnen, weshalb die Sozialisierung und Karakterbildung der meisten Kinder erst in der Schule beginnt. Da jene Sozialisierung in erster Linie dort statt findet ist sie damit vor allem eine Sozialisierung in die Gehörlosengemeinschaft. Der Bruch, der bei den meisten Jugendlichen mit dem Schulabschluss und damit der Abnabelung der zentralen kulturellen und sozialen Institution stattfindet, ist sehr stark. Es gab und gibt kaum soziale Netzwerke und Institutionen, die die soziale Entwicklung der Jugendlichen auffangen und weiterfuehren. Die Sozialen Strukturen beschrenken sich auf private Beziehungen, weiterhin auf die Schule als gelegentlicher Wiedersehensort, einige Kirchen und einen im zentralen Kumasi gelegenen Glassschneider als allgemeinen Treffpunkt. Aktives kulturelles Zusammenleben ist jedoch sehr erschwert und in vielen Fällen enden die gehörlosen Jugendlichen schon nach der Schule in, durch Sprachbarrieren bedingte, Einsamkeit.
Akademische Situation der gehörlosen Jugendlichen in Ashanti, Ghana
In der Ashanti Region Ghanas gibt es eine Gehörlosenschule mit etwa 450 Schülern und Schülerinnen. An der Schule hat die Mehrheit der Lehrer keine bis geringe Spezialqualifikation für das Unterrichten gehörloser Kinder und lernt von der Regierung stationiert erst an der Schule die Ghanaische Gebärdensprache. Aus dieser Situation allein schon erschließen sich Vorraussetzungen die in Ghana schlussendlich Gehörlosigkeit zu einer stärkeren Behinderung machen, als sie in den meisten entwickelten Ländern ist.
In der Schule erhalten die Schüler dennoch eine Schulausbildung die zum gleichen Junior-High-School-Abschluss führt wie jene für hörende Kinder.
Nach diesem Schulabschluss können die Schüler optionell eine berufsspezifische Weiterbildung anhängen. Der Vocational-(Berufsschul-)Zweig der Ashanti School for the Deaf bietet die Handwerke: Textilien(traditionelles Kente-Weben und Batik Tye and Dye), Tischlern, Kochen und Schneidern an. Jedoch ergibt sich aus den Lücken in der vorhergangenen Schulbildung, begrenztem Buget, vermehrt unterschätzendem Bild der Schüler und der Wahl der Handwerke eine kaum zielgerrichtete Weiterbildung. In der Regel ermöglicht sie den Schülern nach drei Jahren nicht, mit dem Erlernten das eigene täglich Brot verdienen zu können.
Eine akademische Weiterbildung ist an der einzigen Senior-High-School for the Deaf in Mampong (Eastern Region) moeglich. Jedoch ist sie kostenpflichtig und damit für viele potenziell geeignete Kandidaten unerreichbar.
Der erfolgreiche Abschluss einer Senior-High-School qualifiziert in Ghana für das Studieren an einer Universität. Praktisch ist es für gehörlose junge Menschen sehr schwer. Da neben dem enormen finanziellen Aufwand es kaum oder nur teure Dolmetscher gibt und vom Staat keine Unterstützung gewährleistet wird.
Aus diesen schlechten Bedingung resultiert neben einem sozialen Bruch mit Beendigung der Schullaufbahn auch berufliche Perspektivlosigkeit und damit oft langanhaltene Abhängigkeit von den Eltern, Armut und im schlimmsten Falle Kriminalität.
Aktivitäten der ARYAD
Seit ihrer Gründung wuchs die ARYAD von 5 auf mehr als 120 Mitglieder beider Geschlechter im Alter von 10 bis 35 Jahren. Durch Eigeniniziative und in kompletter Eigenregie hat sich eine Vereinsstruktur entwickelt mit gewähltem Presidenten, Executive und Fussballmanschaft. Es gibt einen monatlichen Vereinsbeitrag, der gemeinschaftliche Aktivitäten finanziert und monatlich abgehaltene Versammlungen. Eigenständig werden Beschlüsse über politische, kulturelle und soziale Aktivitäten getroffen.
Trotz des schon vier jährigen Bestehens, konnten bisherige Pläne der ARYAD vor allem aus finanziellen Gründen nicht in die Tat ungesetzt werden.
Es gab einen groß angelegten Versuch eine Berufsschule mit den Fächern Batik, Tischlern, Schneidern, ICT, Weben und Landwirtschaft einzurichten, was allerdings schon im Vorfelde am administrativen und finanziellen Aufwand scheitern musste.
Es gab gemeinschaftliche Aktivitäten, wie einen gemeinsamen Ausflug zu Ostern. Doch weitere Pläne für ein gemeinsames Silvester mussten abermals an den Finanzen scheitern.
Aktuelle Aktivitäten
Politik
Innerhalb des letzten halben Jahrs hat die ARYAD verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Es gab den Versuch sich formell und offiziell von der Mutter-Vereinigung abzuspalten und in der Regional Register einen eigenen Namen zu etablieren und damit komplette Unabhängigkeit zu besiegeln. Der Antrag wurde von Seiten der Social Welfare abgelehnt. Die politische Position der ARYAD hat sich damit allerdings trotzdem geändert, da von der Social Welfare amtliche Unterstützung bei jeder Aktivität zuversichert wurde.
Konkret damit verbunden ist momentan die Suche nach einem Konto auf einer geeigneten Bank für bessere und sicherere Geldflüsse innerhalb der Association und von außen und der geplante Beitritt einer Partei für wenigstens potenzielle Lobbyarbeit.
Farm
Mit der Unterstützung zweier Kirchengemeinden in Deutschland (Kirchengemeinde Blankenese, Kirchengemeinde Sülldorf – Iserbrook) konnte die ARYAD einige ihrer vielen Ideen kürzlich in die Tat umsetzen.
Gemeinschaftlich hat sich die ARYAD im Februar drei Kühe gekauft. Schon längere gab es die Überlegung eine gemeinschaftliche Farm zu beginnen um einerseits Gemeinschaftskapital zu erhalten allerdings ebensowichtig eine neue Ausbildungsmöglichkeit zu gründen. Die Farm war geplant sowohl Lebensmittelanbau als auch Tierhaltung zu enthalten. Bedingt durch den Zeitpunkt zu dem sich die finanzielle Möglichkeit ergab wurde bis jetzt nur die Tierhaltung in die Tat umgesetzt. Die drei Kühe werden auf öffentlichem Grund mit einer großen Herde gehalten und Es gibt eine Arbeitsgruppe unter der Aufsicht eines gehörlosen Fachmanns, die die Kühe mit Wasser, Futter und Medikamenten versorgt.
Fußballmanschaft
Die Deaf Youth Glitter Stars ist die Gehörlosen Fusballmanschaft in Kumasi. Unter Eigenregie finden wöchentliches Training und Freundschaftsspiele statt. Da es keine Liga oder ähnliche Strukturen gibt, in denen die Manschaft eingegliedert ist, bestehen die Wettkampfaktivitäten der Manschaft in erster Linie aus Spielen gegen hörende Amateur Teams, die ASH-Deaf Schulmanschaft oder andere Gehörlose Regionalmanschaften.
Es gab ein Neujahrstrainingslager und Auswertsspiele in Biniani, Bechem oder Koforidua sowie Heimspiele in Kumasi und Jamasi.
ARYAD at ASH-DEAF
Am 10. Juli 2010 veranstaltete die ARYAD einen Tag voller gemeinschaftlicher Aktivitäten an der Ashant School for the Deaf. 20 Mitglieder organisierten einen Batik Workshop, Dame- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turniere und Fußball sowie Volleyballwettkämpfe mit abschliesender Preisverleihung. Es war ein schöner Tag des Zusammenseins und eine willkommende Abwechslung zum normalen Schulalltag der Schüler.
Batik Workshop
Unter der Aufsicht eines deutschen Freiwilligen findet an der Ashanti School for the Deaf ein Batik-Workshop statt, der von der ARYAD unterstützt wird. Nachmittags unterrichten sich in erster Linie Schülerinnen gegenseitig das Waxdrucken und Färben von Stoffen. Die Produkte werden verkauft und der Gewinn reinvestiert.
Pläne
Farm -Mitte September am Ende der muslimischen Fastenzeit Ramadan, sollen die bis dahin angefütterten Kühe verkauft werden. Mit dem Gewinn wird dann die Idee der Farm weiter in die Tat umgesetzt. Um die Nutzpflanzen anbauen zu können, muss Land gekauft und bestellt, ebenso wie Geräte und Saatgut beschafft werden. Zunächst wird mit dem Anbau von Bohnen und Ingwer begonnen um dann im Mai zur richtigen Zeit Mais im großen Stil anzubauen.
Office -Es besteht der Wunsch eine gemeinsame Geschäftsstelle zu gründen. Mit den Einnahmen aus Landwirtschaft und Tierhaltung sollen Räume möglichst zentral in Kumasi gemietet werden. Die Geschäftstelle wird viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Zum einen als Anlaufstelle für interne und externe, damit Koordinationspunkt für eigene Aktivitäten Kontakt- und Informationsstelle für Interessierte. Eine Wichtigkeit eines solchen Ortes ist die Representation nach außen. Es können verschiedene Produkte Made by the Deaf verkauft werden, Aufklärung über Gehörlosigkeit betrieben werden und Kontakte geknüpft.
Kontakt
Robert K. Acheampong (Chairman)
P.O.Box 39,
Jamasi-Ashanti
E-Mail: robertdeaf23@yahoo.ca
Mobile SMS: +233279370493
Henning Lemcke (Coordinator)
E-Mail: henninglemcke@web.de
Mobile: +233540560181
BOX 12128 KUMASI-ADUM, KUMASI
Die Ashanti Regional Youth Association of the Deaf wurde im Jahre 2005 von 5 Jugendlichen als Zweig der Regionalen Sektion der nationalen Deaf Association (GNAD Region Ashanti) gegründet. Das Motiv der Neugründung eines Jugendflügels in der Nationalen Gesellschaft war damals und ist immernoch das Verbessern der sozialen und praktischen Lebenssituation der Gehörlosen Jugendlichen und jungen Erwachsen in der Ashanti Region. Der Ashanti Deaf Youth Wing (ash, Gehoerlosen Jugendfluegel) ist aus Eigeninitiative entstanden, von jungen Gehörlosen in dieser Region die unzufrieden mit dem aktuellen Zustand gemeinsam für sich und andere etwas ändern wollten und wollen.
Aus dem regionalem Jugendzweig der nationalen Gehölosen Vereinigung ist nun die eigenständige Ashanti Regional Youth Association of the Deaf (ARYAD) geworden.
Soziale Situation der gehörlosen jungen Menschen in Ashanti, Ghana
Die Ashanti Region hat mit der Ashanti School for the Deaf eine Lehrinstitution für Gehörlose. Trotz unzureichenden Bedingungen und einem eventuell weniger aussagekräftigem Abschluss erlernen die Schüler an der Ashanti School for the Deaf etwas elemantar wichtiges, die Gebärdensprache. Die Ghanaische Gebärdensprache, welche sich aus der Amerikanischen Gebärdensprache entwickelt hat und dieser noch sehr nahe ist, gibt den Kindern ein Kommunikationsmedium.
Erst durch Kommunikation kann auch richtige Sozialisierung beginnen, weshalb die Sozialisierung und Karakterbildung der meisten Kinder erst in der Schule beginnt. Da jene Sozialisierung in erster Linie dort statt findet ist sie damit vor allem eine Sozialisierung in die Gehörlosengemeinschaft. Der Bruch, der bei den meisten Jugendlichen mit dem Schulabschluss und damit der Abnabelung der zentralen kulturellen und sozialen Institution stattfindet, ist sehr stark. Es gab und gibt kaum soziale Netzwerke und Institutionen, die die soziale Entwicklung der Jugendlichen auffangen und weiterfuehren. Die Sozialen Strukturen beschrenken sich auf private Beziehungen, weiterhin auf die Schule als gelegentlicher Wiedersehensort, einige Kirchen und einen im zentralen Kumasi gelegenen Glassschneider als allgemeinen Treffpunkt. Aktives kulturelles Zusammenleben ist jedoch sehr erschwert und in vielen Fällen enden die gehörlosen Jugendlichen schon nach der Schule in, durch Sprachbarrieren bedingte, Einsamkeit.
Akademische Situation der gehörlosen Jugendlichen in Ashanti, Ghana
In der Ashanti Region Ghanas gibt es eine Gehörlosenschule mit etwa 450 Schülern und Schülerinnen. An der Schule hat die Mehrheit der Lehrer keine bis geringe Spezialqualifikation für das Unterrichten gehörloser Kinder und lernt von der Regierung stationiert erst an der Schule die Ghanaische Gebärdensprache. Aus dieser Situation allein schon erschließen sich Vorraussetzungen die in Ghana schlussendlich Gehörlosigkeit zu einer stärkeren Behinderung machen, als sie in den meisten entwickelten Ländern ist.
In der Schule erhalten die Schüler dennoch eine Schulausbildung die zum gleichen Junior-High-School-Abschluss führt wie jene für hörende Kinder.
Nach diesem Schulabschluss können die Schüler optionell eine berufsspezifische Weiterbildung anhängen. Der Vocational-(Berufsschul-)Zweig der Ashanti School for the Deaf bietet die Handwerke: Textilien(traditionelles Kente-Weben und Batik Tye and Dye), Tischlern, Kochen und Schneidern an. Jedoch ergibt sich aus den Lücken in der vorhergangenen Schulbildung, begrenztem Buget, vermehrt unterschätzendem Bild der Schüler und der Wahl der Handwerke eine kaum zielgerrichtete Weiterbildung. In der Regel ermöglicht sie den Schülern nach drei Jahren nicht, mit dem Erlernten das eigene täglich Brot verdienen zu können.
Eine akademische Weiterbildung ist an der einzigen Senior-High-School for the Deaf in Mampong (Eastern Region) moeglich. Jedoch ist sie kostenpflichtig und damit für viele potenziell geeignete Kandidaten unerreichbar.
Der erfolgreiche Abschluss einer Senior-High-School qualifiziert in Ghana für das Studieren an einer Universität. Praktisch ist es für gehörlose junge Menschen sehr schwer. Da neben dem enormen finanziellen Aufwand es kaum oder nur teure Dolmetscher gibt und vom Staat keine Unterstützung gewährleistet wird.
Aus diesen schlechten Bedingung resultiert neben einem sozialen Bruch mit Beendigung der Schullaufbahn auch berufliche Perspektivlosigkeit und damit oft langanhaltene Abhängigkeit von den Eltern, Armut und im schlimmsten Falle Kriminalität.
Aktivitäten der ARYAD
Seit ihrer Gründung wuchs die ARYAD von 5 auf mehr als 120 Mitglieder beider Geschlechter im Alter von 10 bis 35 Jahren. Durch Eigeniniziative und in kompletter Eigenregie hat sich eine Vereinsstruktur entwickelt mit gewähltem Presidenten, Executive und Fussballmanschaft. Es gibt einen monatlichen Vereinsbeitrag, der gemeinschaftliche Aktivitäten finanziert und monatlich abgehaltene Versammlungen. Eigenständig werden Beschlüsse über politische, kulturelle und soziale Aktivitäten getroffen.
Trotz des schon vier jährigen Bestehens, konnten bisherige Pläne der ARYAD vor allem aus finanziellen Gründen nicht in die Tat ungesetzt werden.
Es gab einen groß angelegten Versuch eine Berufsschule mit den Fächern Batik, Tischlern, Schneidern, ICT, Weben und Landwirtschaft einzurichten, was allerdings schon im Vorfelde am administrativen und finanziellen Aufwand scheitern musste.
Es gab gemeinschaftliche Aktivitäten, wie einen gemeinsamen Ausflug zu Ostern. Doch weitere Pläne für ein gemeinsames Silvester mussten abermals an den Finanzen scheitern.
Aktuelle Aktivitäten
Politik
Innerhalb des letzten halben Jahrs hat die ARYAD verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Es gab den Versuch sich formell und offiziell von der Mutter-Vereinigung abzuspalten und in der Regional Register einen eigenen Namen zu etablieren und damit komplette Unabhängigkeit zu besiegeln. Der Antrag wurde von Seiten der Social Welfare abgelehnt. Die politische Position der ARYAD hat sich damit allerdings trotzdem geändert, da von der Social Welfare amtliche Unterstützung bei jeder Aktivität zuversichert wurde.
Konkret damit verbunden ist momentan die Suche nach einem Konto auf einer geeigneten Bank für bessere und sicherere Geldflüsse innerhalb der Association und von außen und der geplante Beitritt einer Partei für wenigstens potenzielle Lobbyarbeit.
Farm
Mit der Unterstützung zweier Kirchengemeinden in Deutschland (Kirchengemeinde Blankenese, Kirchengemeinde Sülldorf – Iserbrook) konnte die ARYAD einige ihrer vielen Ideen kürzlich in die Tat umsetzen.
Gemeinschaftlich hat sich die ARYAD im Februar drei Kühe gekauft. Schon längere gab es die Überlegung eine gemeinschaftliche Farm zu beginnen um einerseits Gemeinschaftskapital zu erhalten allerdings ebensowichtig eine neue Ausbildungsmöglichkeit zu gründen. Die Farm war geplant sowohl Lebensmittelanbau als auch Tierhaltung zu enthalten. Bedingt durch den Zeitpunkt zu dem sich die finanzielle Möglichkeit ergab wurde bis jetzt nur die Tierhaltung in die Tat umgesetzt. Die drei Kühe werden auf öffentlichem Grund mit einer großen Herde gehalten und Es gibt eine Arbeitsgruppe unter der Aufsicht eines gehörlosen Fachmanns, die die Kühe mit Wasser, Futter und Medikamenten versorgt.
Fußballmanschaft
Die Deaf Youth Glitter Stars ist die Gehörlosen Fusballmanschaft in Kumasi. Unter Eigenregie finden wöchentliches Training und Freundschaftsspiele statt. Da es keine Liga oder ähnliche Strukturen gibt, in denen die Manschaft eingegliedert ist, bestehen die Wettkampfaktivitäten der Manschaft in erster Linie aus Spielen gegen hörende Amateur Teams, die ASH-Deaf Schulmanschaft oder andere Gehörlose Regionalmanschaften.
Es gab ein Neujahrstrainingslager und Auswertsspiele in Biniani, Bechem oder Koforidua sowie Heimspiele in Kumasi und Jamasi.
ARYAD at ASH-DEAF
Am 10. Juli 2010 veranstaltete die ARYAD einen Tag voller gemeinschaftlicher Aktivitäten an der Ashant School for the Deaf. 20 Mitglieder organisierten einen Batik Workshop, Dame- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turniere und Fußball sowie Volleyballwettkämpfe mit abschliesender Preisverleihung. Es war ein schöner Tag des Zusammenseins und eine willkommende Abwechslung zum normalen Schulalltag der Schüler.
Batik Workshop
Unter der Aufsicht eines deutschen Freiwilligen findet an der Ashanti School for the Deaf ein Batik-Workshop statt, der von der ARYAD unterstützt wird. Nachmittags unterrichten sich in erster Linie Schülerinnen gegenseitig das Waxdrucken und Färben von Stoffen. Die Produkte werden verkauft und der Gewinn reinvestiert.
Pläne
Farm -Mitte September am Ende der muslimischen Fastenzeit Ramadan, sollen die bis dahin angefütterten Kühe verkauft werden. Mit dem Gewinn wird dann die Idee der Farm weiter in die Tat umgesetzt. Um die Nutzpflanzen anbauen zu können, muss Land gekauft und bestellt, ebenso wie Geräte und Saatgut beschafft werden. Zunächst wird mit dem Anbau von Bohnen und Ingwer begonnen um dann im Mai zur richtigen Zeit Mais im großen Stil anzubauen.
Office -Es besteht der Wunsch eine gemeinsame Geschäftsstelle zu gründen. Mit den Einnahmen aus Landwirtschaft und Tierhaltung sollen Räume möglichst zentral in Kumasi gemietet werden. Die Geschäftstelle wird viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Zum einen als Anlaufstelle für interne und externe, damit Koordinationspunkt für eigene Aktivitäten Kontakt- und Informationsstelle für Interessierte. Eine Wichtigkeit eines solchen Ortes ist die Representation nach außen. Es können verschiedene Produkte Made by the Deaf verkauft werden, Aufklärung über Gehörlosigkeit betrieben werden und Kontakte geknüpft.
Kontakt
Robert K. Acheampong (Chairman)
P.O.Box 39,
Jamasi-Ashanti
E-Mail: robertdeaf23@yahoo.ca
Mobile SMS: +233279370493
Henning Lemcke (Coordinator)
E-Mail: henninglemcke@web.de
Mobile: +233540560181
Monatsbericht Juli
Monatsbericht Juli
Das Ende des Julis war das Ende des dritten Schulterms und damit meines Dienstes in der Schule. Es kam alles recht plötzlich und ein wenig durcheinander. Auf einmal waren die Examen da und dann rum. Korrigieren und austeilen. Das Schuljahr ist rum und wir sind raus unspektatulär und unerwaehnt. Ereignesreich hingegen war die endgültig offizielle Eröffnung der Dinning Hall. Dafür sind die Sponsoren aus Holland angereist und nach vielen offiziellen und inoffiziellen aber in beiden Fällen aufregenden Meetings und Gesprächen gekrönt von der Eröffnungsrede des Schul Management Komitees, spektakulär wieder abgereist.
Die Holländer sind eine sehr große Organisation, sehr Finanzstark und sehr genau. Man kann die ganze Situation eigentlich nicht beschreiben ohne partei mit eine der Seiten zu ergreifen. Jedenfalls sind nun alle Beziehungen gekappt und es wird wohl nicht nur für die Schüler der Schule starke Folgen haben. Ich habe ein Gefühl bekommen, wie schwer es sein kann, bei einer Wechselwirkung zwischen „Hilfsorganisation“ und „Geholfenen“ wirklich gute Resultate raus zu bekommen , vor allem wenn viel Geld im Spiel ist. Zentral ist Gradwanderung zwischen Eigenkontrolle und Investorenbestimmung.
Ich befinde mich gerade im Übergang von der Arbeit in der Schule zur ARYAD. Von den Schülern war es damit kein wirklicher Abschied, was auch irgendwie seltsam ist. Wie das Batik-Projekt weiterlaufen wird, ist momentan durch viele Einflüsse ungewiss geworden. Die Frage ist wo, mit wem und mit welchem Geld? Ich bin nicht mehr in der Schule, weshalb ich es nicht mehr dort machen kann/will. Gestern habe ich das Zimmer in dem Haus von Robert gegenüber vom Schulgelände nun endlich zugesichert bekommen. Damit könnte ich es dort machen aber ob die Schüler dafür Nachmittags die Schule verlassen dürfen ist noch lange nicht klar. Damit ist nicht sicher, ob ich überhaupt Schüler haben werde, die mit mir arbeiten können. Mit welchem Geld? Die Holländer haben mir die Unterstützung zugesagt, mit der ich auf ein anderes Level gehen könnte, nur mit Bedingungen, die ich nicht erfüllen kann. Wie soll ich in Kumasi mit niemandem aber viel Geld arbeiten, wenn ich in Jamasi interessierte 8 Schüler habe aber nur unsere eigenen Einnahmen. Wir werden sehen.
Ansonsten haben wir den Mais vor Haus geerntet und arbeiten konzentriert am Entspannen und mein Bleiben vorbereiten.
Also nicht viel zu erzählen,
Ich denke in einem Monat mehr.
Das Ende des Julis war das Ende des dritten Schulterms und damit meines Dienstes in der Schule. Es kam alles recht plötzlich und ein wenig durcheinander. Auf einmal waren die Examen da und dann rum. Korrigieren und austeilen. Das Schuljahr ist rum und wir sind raus unspektatulär und unerwaehnt. Ereignesreich hingegen war die endgültig offizielle Eröffnung der Dinning Hall. Dafür sind die Sponsoren aus Holland angereist und nach vielen offiziellen und inoffiziellen aber in beiden Fällen aufregenden Meetings und Gesprächen gekrönt von der Eröffnungsrede des Schul Management Komitees, spektakulär wieder abgereist.
Die Holländer sind eine sehr große Organisation, sehr Finanzstark und sehr genau. Man kann die ganze Situation eigentlich nicht beschreiben ohne partei mit eine der Seiten zu ergreifen. Jedenfalls sind nun alle Beziehungen gekappt und es wird wohl nicht nur für die Schüler der Schule starke Folgen haben. Ich habe ein Gefühl bekommen, wie schwer es sein kann, bei einer Wechselwirkung zwischen „Hilfsorganisation“ und „Geholfenen“ wirklich gute Resultate raus zu bekommen , vor allem wenn viel Geld im Spiel ist. Zentral ist Gradwanderung zwischen Eigenkontrolle und Investorenbestimmung.
Ich befinde mich gerade im Übergang von der Arbeit in der Schule zur ARYAD. Von den Schülern war es damit kein wirklicher Abschied, was auch irgendwie seltsam ist. Wie das Batik-Projekt weiterlaufen wird, ist momentan durch viele Einflüsse ungewiss geworden. Die Frage ist wo, mit wem und mit welchem Geld? Ich bin nicht mehr in der Schule, weshalb ich es nicht mehr dort machen kann/will. Gestern habe ich das Zimmer in dem Haus von Robert gegenüber vom Schulgelände nun endlich zugesichert bekommen. Damit könnte ich es dort machen aber ob die Schüler dafür Nachmittags die Schule verlassen dürfen ist noch lange nicht klar. Damit ist nicht sicher, ob ich überhaupt Schüler haben werde, die mit mir arbeiten können. Mit welchem Geld? Die Holländer haben mir die Unterstützung zugesagt, mit der ich auf ein anderes Level gehen könnte, nur mit Bedingungen, die ich nicht erfüllen kann. Wie soll ich in Kumasi mit niemandem aber viel Geld arbeiten, wenn ich in Jamasi interessierte 8 Schüler habe aber nur unsere eigenen Einnahmen. Wir werden sehen.
Ansonsten haben wir den Mais vor Haus geerntet und arbeiten konzentriert am Entspannen und mein Bleiben vorbereiten.
Also nicht viel zu erzählen,
Ich denke in einem Monat mehr.
Freitag, 16. Juli 2010
Monatsbericht Juni - Halb Juli
Ich kriege es einfach nicht hin die Monatsberichte rechtzeitig abzuliefern. Ich hoffe, dass ihr mir das nicht zu uebel nehmt. Aber nu ist er da, hura.
Der Juni war verregnet und angenehm kuehl. Wie ich hoere Kontrastprogramm zu Deutschland derzeit. In diesem Fall aber auch gut so.
Der Term, der im letzten Bericht gerade angefangen hatte, ist nun schon wieder vorbei. Eine Woche nach inoffiziellem und illegalem Midtermbreak ist gerade Sportwettkampf im Dorf und Naechste Woche fangen die Examen an. Daher glaube ich, dass dieser Monat nicht nur schnell rum gegangen ist, da am Ende eh die Zeit fliegt sondern, weil man ihn so gutes ging zusammen gestaucht hat. Die kurze Zeit des Unterrichts war akzeptabel. Meine Schuelerschaft habe ich, beziehungsweise haben sich selbst nur noch auf die Vocational 1 Klasse beschrenkt. Bei denen lief der Unterricht dann schleppend aber gut. In Mathe habe ich mich kuriler Weise erst kurz vor Ende meines Dienstes an der Schule auf die Grundfesten der Mathematikk zurueck gezogen und unterrichte Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division grosser Zahlen. Das jedes hoehere Thema kein Sinn macht, wenn die Grundrechenarten noch Probleme machen haette ich mir mal schon frueher einfallen lassen sollen. Ausserdem habe ich nun am Schluss entschieden: ich unterrichte, wozu ihr lust habt: In Mathe waren es die Schueler, die sich zu diesem Thema entschieden haben und in Englisch Unterrichte ich nun in den letzten Stunden eine art Sozialkunde innerhalb der Gehoerlosen Gesellschaft. Was fuer Ghana wichtige Personen wie Andrew Foster(gehoerloser afroamerikanischer Missionar, der die Alphabetisierung der Gehoerlosen nach Ghana gebracht hat) oder News of the Deaf.
Ein grosser Einfluss auf Schul- und Alltagsleben war natuerlich, wie sollte es anders sein die Fussball-WM. Ab Zwoelf Uhr Mittags lag eigentlich ueberall der Unterricht flach und man konnte Lehrer sowie Schueler eher vor Fernsehern finden. Verstaendlich bei dem Event auf Afrikanischem Boden und der Performance die Ghana abgeliefert hat. Es war eigenltich in jedem Gespraech, was man so beluschern konnte von Fusball die Rede. Mein Top WM-Erlebnis @ ASH-Deaf war nach dem ersten Sieg von Ghana, wo wirklich die ganze Dinninghall voll und aus dem Haeuschen war. Es hat an nichts gefehlt. Fahnen, geschminkte Gesichter, Trommelschlag und sogar Rauchbomben haette man mit dem Puder verwechseln koennen, der die ekstatischen Schueler im Jubel umwirbelt hat.
Nichts desto trotz wurde erfreulicher Weise mein Batik-Workshop taeglich von meiner jetzt recht festen Gruppe besucht. Wir haben die Produktion nun richtig ins Rollen gebracht und schon einige Yards verkaufen kommen. Am tollsten ist aber, dass sowoh ich als auch die Schueler immer mehr lernen und eigenverantwortlich ihre Stuecke drucken koennen. Ich muss niemanden mehr zusammen trommeln, ob wir wenn ich anfangen will, sondern wurde taeglich gefragt ob wir denn heute Batiken. Groesste Freude war, das diese Woche es zum ersten Mal ich war der, der gerufen werden musste, da die ganze Gruppe schon geschlossen auf mich gewartet hatte. Die Position der Schulautoritaet ist unveraendert abweisend aber ebenfalls diese Woche war ich dann doch gut genug, vor weisen Besuchern zu zeigen wie tolle Arbeit die Schule doch leistet. Great Success: 6 Yards fuer umgerechnet ca 11 Euro verkauft. Damit 2 Euro ueber Normalpreis.
Was mich aber eigentlich fuer die letzten eineinhalb Monate beschaeftigt hat war die Zusammenarbeit mit der Deaf Association. Von Spenden der Blankeneser und Suelldorfer Kirchengemeinde haben wir 3 Kuehe gekauft. Klingt komisch ist aber so. Eine bleibene Erinnerung mit Ibraham den Markt auszuchecken und Kuhhandel zu betreiben. Die Kuehe sind der Start in grosse Plaene, die wir fuer die Association haben und man kann es die ghanaische Variante einer Geldanlage nennen. Der Plan ist die ausgewachsenen aber duerren Kuehe fuer 3 Monate zu fuettern um sie dann gewinnbringend am Ramadanfest auf dem Muslimischen Markt zu verschaerbeln. Mit dem Gewinn wird dann Land gekauft um eine Farm mit unterschiedlichen Nutzpflanzen zu starten. Der Gewinn, der da dann wiederum rausspringen soll, wird in ein Office gesteckt, der unwahrscheinlich viele Zwecke erfuellen kann, die Ihr euch bestimmt schon denken koennt, uber die ich aber zu einer anderen Zeit berichten werde.
Das wir das Geld allerdings nicht komplett rausgehauen haben, hat uns nun dabei geholfen letzte Materialen zur Vervollstaendigung des Batikworkshops zu kaufen. Doch viel wichtiger als Kuehe, Anlagen oder Batiktoepfe, wir konnten mit nur wenig Geld viel Spass haben. Alle zusammen, haben wir einen AssociationDay @ ASH-Deaf organisiert und durchgefuehrt. Grob 15 Leute kamen mit coolen Association-Shirts und haben zunaechst ein wenig Batik geschnuppert, dann Dame und Menschaergere dich nicht Turniere veranstaltet, zusammen aus eigener Kueche gegessen und am Nachmittag Voleyball und Fussballspiele gestartet. Es war ein schoener Tag wo von Gehoerlosen fuer Gehoerlose mal einiges passiert ist und gros und klein zusammen viel Spass hatten.
Langsam komme ich damit zu dem Punkt, der mich wirklich beschaeftigt hat in der letzten Zeit. Ich will laenger in Ghana bleiben. Und zwar nicht in der Schule, sondern in Zusammenarbeit mit der Association. Ich habe einige Dinge angefangen, wie das Batiken, die Kuehe, was vor allem mit der Association zu tun hatte und generell haben wir viele Traueme und Plaene, von den ich gerne noch helfen moechte einige in die Tat um zu setzen. Auserdem habe ich das Gefuehl, dass ich die Leute erst jetzt richtig kennenlerne und noch einiges nicht verstehe oder weis. Genauso anders herum, merke ich in vielen Situationen, dass auch die Leute mich noch nicht wirklich kennen. Ob ein weiteres halbes Jahr das in egal welche Richtung aendern wird, kann man natuerlich bezweifeln aber ein Versuch ist es sicherlich wehrt.
Es gibt wie immer ein lachendes und ein weinendes Auge und das weinende Auge zusammen mit meinem Bauch vermisst euch und zuhause, Gespraeche, Musik und Umarmungen aber es ist ja auch nicht fuer immer sondern nur ein halbes Jahr, kann ich mir und euch dann nur sagen.
Wer also wie ich das weinende Auge zudrueckt und mir bei Mission HennInGhana 2.0 unter die Arme greifen kann, wuerde mein lachendes Auge noch weiter aufreisen. Bloed, aber Geld spielt halt doch immer eine Rolle. Die Abmachungen waren fuer ein Jahr und ich kann jeden verstehen, der nun sagt, mehr geht nicht. Ihr koennt mir glauben, dass mir jeder bezahlte Euro, der mir zu dem beholfen hat, was ich hier machen und erleben darf, etwas bedeutet. Es waere super, wenn die, die mich weiter unterstuetzen koennen, mir eine Mail schreiben, damit ich weis wie ich noch wo versuchen muss Spenden zu bekommen. Auch ueber eine Mail von jedem anderen, der Lust hat mir zu schreiben, freue ich mich natuerlich. Meine Berichte werde ich weiter schreiben, es sei denn Ihr schreibt mir eine Mail, dass ihr sie nicht mehr bekommen wollt.
An dieser Stelle moechte ich euch fuer die Moeglichkeit danken, die sich mir aus diesen Monatsberichten ergibt. Es ist ein gutes Gefuehl nicht alles fuer sich behalten zu muessen sondern es mitteilen und verarbeiten zu koennen. Zu hoeren und zu wissen, dass sich jemand dafuer interressiert, was ich hier mache, gibt Kraft und Selbstvertrauen, um weiter zu machen. Danke
Euer Henning
Der Juni war verregnet und angenehm kuehl. Wie ich hoere Kontrastprogramm zu Deutschland derzeit. In diesem Fall aber auch gut so.
Der Term, der im letzten Bericht gerade angefangen hatte, ist nun schon wieder vorbei. Eine Woche nach inoffiziellem und illegalem Midtermbreak ist gerade Sportwettkampf im Dorf und Naechste Woche fangen die Examen an. Daher glaube ich, dass dieser Monat nicht nur schnell rum gegangen ist, da am Ende eh die Zeit fliegt sondern, weil man ihn so gutes ging zusammen gestaucht hat. Die kurze Zeit des Unterrichts war akzeptabel. Meine Schuelerschaft habe ich, beziehungsweise haben sich selbst nur noch auf die Vocational 1 Klasse beschrenkt. Bei denen lief der Unterricht dann schleppend aber gut. In Mathe habe ich mich kuriler Weise erst kurz vor Ende meines Dienstes an der Schule auf die Grundfesten der Mathematikk zurueck gezogen und unterrichte Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division grosser Zahlen. Das jedes hoehere Thema kein Sinn macht, wenn die Grundrechenarten noch Probleme machen haette ich mir mal schon frueher einfallen lassen sollen. Ausserdem habe ich nun am Schluss entschieden: ich unterrichte, wozu ihr lust habt: In Mathe waren es die Schueler, die sich zu diesem Thema entschieden haben und in Englisch Unterrichte ich nun in den letzten Stunden eine art Sozialkunde innerhalb der Gehoerlosen Gesellschaft. Was fuer Ghana wichtige Personen wie Andrew Foster(gehoerloser afroamerikanischer Missionar, der die Alphabetisierung der Gehoerlosen nach Ghana gebracht hat) oder News of the Deaf.
Ein grosser Einfluss auf Schul- und Alltagsleben war natuerlich, wie sollte es anders sein die Fussball-WM. Ab Zwoelf Uhr Mittags lag eigentlich ueberall der Unterricht flach und man konnte Lehrer sowie Schueler eher vor Fernsehern finden. Verstaendlich bei dem Event auf Afrikanischem Boden und der Performance die Ghana abgeliefert hat. Es war eigenltich in jedem Gespraech, was man so beluschern konnte von Fusball die Rede. Mein Top WM-Erlebnis @ ASH-Deaf war nach dem ersten Sieg von Ghana, wo wirklich die ganze Dinninghall voll und aus dem Haeuschen war. Es hat an nichts gefehlt. Fahnen, geschminkte Gesichter, Trommelschlag und sogar Rauchbomben haette man mit dem Puder verwechseln koennen, der die ekstatischen Schueler im Jubel umwirbelt hat.
Nichts desto trotz wurde erfreulicher Weise mein Batik-Workshop taeglich von meiner jetzt recht festen Gruppe besucht. Wir haben die Produktion nun richtig ins Rollen gebracht und schon einige Yards verkaufen kommen. Am tollsten ist aber, dass sowoh ich als auch die Schueler immer mehr lernen und eigenverantwortlich ihre Stuecke drucken koennen. Ich muss niemanden mehr zusammen trommeln, ob wir wenn ich anfangen will, sondern wurde taeglich gefragt ob wir denn heute Batiken. Groesste Freude war, das diese Woche es zum ersten Mal ich war der, der gerufen werden musste, da die ganze Gruppe schon geschlossen auf mich gewartet hatte. Die Position der Schulautoritaet ist unveraendert abweisend aber ebenfalls diese Woche war ich dann doch gut genug, vor weisen Besuchern zu zeigen wie tolle Arbeit die Schule doch leistet. Great Success: 6 Yards fuer umgerechnet ca 11 Euro verkauft. Damit 2 Euro ueber Normalpreis.
Was mich aber eigentlich fuer die letzten eineinhalb Monate beschaeftigt hat war die Zusammenarbeit mit der Deaf Association. Von Spenden der Blankeneser und Suelldorfer Kirchengemeinde haben wir 3 Kuehe gekauft. Klingt komisch ist aber so. Eine bleibene Erinnerung mit Ibraham den Markt auszuchecken und Kuhhandel zu betreiben. Die Kuehe sind der Start in grosse Plaene, die wir fuer die Association haben und man kann es die ghanaische Variante einer Geldanlage nennen. Der Plan ist die ausgewachsenen aber duerren Kuehe fuer 3 Monate zu fuettern um sie dann gewinnbringend am Ramadanfest auf dem Muslimischen Markt zu verschaerbeln. Mit dem Gewinn wird dann Land gekauft um eine Farm mit unterschiedlichen Nutzpflanzen zu starten. Der Gewinn, der da dann wiederum rausspringen soll, wird in ein Office gesteckt, der unwahrscheinlich viele Zwecke erfuellen kann, die Ihr euch bestimmt schon denken koennt, uber die ich aber zu einer anderen Zeit berichten werde.
Das wir das Geld allerdings nicht komplett rausgehauen haben, hat uns nun dabei geholfen letzte Materialen zur Vervollstaendigung des Batikworkshops zu kaufen. Doch viel wichtiger als Kuehe, Anlagen oder Batiktoepfe, wir konnten mit nur wenig Geld viel Spass haben. Alle zusammen, haben wir einen AssociationDay @ ASH-Deaf organisiert und durchgefuehrt. Grob 15 Leute kamen mit coolen Association-Shirts und haben zunaechst ein wenig Batik geschnuppert, dann Dame und Menschaergere dich nicht Turniere veranstaltet, zusammen aus eigener Kueche gegessen und am Nachmittag Voleyball und Fussballspiele gestartet. Es war ein schoener Tag wo von Gehoerlosen fuer Gehoerlose mal einiges passiert ist und gros und klein zusammen viel Spass hatten.
Langsam komme ich damit zu dem Punkt, der mich wirklich beschaeftigt hat in der letzten Zeit. Ich will laenger in Ghana bleiben. Und zwar nicht in der Schule, sondern in Zusammenarbeit mit der Association. Ich habe einige Dinge angefangen, wie das Batiken, die Kuehe, was vor allem mit der Association zu tun hatte und generell haben wir viele Traueme und Plaene, von den ich gerne noch helfen moechte einige in die Tat um zu setzen. Auserdem habe ich das Gefuehl, dass ich die Leute erst jetzt richtig kennenlerne und noch einiges nicht verstehe oder weis. Genauso anders herum, merke ich in vielen Situationen, dass auch die Leute mich noch nicht wirklich kennen. Ob ein weiteres halbes Jahr das in egal welche Richtung aendern wird, kann man natuerlich bezweifeln aber ein Versuch ist es sicherlich wehrt.
Es gibt wie immer ein lachendes und ein weinendes Auge und das weinende Auge zusammen mit meinem Bauch vermisst euch und zuhause, Gespraeche, Musik und Umarmungen aber es ist ja auch nicht fuer immer sondern nur ein halbes Jahr, kann ich mir und euch dann nur sagen.
Wer also wie ich das weinende Auge zudrueckt und mir bei Mission HennInGhana 2.0 unter die Arme greifen kann, wuerde mein lachendes Auge noch weiter aufreisen. Bloed, aber Geld spielt halt doch immer eine Rolle. Die Abmachungen waren fuer ein Jahr und ich kann jeden verstehen, der nun sagt, mehr geht nicht. Ihr koennt mir glauben, dass mir jeder bezahlte Euro, der mir zu dem beholfen hat, was ich hier machen und erleben darf, etwas bedeutet. Es waere super, wenn die, die mich weiter unterstuetzen koennen, mir eine Mail schreiben, damit ich weis wie ich noch wo versuchen muss Spenden zu bekommen. Auch ueber eine Mail von jedem anderen, der Lust hat mir zu schreiben, freue ich mich natuerlich. Meine Berichte werde ich weiter schreiben, es sei denn Ihr schreibt mir eine Mail, dass ihr sie nicht mehr bekommen wollt.
An dieser Stelle moechte ich euch fuer die Moeglichkeit danken, die sich mir aus diesen Monatsberichten ergibt. Es ist ein gutes Gefuehl nicht alles fuer sich behalten zu muessen sondern es mitteilen und verarbeiten zu koennen. Zu hoeren und zu wissen, dass sich jemand dafuer interressiert, was ich hier mache, gibt Kraft und Selbstvertrauen, um weiter zu machen. Danke
Euer Henning
Montag, 28. Juni 2010
Batik? Laeuft!
Der erste Durchlauf ist geschafft und wir konnten sogar von den ersten Stoffen schon drei verkaufen.

Wachs wird auf Stoff gestempelt
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Der Stoff dann gefaerbt


Und am Ende das Wachs ausgekocht und gewaschen.

Wachs wird auf Stoff gestempelt
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Der Stoff dann gefaerbt


Und am Ende das Wachs ausgekocht und gewaschen.
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