Monatsbericht Januar,
Was den Dezember mit Stress sehr anstrengend zuende gehen lies, hat den Januar hervorragend begonnen. Die Neujahrsparty war ein voller Erfolg und hat tatsaechlich entgegen meiner Erwartungen recht gut geklappt und alle gluecklich nachhause gehen lassen. Die Party war ein Wochenende mit zwei grossen Aktionen. Am Samstg den 1. Januar gab es ein Fussballturnier bei dem die Fanblocks Manchester United, Chelsea, Arsenal und Barcelona gegeneinander angetreten sind und sich harte Matche geliefert haben. Fuer mich war der Samstag noch mit sehr viel Stress und damit schlachter Laune verbunden, weil wir mal wieder in letzter Minute versucht haben ein Maedchenangebot an zu bieten, was am Ende allerdings scheitern musste. Trotzdem wirkten auch die Maedchen nicht zu enttaeuscht und konnten mit Fotosessions besaenftigt werden.
Am darauf folgenden Sonntag war dann die grosse Party. Die Zeit von 2 bis 5 Uhr Nachmittags verging wie im Flug und alle haben super mit angepackt. Fuer ein unglaublich aufgetakeltes Publikum gab es Ehrengaeste mit Reden, erstklassiges Essen, Infostaende und Musik. Wieder einmal war ich nur einer von zwei Hoerenden und dem entsprechend fuer den anderen konstant mit Uebersetzen beschaeftigt. Trotzdem konnte auch ich es geniessen und den Stress von den Vortagen zusammen mit Friedrice aus einem Super Restaurants langsam verdauen.
Nach einer kleinen Pause habe ich mich dann wieder an die Arbeit gemacht und mich vor allem auf die unser Streetdeaf Programm konzentriert. Ich war in Offinso und habe zusammen mit Harrison, einem Pastor und Executivmember aus dem Verein 5 Familien besucht. Es waren beruehrende Geschichten dabei. Wie die eines Jungen, dessen Vater schon lange gestorben war und seine Mutter einen Autounfall hatte, der sie zum Krueppel gemacht hat. Als wir zu der Familie kamen, war die Mutter noch im Krankenhaus und einer der drei Brueder musste fuer mich fuer die Grosmutter uebersetzen, warum wir da waren. Von den Drei Familien sind jetzt drei in unser Programm aufgenommen. Sie haben den ersten Test bestanden und mit einem simplen Anruf bei mir das noetige Eigeninteresse gezeigt, um fuer die naechsten Schritte zu qualifizieren. Morgen hole ich sie mit je einem Elternteil in Offinso ab und bringe sie in die Schule zu den ersten Formalen Schritten und dem Start vom Pre-School Program. Eine Familie aus einem anderen Dorf war leider nicht so ernsthaft und hat mich zum zweiten Mal in Kumasi sitzen gelassen. Es ist schwirig zu lernen, wie man vorgehen soll wenn wir einen kleinen Jungen in die Schule bringen wollen, dessen Familie in einem recht kleinen Dorf, in wirklich nicht guten Verhaeltnissen lebt, der Vater tot ist und der Hauptverdienst der Familie aus dem Verkauf von Schnapps besteht, was dazu fuehrt das sie selbst ihre besten Kunden sind.
Helena, das erste Maedchen was wir schon in der Schule haben, hat jetzt die erste Unterstuetzung vom Verein bekommen und ist jetzt im Besitz von einem 1a Metalleimer. Der Besuch bei Ihr war toll. Sie selbst, die mich an die Hand nimmt, wenn wir durchs Dorf gehen, Ihre Mutter, die mir das Dorf mit all seinen grossen und kleinen Atraktionen zeigt und generell die beiden zusammen. Helena kann sich denke ich gluecklich schaetzen so eine tolle Mutter zu haben, die fuer sie und ihre ganze Familie so sehr kaempft und mit Helena so viel mit ihren eigenen Signs redet. Ich hoffe, dass Helena das spaeter selbst sehen wird und irgendwann etwas zurueckgeben kann und ihren Teil des Generationsvertrages erfuellen.
Auch sonst war ich im Januar viel unterwegs. Mein „Boss“, Nora vom SFD kam nach Ghana und ich war Ihr Tourguide fuer die meiste Zeit ihres Aufenthalts. Dafuer ging es nach Accra, Kumasi und Wa aber erfreulicher weise kam auch ich in die Genuesse einer Dienstreise und konnte damit meine Reisekosten auf ein Minimum reduzieren. In Accra und Wa waren wir jeweils auch in den Gehoerlosen schulen und ich konnte vor allem in Wa nicht nur einen Punkt auf meiner Liste abhaken sondern auch viele Freunde vom Workshop im Novembeer wiedertreffen. Sei meine Arbeit hier in Kumasi auch noch so schoen und befriedigend, ist die doch recht kleine Community hier manchmal etwas erdrueckend und so konnte ich es sehr geniessen ein wenig Zeit mit anderen Leuten zu verbringen. Die Reisen mit Nora waren zwar anstrengend aber auch schoen und die Reflektionsebene, vor der ich erst so Angst hatte, waerend ich noch in Ghana bin, hat sich als doch eher gut tuend erwiesen.
Jetzt bin ich nur noch einen Monat hier und ich habe das Gefuehl, dass ich vielleicht noch mal ein Halbes Jahr benoetigen wuerde um all das zu erledigen, was noch auf meiner Liste steht. Kopf un Bauch machen auf jeden Fall gerade einiges durch und deshalb werde ich erst wieder schreiben, wenn ich in Deutschland bin.
Drei Fast Facts zum Januar,
1. Der Harmatan ist vorbei
2. Wasser aufnahme und abgabe hat sich in Kumasi prreislich verdoppelt und liegt jetzt bei umgerechnet vielleicht 5 Cent.
3. Auf langen autofahrten sind die teuren Busse ihren Preis nicht wert.
Mehr zum Schluss
Henning
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