ASHANTI REG. YOUTH ASSOCIATION OF THE DEAF
BOX 12128 KUMASI-ADUM, KUMASI
Die Ashanti Regional Youth Association of the Deaf wurde im Jahre 2005 von 5 Jugendlichen als Zweig der Regionalen Sektion der nationalen Deaf Association (GNAD Region Ashanti) gegründet. Das Motiv der Neugründung eines Jugendflügels in der Nationalen Gesellschaft war damals und ist immernoch das Verbessern der sozialen und praktischen Lebenssituation der Gehörlosen Jugendlichen und jungen Erwachsen in der Ashanti Region. Der Ashanti Deaf Youth Wing (ash, Gehoerlosen Jugendfluegel) ist aus Eigeninitiative entstanden, von jungen Gehörlosen in dieser Region die unzufrieden mit dem aktuellen Zustand gemeinsam für sich und andere etwas ändern wollten und wollen.
Aus dem regionalem Jugendzweig der nationalen Gehölosen Vereinigung ist nun die eigenständige Ashanti Regional Youth Association of the Deaf (ARYAD) geworden.
Soziale Situation der gehörlosen jungen Menschen in Ashanti, Ghana
Die Ashanti Region hat mit der Ashanti School for the Deaf eine Lehrinstitution für Gehörlose. Trotz unzureichenden Bedingungen und einem eventuell weniger aussagekräftigem Abschluss erlernen die Schüler an der Ashanti School for the Deaf etwas elemantar wichtiges, die Gebärdensprache. Die Ghanaische Gebärdensprache, welche sich aus der Amerikanischen Gebärdensprache entwickelt hat und dieser noch sehr nahe ist, gibt den Kindern ein Kommunikationsmedium.
Erst durch Kommunikation kann auch richtige Sozialisierung beginnen, weshalb die Sozialisierung und Karakterbildung der meisten Kinder erst in der Schule beginnt. Da jene Sozialisierung in erster Linie dort statt findet ist sie damit vor allem eine Sozialisierung in die Gehörlosengemeinschaft. Der Bruch, der bei den meisten Jugendlichen mit dem Schulabschluss und damit der Abnabelung der zentralen kulturellen und sozialen Institution stattfindet, ist sehr stark. Es gab und gibt kaum soziale Netzwerke und Institutionen, die die soziale Entwicklung der Jugendlichen auffangen und weiterfuehren. Die Sozialen Strukturen beschrenken sich auf private Beziehungen, weiterhin auf die Schule als gelegentlicher Wiedersehensort, einige Kirchen und einen im zentralen Kumasi gelegenen Glassschneider als allgemeinen Treffpunkt. Aktives kulturelles Zusammenleben ist jedoch sehr erschwert und in vielen Fällen enden die gehörlosen Jugendlichen schon nach der Schule in, durch Sprachbarrieren bedingte, Einsamkeit.
Akademische Situation der gehörlosen Jugendlichen in Ashanti, Ghana
In der Ashanti Region Ghanas gibt es eine Gehörlosenschule mit etwa 450 Schülern und Schülerinnen. An der Schule hat die Mehrheit der Lehrer keine bis geringe Spezialqualifikation für das Unterrichten gehörloser Kinder und lernt von der Regierung stationiert erst an der Schule die Ghanaische Gebärdensprache. Aus dieser Situation allein schon erschließen sich Vorraussetzungen die in Ghana schlussendlich Gehörlosigkeit zu einer stärkeren Behinderung machen, als sie in den meisten entwickelten Ländern ist.
In der Schule erhalten die Schüler dennoch eine Schulausbildung die zum gleichen Junior-High-School-Abschluss führt wie jene für hörende Kinder.
Nach diesem Schulabschluss können die Schüler optionell eine berufsspezifische Weiterbildung anhängen. Der Vocational-(Berufsschul-)Zweig der Ashanti School for the Deaf bietet die Handwerke: Textilien(traditionelles Kente-Weben und Batik Tye and Dye), Tischlern, Kochen und Schneidern an. Jedoch ergibt sich aus den Lücken in der vorhergangenen Schulbildung, begrenztem Buget, vermehrt unterschätzendem Bild der Schüler und der Wahl der Handwerke eine kaum zielgerrichtete Weiterbildung. In der Regel ermöglicht sie den Schülern nach drei Jahren nicht, mit dem Erlernten das eigene täglich Brot verdienen zu können.
Eine akademische Weiterbildung ist an der einzigen Senior-High-School for the Deaf in Mampong (Eastern Region) moeglich. Jedoch ist sie kostenpflichtig und damit für viele potenziell geeignete Kandidaten unerreichbar.
Der erfolgreiche Abschluss einer Senior-High-School qualifiziert in Ghana für das Studieren an einer Universität. Praktisch ist es für gehörlose junge Menschen sehr schwer. Da neben dem enormen finanziellen Aufwand es kaum oder nur teure Dolmetscher gibt und vom Staat keine Unterstützung gewährleistet wird.
Aus diesen schlechten Bedingung resultiert neben einem sozialen Bruch mit Beendigung der Schullaufbahn auch berufliche Perspektivlosigkeit und damit oft langanhaltene Abhängigkeit von den Eltern, Armut und im schlimmsten Falle Kriminalität.
Aktivitäten der ARYAD
Seit ihrer Gründung wuchs die ARYAD von 5 auf mehr als 120 Mitglieder beider Geschlechter im Alter von 10 bis 35 Jahren. Durch Eigeniniziative und in kompletter Eigenregie hat sich eine Vereinsstruktur entwickelt mit gewähltem Presidenten, Executive und Fussballmanschaft. Es gibt einen monatlichen Vereinsbeitrag, der gemeinschaftliche Aktivitäten finanziert und monatlich abgehaltene Versammlungen. Eigenständig werden Beschlüsse über politische, kulturelle und soziale Aktivitäten getroffen.
Trotz des schon vier jährigen Bestehens, konnten bisherige Pläne der ARYAD vor allem aus finanziellen Gründen nicht in die Tat ungesetzt werden.
Es gab einen groß angelegten Versuch eine Berufsschule mit den Fächern Batik, Tischlern, Schneidern, ICT, Weben und Landwirtschaft einzurichten, was allerdings schon im Vorfelde am administrativen und finanziellen Aufwand scheitern musste.
Es gab gemeinschaftliche Aktivitäten, wie einen gemeinsamen Ausflug zu Ostern. Doch weitere Pläne für ein gemeinsames Silvester mussten abermals an den Finanzen scheitern.
Aktuelle Aktivitäten
Politik
Innerhalb des letzten halben Jahrs hat die ARYAD verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Es gab den Versuch sich formell und offiziell von der Mutter-Vereinigung abzuspalten und in der Regional Register einen eigenen Namen zu etablieren und damit komplette Unabhängigkeit zu besiegeln. Der Antrag wurde von Seiten der Social Welfare abgelehnt. Die politische Position der ARYAD hat sich damit allerdings trotzdem geändert, da von der Social Welfare amtliche Unterstützung bei jeder Aktivität zuversichert wurde.
Konkret damit verbunden ist momentan die Suche nach einem Konto auf einer geeigneten Bank für bessere und sicherere Geldflüsse innerhalb der Association und von außen und der geplante Beitritt einer Partei für wenigstens potenzielle Lobbyarbeit.
Farm
Mit der Unterstützung zweier Kirchengemeinden in Deutschland (Kirchengemeinde Blankenese, Kirchengemeinde Sülldorf – Iserbrook) konnte die ARYAD einige ihrer vielen Ideen kürzlich in die Tat umsetzen.
Gemeinschaftlich hat sich die ARYAD im Februar drei Kühe gekauft. Schon längere gab es die Überlegung eine gemeinschaftliche Farm zu beginnen um einerseits Gemeinschaftskapital zu erhalten allerdings ebensowichtig eine neue Ausbildungsmöglichkeit zu gründen. Die Farm war geplant sowohl Lebensmittelanbau als auch Tierhaltung zu enthalten. Bedingt durch den Zeitpunkt zu dem sich die finanzielle Möglichkeit ergab wurde bis jetzt nur die Tierhaltung in die Tat umgesetzt. Die drei Kühe werden auf öffentlichem Grund mit einer großen Herde gehalten und Es gibt eine Arbeitsgruppe unter der Aufsicht eines gehörlosen Fachmanns, die die Kühe mit Wasser, Futter und Medikamenten versorgt.
Fußballmanschaft
Die Deaf Youth Glitter Stars ist die Gehörlosen Fusballmanschaft in Kumasi. Unter Eigenregie finden wöchentliches Training und Freundschaftsspiele statt. Da es keine Liga oder ähnliche Strukturen gibt, in denen die Manschaft eingegliedert ist, bestehen die Wettkampfaktivitäten der Manschaft in erster Linie aus Spielen gegen hörende Amateur Teams, die ASH-Deaf Schulmanschaft oder andere Gehörlose Regionalmanschaften.
Es gab ein Neujahrstrainingslager und Auswertsspiele in Biniani, Bechem oder Koforidua sowie Heimspiele in Kumasi und Jamasi.
ARYAD at ASH-DEAF
Am 10. Juli 2010 veranstaltete die ARYAD einen Tag voller gemeinschaftlicher Aktivitäten an der Ashant School for the Deaf. 20 Mitglieder organisierten einen Batik Workshop, Dame- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turniere und Fußball sowie Volleyballwettkämpfe mit abschliesender Preisverleihung. Es war ein schöner Tag des Zusammenseins und eine willkommende Abwechslung zum normalen Schulalltag der Schüler.
Batik Workshop
Unter der Aufsicht eines deutschen Freiwilligen findet an der Ashanti School for the Deaf ein Batik-Workshop statt, der von der ARYAD unterstützt wird. Nachmittags unterrichten sich in erster Linie Schülerinnen gegenseitig das Waxdrucken und Färben von Stoffen. Die Produkte werden verkauft und der Gewinn reinvestiert.
Pläne
Farm -Mitte September am Ende der muslimischen Fastenzeit Ramadan, sollen die bis dahin angefütterten Kühe verkauft werden. Mit dem Gewinn wird dann die Idee der Farm weiter in die Tat umgesetzt. Um die Nutzpflanzen anbauen zu können, muss Land gekauft und bestellt, ebenso wie Geräte und Saatgut beschafft werden. Zunächst wird mit dem Anbau von Bohnen und Ingwer begonnen um dann im Mai zur richtigen Zeit Mais im großen Stil anzubauen.
Office -Es besteht der Wunsch eine gemeinsame Geschäftsstelle zu gründen. Mit den Einnahmen aus Landwirtschaft und Tierhaltung sollen Räume möglichst zentral in Kumasi gemietet werden. Die Geschäftstelle wird viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Zum einen als Anlaufstelle für interne und externe, damit Koordinationspunkt für eigene Aktivitäten Kontakt- und Informationsstelle für Interessierte. Eine Wichtigkeit eines solchen Ortes ist die Representation nach außen. Es können verschiedene Produkte Made by the Deaf verkauft werden, Aufklärung über Gehörlosigkeit betrieben werden und Kontakte geknüpft.
Kontakt
Robert K. Acheampong (Chairman)
P.O.Box 39,
Jamasi-Ashanti
E-Mail: robertdeaf23@yahoo.ca
Mobile SMS: +233279370493
Henning Lemcke (Coordinator)
E-Mail: henninglemcke@web.de
Mobile: +233540560181
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