Dienstag, 2. November 2010

Das dazu gehoerige Fabirc

Ein Stempel

Monatsbericht Oktober

In diesem Monat hat die Schule wieder angefangen und ich bin endgueltig nur noch in der beobachtenden Position. Von allen Seiten wird man gefragt: Du bist nicht mehr in der Schule aber wo denn dann? Es fuehlt sich schon komisch an nichts mehrwirklich machen zu koennen allerdings deuten sich langsam Mittel und Wege an, zu mindest teilweise mitgestalten zu koennen.
Der Schulbeginn hat in vielerlei Hinsicht meinen Alltag beeinflusst. Auch wenn ich nicht mehr selbst Teil vom ganzen bin, ist es doch immernoch maine ganze Familie. Mein Vaterund Boss Robert muss wieder unterrichten, meine Mutter Akua baeckt wieder und ist dehalb kronisch muede und kraenklich und meine Schwester und ehemalige Schuelerin Adwoa muss auch wieder zum Unterricht, nur dass ich sie nicht mehr unterrichte. Ich habe jetzt versucht damit anzufangen, die Zeit in der mein Boss arbeitet auch immer am Schreibtisch oder der Werkbank zu sitzen um etwas zu schaffen und es klappt ganz gut. Das Resultat waren schon einige Briefe, und 21 Stempel, die uns im Verkauf insgesamt 50 Ghanacedis (25Euro) eingebracht haben.
In Sachen NGO-Eintragung gab es im Oktober einiges zu tun. Wir hatten ein Executive Meeting und mit anschliesender Vollversammlung, in der ueber die Vereinssatzung, Namen und Finanzierung beraten und abgestimmt wurde. Da danach aber noch Zweifel und Enderungen aufkamen, haben wir einen gehoerlosen Elder zu Rate gezogen, der schon in einigen Gremien in der Ghanaischen Gehoerlosen Community sass und gut Bescheid weis und neben bei noch nett und interessiert an unseren Aktivitaeten ist. Nach zwei Trefen mit ihm gab es noch ein sehr konstruktives Executive Meeting allerdings haben wir immer noch nicht eine abschliesende Entscheidung Gefasst und die Eintragung wird sich wohl noch bis in den November hinziehen. Mein Ziel ist es nur Bankkonto und Eintragung vor Abflug geschafft zu haben um damit den Grundstein fuer effektive Arbeit zu legen, die auch offiziell anerkannt ist und damit hoffentlich deutlich erleichtert wird.
Das Batik Projekt scheint langsam wieder zum Leben zu erwachen. Wir haben jetzt doch wieder Aussicht auf baldigen Arbeitsbeginn mit der alten Gruppe. Ich habe einigen Leuten auf die Fuese getreten und nun waren Robert und Der Elder Paul beim Schulleiter der Ashanti School for the Deaf um ihn um Erlaubnis zu bitten, den Workshop ausserhalb der Schule mit Schulern weiter fuehren zu duerfen. Nach allem, was bissher mit dem neuen Schulleiter schon so passiert ist, war nicht zu erwarten, dass er aus dem Stehgreif ja sagen wuerde. Ich habe einen Entschuldigungsbrief fuer mein respektloses Benehmen geschrieben, was mir von Paul geraten wurde, um den Schulleiter zu besaenftigen. Ausserdem haben wir ein offizielles Proposal geschrieben und es sieht so aus, als ob wir damit die Schueler wohl zurueck bekommen koennen.
Ausserdem sind wir im Kontakt mit einem Gehoerlosen Batik-Kuenstler aus Cape Coast, der bei Arbeitsaufnahme zu uns kommen wird um mit uns zu arbeiten und mein Freund , der Schnitzer aus Jamasi hat mich mit zwei Batik Kuenstlerinnen bekannt gemacht, mit denen langsam wohl auch eine hoffentlich fruchtbare Wechselwirkung aufbauen kann. Mein Mentor, ein Lehrer aus dem naechsten Ort, hilft mir eine Grosbestellung an Materialien zu machen und damit sind jetzt eigentlich alle Weichen fuer die Grosproduktion gelegt. Bleibt nur zu hoffen, dass Permission granted wird.
Die wohl groeste Neuerung im Oktober ist mein neuer Laptop auf dem ich gerade schreibe. Da ich meine Zeit am Schreibtisch auch in Zukunft sinnvoll nutzen will, moechte ich anfangen an einer Website fuer die Association zu arbeiten und der mitlerweile vielleicht acht jahrige Medion mit 18GB Speicher ist fuer die entsprechenden Programme einfach zu langsam. Bei gutem Wechselkurs und nach ausgibiger Recherche habe ich mir dann jetzt in Kumasi ein schwarzes Dell Geschoss zu gelegt. Es war schon komisch in das klimatisierte Geschaeft mit einem Bazzen Scheine zu laufen und mit einem Laptop im Rucksack wieder raus und dann auf dem Motorroller davon. Aber nicht nur diese Erfahrung sondern auch der neue PC sind denke ich auf jeden Fall eine Breicherung und gute Anlage. Einziger Haken ist die englische Tastertur, die mich alle Umlaute ausschreiben laesst. Muss man halt mit leben.
Das gehoerlose Maedchen, von dem ich im Septemberbericht geschrieben habe, hat jetzt schoon die ersten Unterrichtsstunden ihres Lebens hinter sich gebracht und kann schon bis zehn zaehlen und schreiben. Es ergeben sich lustige Situationen, wenn ich mich mit der Mutter, die selbst nie zur Schule ging, in meinem sehr gerbochenen Twi unterhalte und dann, wo ich an meine Grenzen stosse Robert dazu hole, ihm auf Gebaerdensprache sage, was ich meine und er es dann in Twi fuer die Mutter uebersetzt. Gestern, bei einem Besuch im Dorf musste ich bis zum Abend warten, weil Mutter und Kind zur farm gegangen waren. Es ist irre zu sehen, wie die Mutter mit fuenf Kindern und ohne Mann, die von der Hand in den Mund lebt fuer ihre Tochter sorgt. Bei anderen Familien, die wir mitlerweile besucht haben, hiess es bei dem gehoerlosen Kind sofort, wir haben kein Geld. Helenas Mutter hat auch kein Geld aber sie versucht es. Wenn wir alle Unterstuetzungen von District Assembly und der Ssociation zusammen haebn hoffe ich, dass Helena eine gute Schuelerin wird und irgenwann, spaeter der Mutter unter die Arme greifen kann und damit allen zeigen, was gehoerlose alles koennen und warum gerade sie in die Schule muessen.
Heute bin ich noch in einem anderen Dorf um zwei Familien zu treffen. Ich hoffe, dass bei denen die selbe Iniziative entsteht und die Kinder in die Schule kommen.
Drei Fast Facts zum Oktober:
1. Wer nicht handelt ist selbst schuld, sogar bei Computern im Fachgeschaeft.
2. Casavawurzelsaft(ein Bestandteil des Sagen umwogenen Fufus) auf Schnittwunden gepresst stop die Blutung und wirkt antiseptisch.
3. Frauen, die schon Kinder geboren haben, haben immer ein Tuch um die Huefte als Teil der traditionellen Art sich zu kleiden.
Mehr zum Advent,
Henning

Sonntag, 3. Oktober 2010

Monatsbericht September

Im September war zum Glück wieder ein wenig mehr los für mich und für die ARYAD. Es fing mit unserer monatlichen Gesamtversammlung am 12. an. Meine erste Versammlung bei der ich offiziell als Koordinator gearbeitet habe. Generell ist Aufbruchsstimmung. Ich habe den ersten Stritt in Richtung bessere Koordination umgesetzt. Wir haben eine Telefonliste, mit der wir hoffentlich Vereinbarungen und Termine besser verbreiten können, sodass Leute nicht mehr sagen köönnen, dass sie nichts von einem Treffen wussten.
Die großen Pläne von Farm und Office sind momentan relativ in den Hintergrund geraten. In erster Linie wohl, weil erste einige andere Dinge erledigt werden müssen.
Unsere wichtigstes Projekt momentan ist die Einrichtung eines Bankkontos, was unsere Geldflüsse erleichtern solll und mehr Transparenz schaffen. Dafür sind wir zu verschiedenen Banken in Kumasi gegeangen um die Angebote zu vergleichen und uns ersteinmal einen Überblick zu verschaffen. Die Anforderungen, welche eigentlich alle Banken ziemlich ähnlich stellen zwingen uns nun zu noch anderen Hürden die erst gemeistert werden müssen.
Banale Dinge wie eine Postanschrift oder amtliche Unterlagen stellen aufeinmal ein Problem da. Das bestehen Postfach, besteht überraschenderweise doch nicht mehr und es muss ein neues her. Fehlende Unterlagen, die unsere Registrierung im Social Welfare bestätigen sollen, stellen nun die größte Aufgabe dar. Als ich bei dem Officer in Charge of NGO matters ein entsprechendes Dokument einholen wollte, ist ihm auf einmal aufgefallen, dass das bisher geltene Statement der SW doch nicht mehr gilt. Wir hatten schon einmal versucht, unseren eigenen Namen registrieren zu lassen und waren damals schon mit der SW in Verhandlungen. Das darmalige Ergebnis: Eine unabhängige Registrierung außerhalb der bestehenden Ghana National Association of the Deaf wird nicht gestattet aber jede Aktivität und offizielle Schreiben, werden von der SW gestützt.
Dieser Vereinbarung folgend wollte ich nun einen Brief, der uns die Einrichtung eines Bankkontos ermöglichn würde, einholen. Nach Gesprech mit dem Chief Officer und allen ist der neue Stand, dass wir uns als NGO eintragen lassen werden um damit unabhängig und eigenständig zu werden. Hierfür müssen allerdings nun wieder ander Dinge erledigt werden. Eine Satzung muss her, (es besteht schon eine, die allerdings wieder überarbeitet werden muss), und viel schwieriger: 320 Ghana Cedis wird verlangt um in den Genuss kommen zu dürfen, sich NGO zu nennen.
Für diese 320Ghana Cedis muss jetzt entweder Geld eingesammelt werden oder gewartet werden, bis die Kühe verkauft sind. Also abwarten.
Eine andere neue Aufgabe hat sich ebenfalls jetzt im September ergeben: Zu besuch in dem Dorf einer Freundin, traf ich durch einen Zufall eine Frau, die mich erst für gehörlos hielt und mir dann, nach Aufklärung erzählte, dass in ihrem Dorf ein gehörloses Mädchen leben würde, deren Eltern zu arm seien sie in die Schule zu schicken. Jetzt habe ich verschiedene Infos eingesammelt und bringe sie und einen Anderen Jungen aus einem anderen Dorf nach Jamasi um in die Schule gehen zu können. Auf den Vorschlag, wird wohl die Association selbst ohne großen Besitz etwas beisteuern und wir versuchen an öffentliche Gelder zu kommen, um die nötigen Kosten zu decken. In dieser Woche fängt die Schule an und jetzt wohl auch für zwei neue Schüler. Es ist schön zu sehen wie das Mädchen jetzt schon ein wenig auftaut und gebärdet und sich dann vorzustellen, was es für sie heißen wird, wenn sie eine Sprache lernt und sich noch viel mehr ausdrücken kann.
In sachen Batik steht immernoch ziemlich viel in den Sternen allerdings ist der Himmel auch klar. Es gibt die gute Aussicht von zwei viel versprechenden Aufträgen und generell großer Nachfrage. Was nur fehlt: Arbeiter. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen eine Vereinbarung mit der Schule zu stande kommen kann, dass Schüler weiter kommen können und sich jetzt wohl sogar ein wenig Geld verdienen. Außerdem arbeite ich gerade an einem Auftrag von 13 Stempeln. Mein Freund, der Schnitzer neben der Schule, hat mich mit einer Frau bekannt gemacht, die im großen Styl Batik produziert und verkauft. Der Beginn ist der Auftrag und ich hoffe, dass sich eine Fruchtbare Wechselwirkung ergeben wird, bei der eventuell auch Schüler bei ihr weiter machen können, wenn sie bei mir die Basics gelernt haben.
Drei FastFacts zum September:
1. In Kumasi kostet die Wasseraufnahme genauso viel wie die Abgabe: 5 pesewas(2.6Cent)
2. In Twi ist ich weis und ich weis nicht genau der selbe Satz. Nur die Stimme macht den Unterschied
3. In der ghanaischen Kultur ist Pupsen ein absolutes NoGo
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Euer
Henning

Mittwoch, 1. September 2010

Monatsbericht August

Seit heute bin ich offiziell nicht mehr an der Schule beschäftigt sondern meine Anstellung ist zur Association übergelaufen. Im August drehte es sich bei mir viel um verschiedene Geschichten die mein weiteres Bleiben ermöglichen sollten. Visums anträge wollten geschrieben werden, neue Verträge unterzeichnet und und und. Die Schuzle habe ich nun verlassen und bin jetzt endgültig umgezogen. Ich habe das Zimmer meiner Wahl bekommen im Haus von Robert. Wir mussten nur noch ausfägen und die Decke machen und Zack hatte ich ein neues Zuhause. Es ist groß, näher am Essen und vor allem ganz für mich allein und sogar mit Schreibtisch. Der einzige Nachteil: das Haus hat kein Klo. Zu dem Fall müssen wir momentan noch irgendwelche Notlösungen finden.
Außerdem war wohl ein Höhepunkt im August das Fussballspiel Kumasi Deaf gegen Koforidua Deaf in Koforidua, Eastern Region. Sammt An- und Abreise im völlig überfüllten Sprinter war es auf jeden Fall ein Abenteuer, gekrönt von dem 1:0Sieg, den wir unerwartet mit nach Hause bringen konnten. Jetzt befinden wir uns in den Vorbereitungen das Rückspiel zu organisieren, wobei es durchaus eine Herausvorderung darstellt eben so gute Bedingungen zu stellen, wie wir sie in Koforidua antreffen durften mit FIFA-Schitsrichtern, Stadion und allem drumm und dran. Davon wohl mehr im nächsten Bericht.
Warum sonst im August nicht soviel passsiert ist, lag wohl daran, dass ich krank war. Malaria geht eben an keinem vorbei. Wohl schon zum zweiten Mal jetzt habe ich die Sagen umwogene Tropenkrankheit bekommen. Nur das sie mich dieses Mal doch mehr von den Socken gehauen hat. Meine persönlichen Symptome sind starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Migrene ähnliche Augenhöhlenschmerzen aber am stärksten Schwäche und Kreislaufprobleme. Wenn man sich viel ausruht ist das kein Problem, wenn nicht zwingt einen der Körper dazu. Naja, ob es die Akut Medikamente waren oder meine Profilaxe, ich bin jedenfalls wieder auf den Beinen. Ich wünsch es auf jeden Fall keinem, obwohl es bei mir wohl nur eine abgeschwachte Variante war und ich nicht 25Kilo verlloren hab und am Tropf hing. Also für alle die auch mal in Malariagebiete fahren werden. Immer schön Profilaxe nehmen und nicht zu viel Panik es muss nicht immer schlimm ausfallen.
Drei Fastfacts zum August:
1. Kokusnusspalmen sterben schnell, wennn man nur einen heisen Nagel in den Stamm schlägt
2. Englisch: pen pal, bedeutet Brieffreund
3. Malaria bricht verspätet aus, weil der Erreger sich erst in der Leber einsiedeln muss
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Samstag, 14. August 2010

Neue Arbeitsstelle

ASHANTI REG. YOUTH ASSOCIATION OF THE DEAF
BOX 12128 KUMASI-ADUM, KUMASI




Die Ashanti Regional Youth Association of the Deaf wurde im Jahre 2005 von 5 Jugendlichen als Zweig der Regionalen Sektion der nationalen Deaf Association (GNAD Region Ashanti) gegründet. Das Motiv der Neugründung eines Jugendflügels in der Nationalen Gesellschaft war damals und ist immernoch das Verbessern der sozialen und praktischen Lebenssituation der Gehörlosen Jugendlichen und jungen Erwachsen in der Ashanti Region. Der Ashanti Deaf Youth Wing (ash, Gehoerlosen Jugendfluegel) ist aus Eigeninitiative entstanden, von jungen Gehörlosen in dieser Region die unzufrieden mit dem aktuellen Zustand gemeinsam für sich und andere etwas ändern wollten und wollen.
Aus dem regionalem Jugendzweig der nationalen Gehölosen Vereinigung ist nun die eigenständige Ashanti Regional Youth Association of the Deaf (ARYAD) geworden.


Soziale Situation der gehörlosen jungen Menschen in Ashanti, Ghana

Die Ashanti Region hat mit der Ashanti School for the Deaf eine Lehrinstitution für Gehörlose. Trotz unzureichenden Bedingungen und einem eventuell weniger aussagekräftigem Abschluss erlernen die Schüler an der Ashanti School for the Deaf etwas elemantar wichtiges, die Gebärdensprache. Die Ghanaische Gebärdensprache, welche sich aus der Amerikanischen Gebärdensprache entwickelt hat und dieser noch sehr nahe ist, gibt den Kindern ein Kommunikationsmedium.
Erst durch Kommunikation kann auch richtige Sozialisierung beginnen, weshalb die Sozialisierung und Karakterbildung der meisten Kinder erst in der Schule beginnt. Da jene Sozialisierung in erster Linie dort statt findet ist sie damit vor allem eine Sozialisierung in die Gehörlosengemeinschaft. Der Bruch, der bei den meisten Jugendlichen mit dem Schulabschluss und damit der Abnabelung der zentralen kulturellen und sozialen Institution stattfindet, ist sehr stark. Es gab und gibt kaum soziale Netzwerke und Institutionen, die die soziale Entwicklung der Jugendlichen auffangen und weiterfuehren. Die Sozialen Strukturen beschrenken sich auf private Beziehungen, weiterhin auf die Schule als gelegentlicher Wiedersehensort, einige Kirchen und einen im zentralen Kumasi gelegenen Glassschneider als allgemeinen Treffpunkt. Aktives kulturelles Zusammenleben ist jedoch sehr erschwert und in vielen Fällen enden die gehörlosen Jugendlichen schon nach der Schule in, durch Sprachbarrieren bedingte, Einsamkeit.




Akademische Situation der gehörlosen Jugendlichen in Ashanti, Ghana

In der Ashanti Region Ghanas gibt es eine Gehörlosenschule mit etwa 450 Schülern und Schülerinnen. An der Schule hat die Mehrheit der Lehrer keine bis geringe Spezialqualifikation für das Unterrichten gehörloser Kinder und lernt von der Regierung stationiert erst an der Schule die Ghanaische Gebärdensprache. Aus dieser Situation allein schon erschließen sich Vorraussetzungen die in Ghana schlussendlich Gehörlosigkeit zu einer stärkeren Behinderung machen, als sie in den meisten entwickelten Ländern ist.
In der Schule erhalten die Schüler dennoch eine Schulausbildung die zum gleichen Junior-High-School-Abschluss führt wie jene für hörende Kinder.
Nach diesem Schulabschluss können die Schüler optionell eine berufsspezifische Weiterbildung anhängen. Der Vocational-(Berufsschul-)Zweig der Ashanti School for the Deaf bietet die Handwerke: Textilien(traditionelles Kente-Weben und Batik Tye and Dye), Tischlern, Kochen und Schneidern an. Jedoch ergibt sich aus den Lücken in der vorhergangenen Schulbildung, begrenztem Buget, vermehrt unterschätzendem Bild der Schüler und der Wahl der Handwerke eine kaum zielgerrichtete Weiterbildung. In der Regel ermöglicht sie den Schülern nach drei Jahren nicht, mit dem Erlernten das eigene täglich Brot verdienen zu können.
Eine akademische Weiterbildung ist an der einzigen Senior-High-School for the Deaf in Mampong (Eastern Region) moeglich. Jedoch ist sie kostenpflichtig und damit für viele potenziell geeignete Kandidaten unerreichbar.
Der erfolgreiche Abschluss einer Senior-High-School qualifiziert in Ghana für das Studieren an einer Universität. Praktisch ist es für gehörlose junge Menschen sehr schwer. Da neben dem enormen finanziellen Aufwand es kaum oder nur teure Dolmetscher gibt und vom Staat keine Unterstützung gewährleistet wird.
Aus diesen schlechten Bedingung resultiert neben einem sozialen Bruch mit Beendigung der Schullaufbahn auch berufliche Perspektivlosigkeit und damit oft langanhaltene Abhängigkeit von den Eltern, Armut und im schlimmsten Falle Kriminalität.



Aktivitäten der ARYAD

Seit ihrer Gründung wuchs die ARYAD von 5 auf mehr als 120 Mitglieder beider Geschlechter im Alter von 10 bis 35 Jahren. Durch Eigeniniziative und in kompletter Eigenregie hat sich eine Vereinsstruktur entwickelt mit gewähltem Presidenten, Executive und Fussballmanschaft. Es gibt einen monatlichen Vereinsbeitrag, der gemeinschaftliche Aktivitäten finanziert und monatlich abgehaltene Versammlungen. Eigenständig werden Beschlüsse über politische, kulturelle und soziale Aktivitäten getroffen.
Trotz des schon vier jährigen Bestehens, konnten bisherige Pläne der ARYAD vor allem aus finanziellen Gründen nicht in die Tat ungesetzt werden.
Es gab einen groß angelegten Versuch eine Berufsschule mit den Fächern Batik, Tischlern, Schneidern, ICT, Weben und Landwirtschaft einzurichten, was allerdings schon im Vorfelde am administrativen und finanziellen Aufwand scheitern musste.
Es gab gemeinschaftliche Aktivitäten, wie einen gemeinsamen Ausflug zu Ostern. Doch weitere Pläne für ein gemeinsames Silvester mussten abermals an den Finanzen scheitern.


Aktuelle Aktivitäten

Politik
Innerhalb des letzten halben Jahrs hat die ARYAD verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Es gab den Versuch sich formell und offiziell von der Mutter-Vereinigung abzuspalten und in der Regional Register einen eigenen Namen zu etablieren und damit komplette Unabhängigkeit zu besiegeln. Der Antrag wurde von Seiten der Social Welfare abgelehnt. Die politische Position der ARYAD hat sich damit allerdings trotzdem geändert, da von der Social Welfare amtliche Unterstützung bei jeder Aktivität zuversichert wurde.

Konkret damit verbunden ist momentan die Suche nach einem Konto auf einer geeigneten Bank für bessere und sicherere Geldflüsse innerhalb der Association und von außen und der geplante Beitritt einer Partei für wenigstens potenzielle Lobbyarbeit.


Farm
Mit der Unterstützung zweier Kirchengemeinden in Deutschland (Kirchengemeinde Blankenese, Kirchengemeinde Sülldorf – Iserbrook) konnte die ARYAD einige ihrer vielen Ideen kürzlich in die Tat umsetzen.
Gemeinschaftlich hat sich die ARYAD im Februar drei Kühe gekauft. Schon längere gab es die Überlegung eine gemeinschaftliche Farm zu beginnen um einerseits Gemeinschaftskapital zu erhalten allerdings ebensowichtig eine neue Ausbildungsmöglichkeit zu gründen. Die Farm war geplant sowohl Lebensmittelanbau als auch Tierhaltung zu enthalten. Bedingt durch den Zeitpunkt zu dem sich die finanzielle Möglichkeit ergab wurde bis jetzt nur die Tierhaltung in die Tat umgesetzt. Die drei Kühe werden auf öffentlichem Grund mit einer großen Herde gehalten und Es gibt eine Arbeitsgruppe unter der Aufsicht eines gehörlosen Fachmanns, die die Kühe mit Wasser, Futter und Medikamenten versorgt.


Fußballmanschaft
Die Deaf Youth Glitter Stars ist die Gehörlosen Fusballmanschaft in Kumasi. Unter Eigenregie finden wöchentliches Training und Freundschaftsspiele statt. Da es keine Liga oder ähnliche Strukturen gibt, in denen die Manschaft eingegliedert ist, bestehen die Wettkampfaktivitäten der Manschaft in erster Linie aus Spielen gegen hörende Amateur Teams, die ASH-Deaf Schulmanschaft oder andere Gehörlose Regionalmanschaften.
Es gab ein Neujahrstrainingslager und Auswertsspiele in Biniani, Bechem oder Koforidua sowie Heimspiele in Kumasi und Jamasi.


ARYAD at ASH-DEAF
Am 10. Juli 2010 veranstaltete die ARYAD einen Tag voller gemeinschaftlicher Aktivitäten an der Ashant School for the Deaf. 20 Mitglieder organisierten einen Batik Workshop, Dame- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turniere und Fußball sowie Volleyballwettkämpfe mit abschliesender Preisverleihung. Es war ein schöner Tag des Zusammenseins und eine willkommende Abwechslung zum normalen Schulalltag der Schüler.




Batik Workshop
Unter der Aufsicht eines deutschen Freiwilligen findet an der Ashanti School for the Deaf ein Batik-Workshop statt, der von der ARYAD unterstützt wird. Nachmittags unterrichten sich in erster Linie Schülerinnen gegenseitig das Waxdrucken und Färben von Stoffen. Die Produkte werden verkauft und der Gewinn reinvestiert.




Pläne


Farm -Mitte September am Ende der muslimischen Fastenzeit Ramadan, sollen die bis dahin angefütterten Kühe verkauft werden. Mit dem Gewinn wird dann die Idee der Farm weiter in die Tat umgesetzt. Um die Nutzpflanzen anbauen zu können, muss Land gekauft und bestellt, ebenso wie Geräte und Saatgut beschafft werden. Zunächst wird mit dem Anbau von Bohnen und Ingwer begonnen um dann im Mai zur richtigen Zeit Mais im großen Stil anzubauen.



Office -Es besteht der Wunsch eine gemeinsame Geschäftsstelle zu gründen. Mit den Einnahmen aus Landwirtschaft und Tierhaltung sollen Räume möglichst zentral in Kumasi gemietet werden. Die Geschäftstelle wird viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Zum einen als Anlaufstelle für interne und externe, damit Koordinationspunkt für eigene Aktivitäten Kontakt- und Informationsstelle für Interessierte. Eine Wichtigkeit eines solchen Ortes ist die Representation nach außen. Es können verschiedene Produkte Made by the Deaf verkauft werden, Aufklärung über Gehörlosigkeit betrieben werden und Kontakte geknüpft.



Kontakt


Robert K. Acheampong (Chairman)
P.O.Box 39,
Jamasi-Ashanti
E-Mail: robertdeaf23@yahoo.ca
Mobile SMS: +233279370493

Henning Lemcke (Coordinator)
E-Mail: henninglemcke@web.de
Mobile: +233540560181

Monatsbericht Juli

Monatsbericht Juli
Das Ende des Julis war das Ende des dritten Schulterms und damit meines Dienstes in der Schule. Es kam alles recht plötzlich und ein wenig durcheinander. Auf einmal waren die Examen da und dann rum. Korrigieren und austeilen. Das Schuljahr ist rum und wir sind raus unspektatulär und unerwaehnt. Ereignesreich hingegen war die endgültig offizielle Eröffnung der Dinning Hall. Dafür sind die Sponsoren aus Holland angereist und nach vielen offiziellen und inoffiziellen aber in beiden Fällen aufregenden Meetings und Gesprächen gekrönt von der Eröffnungsrede des Schul Management Komitees, spektakulär wieder abgereist.
Die Holländer sind eine sehr große Organisation, sehr Finanzstark und sehr genau. Man kann die ganze Situation eigentlich nicht beschreiben ohne partei mit eine der Seiten zu ergreifen. Jedenfalls sind nun alle Beziehungen gekappt und es wird wohl nicht nur für die Schüler der Schule starke Folgen haben. Ich habe ein Gefühl bekommen, wie schwer es sein kann, bei einer Wechselwirkung zwischen „Hilfsorganisation“ und „Geholfenen“ wirklich gute Resultate raus zu bekommen , vor allem wenn viel Geld im Spiel ist. Zentral ist Gradwanderung zwischen Eigenkontrolle und Investorenbestimmung.
Ich befinde mich gerade im Übergang von der Arbeit in der Schule zur ARYAD. Von den Schülern war es damit kein wirklicher Abschied, was auch irgendwie seltsam ist. Wie das Batik-Projekt weiterlaufen wird, ist momentan durch viele Einflüsse ungewiss geworden. Die Frage ist wo, mit wem und mit welchem Geld? Ich bin nicht mehr in der Schule, weshalb ich es nicht mehr dort machen kann/will. Gestern habe ich das Zimmer in dem Haus von Robert gegenüber vom Schulgelände nun endlich zugesichert bekommen. Damit könnte ich es dort machen aber ob die Schüler dafür Nachmittags die Schule verlassen dürfen ist noch lange nicht klar. Damit ist nicht sicher, ob ich überhaupt Schüler haben werde, die mit mir arbeiten können. Mit welchem Geld? Die Holländer haben mir die Unterstützung zugesagt, mit der ich auf ein anderes Level gehen könnte, nur mit Bedingungen, die ich nicht erfüllen kann. Wie soll ich in Kumasi mit niemandem aber viel Geld arbeiten, wenn ich in Jamasi interessierte 8 Schüler habe aber nur unsere eigenen Einnahmen. Wir werden sehen.
Ansonsten haben wir den Mais vor Haus geerntet und arbeiten konzentriert am Entspannen und mein Bleiben vorbereiten.
Also nicht viel zu erzählen,
Ich denke in einem Monat mehr.