Montag, 8. März 2010

Monatsbericht Februar

Monatsbericht Februar
Im letzten Monat war wieder Schule im Mittelpunkt des geschaehens. Der Zweite Term ist in vollem Gange und hat jetzt sogar schon halbzeit, obwohl von den eineinhalb Monaten eigentlich nur einer halbwegs unterrichtet wurde. Viel hat sich nicht geaendert zum letzte Term. Ich habe versucht meinen Unterricht zu verbessern, was auch einigermasen gut klappt, denke ich . Ich unterrichte jetzt noch Mathe fuer Vocational 1 und 2 und English nur noch Leseverstehen. Die andere Haelfte Englisch hat Miss Prosbera uebernommen, die bisher die Entrepreneur Lehrerin war. Ich bereite meine Stunden jetzt besser oder ueberhaupt vor und nach, was schon fruechte traegt, bilde ich mir ein. Am Anfang des Terms schien sich fuer unseren Unterricht viel zum positive zu veraendern. Ich hatte angeraegt doch mal bei anderen Berufsschulen wie die alles so handhaben, womit wir unsere Probleme haben(unvollstaendiger und unstrukturierter Lehrplan, keine Lehrbuecher, keine Informationen zu Pruefverfahren oder irgendwelche Lehrhilfen. Gleich am naechsten Tag sind wir dann nach Agona gefahren und haben an der dortigen Berufsschule fuer Hoerende lediglich einen Lehrplan fuer Entrepreneur ship ergattern koennen aber wenigstens dazu noch die Gewissheit, das wir nicht die einzigen sind, die Probleme haben. Ich glaube zwei Tage darauf sind wir dann in das National Vocational Training Institute in Kumasi gefahren und haben da dann an hoechster Stelle angefragt. Entgegnet wurde uns: ach ihr macht jetzt auch Theorie und 4 Jahre. Nu hab ich ein Lehrbuch und die Pruefungsboegen der Endexamen. – Mehr als nichts – Das interessante war allerdings, wie schnell hier manchmal Dinge passieren koennen, die sonst immer sehr traege erscheinen.
Wir haben jetzt Schlussendlich einen neuen Headmaster. Er stellt nicht unbedingt eine Verbesserung da und ich und viele meiner Freunde hier hatten schon Probleme mit ihm. Aber wie Osei meinte: wir sind eine Familie und mit seinen Familienmitgliedern arrangiert man sich ja auch, selbst wenn man sich eigentlich nicht so gut versteht. Naja, es laufen Schikanen, wo man sich eigentlich nicht mehr wirklich mit arrangieren kann. Komischer weise, klappt hoeflich sein trotzdem immer.
Mein Batik Projekt ist wieder ein bisschen eingeschlafen. Wir haben zwar insgesamt 41 Stempel ausgesegt und zusammen geklebt und geschraubt, aber zum letzt endlichen Batiken ist es noch nicht gekommen und bei den Steinen die jetzt zum Teil in den Weg gekommen sind, weis ich auch nicht, wie weit es irgendwann noch einmal losgehen wird. Fuer das kaufen der Materialien konnte ich erst keine finanziell Unterstutzung von der Schule bekommen. Daraufhin haben Osei und ich beschlossen die Hollaender zu fragen, ob sie es unterstuetzen wuerden. Der Tripp nach Kumasi, wo ich den aktuellen Batik-Schuelerinnen zeigen wollte, dass und wo man die Materialien, die sie fuer ihren vielleicht spaeteren Beruf benoetigen, kaufen koennen, hat mehr Schwierigkeiten eingebracht als Erfolg. Die Hollaender wollen immer einen Kostenvoranschlag, bevor sie etwas unterstuetzen oder nicht. Daher habe ich keine Materialien gekauft sondern nur Preise verglichen. Nun wurde ich, als wir wieder zurueck waren, zum Headmaster bestellt und musste mir an den Kopf waerfen lassen, dass ich ignorant waere, dass Schulauto zu benutzen, nur um Preise zu vergleichen. Das sollte mir aber verziehen werden, da mir ja die hiesige Kultur fremd sein koennte. Es schien entweder niemand zu gehoert oder verstanden zu haben, dass der Grund, warum ich das Schulauto genommen hatte war, den Schuelern die Orte zu zeigen und nicht Preise zu vergleichen. Ich wusste nicht, dass das ein Problem dastellen koennte, nachdem ich zwei mal zugesichert bekommen hatte, dass es mit dem Auto kein Problem waere. Naja im nachhinein jetzt doch. Am meisten hat mich allerdings aufgeraegt, dass mein Zugestaendnis eventuell versaeumt zu haben, dem Headmaster von kurzfristigen Planaenderungen, vom Kauf zum Preisvergleich, mit zu teilen, so ausgelegt wurde, dass ich mir jetzt einen riesen Kopf machen wuerde, was ich denn blos gemacht haette. Das abschliesende: “Don’t Worry.” Nach einer vorhergehenden Megaklatsche, war das I- Tuepfelchen. Als Osei dann am naechsten Tag mit Unterstuetzung, von der stellvertretenden Schulleiterin und meinem Head of Department, meine offensichtlich nicht verstandenen Absichten erklaeren wollte, wurde alles zurueck genommen und das Gegenteil behauptet. Ich koennte noch weiter berichten, was aber den Rahmen spraengen wuerde.

Das Gute ist, das die ganze Situation mich wieder auf den Unterricht und die Freunde unter den Schuelern konzentriert hat. Es ist praktisch, wenn wenigstens das, womit man die meiste Zeit verbringt Spass macht. Endlich fliesen die Gebaerden einigermasen und man kann sich auch mal unterhalten. Wie zum beispiel ueber das nur sehr vereinzelte Unbehagen gegenueber nationalem Maschieren zum Independence Day oder der Pflichtinstitution Schulkirche oder ob wirklich manchmal in Amerika Nacht ist, wenn in Ghana gerade Tag ist.
Es ist Halbzeit und ich habe ein Gefuehl von weder weg noch bleiben wollen. Ich will nicht weg, weil ich weis, dass ich selbst wenn ich wiederkommen sollte ich nur ein Besucher sein werde. Bin ich jetzt viel mehr, wenn mindestens jeder zweite Schueler sagt: “im August fliegst Du”? Ausdruecken soll es immer etwas anderes aber ein Thema scheint es immer sein. Leider. Wenn ich ahne, dass, dass was ich hier mache in einem Jahr eh wieder gekippt wird, wennn ich weis, dass ich nichts veraendert habe. Nicht bleiben will ich in den Momenten, wo alles scheise ist und ich mich darueber aufrege, wie alles laeuft, und dass niemand etwas daran aendert, wenn ich Kaelte vermisse, wenn ich genug von drei warmen Mahlzeiten am Tag habe, wenn ich meine Familie vermisse und Koerperkontakt, der vielleicht mal ueber ein Handshake hinausgeht.
Dann sind da aber auch wieder Robert, Avokados, Osei, meine Schueler, “AC in der Armbeuge”, ein neues Kindergartenmaedchen, die ein strahlend hellblaues Auge hat und mit ihren noch recht natuerlichen und unsachlichen Gebaerden irgendwelche Geschichten erzaehlt oder artig “Good Morning, how are you” aufsagt und die anderen Kleinsten, fuer die ich vor allem eine Art Trampolin bin.
Es regnet wieder. Das bedeutet: Manchmal ist es windig und kuehl aber sonst ist es konstanter schwuel und heiser, als es im Harmattan war. Naja, man weis den Jetztzustand eben leider meist erst im Nachhinein zu schaetzen.
Plaene habe ich nicht so viele, seit ich mich mehr dem Untericht wittme, aber ich will wenn moeglich das Laubsaegen in einen Club verwandeln und es wurde schon mehrmals nachgefragt, ob ich nicht die Enjoymenttage wieder aufleben lassen koennte. (Bespassung, Turniere, Wettbewerbe und Beisammensein was gemeinsames Fernsehgucken und Essen uebersteigt) Batik will ich auch noch nicht ganz aufgeben aber mal sehen, was sich so alles ergibt.
Mehr in einem Monat.

Monatsbericht Januar

Monatsbericht Januar

Nun ist Faebruar und waerend des Januas haben sich wie in Deutschland auch hier die Temperaturverhaltnisse sich zu extremen hin entwickelt. Nur ist e shier wohl das andere Extrem. Liegt doch kein Schnee und Eis sondern knallt eher die Sonne. Als ich im November oder Dezember Bericht schon vom Hamarttan geschrieben habe =, war der wohl noch in seinen Kinderschuhen. Jetzt ist er jedenfalls denke ich wirlich das, was man unter seinem Namen hier versteht. Nachts ist es kalt und morgens sehr diesig und immer noch kuehl aber dann beinahe ploetzlich wird es ganz schoen heis. Ich habe kein Termometer aber wenigstens erkenne ich die Hitze, falls nicht koerperlich, daran, dass einem die Kinder schon darauf hinweisen, das man schwitzt, sollte man es selbst nicht bemerkt haben.
Der zweite Term hat jetzt nicht nur offiziell angefangen und die Kinder sind fast alle da. In meinen Klassen fehlen nur noch drei Schueler. Von insgesammt 28 Schuelern ist das eine ganz gute Quote und im vergleich zum letzten Term sehr zufriedenstellend.
Bevor der Unterricht wirklich angefangen hatte, brauchte ich sehr lange mich wieder auf das Lehrer sein einzustellen. Ich glaube, ich selbst war bestimmt auch nicht gerade die groeste Motivationsspritze fuer Lehrer nach den Ferien, was soll ich dann von meinen Schuelern erwarten. Aber jetzt wo die ersten Stunden wieder hinter mir liegen. Ist es eigentlich garnicht so schlimm. Es haben sich sogar schon einige Veraenderungen und vielleicht Verbesserungen angekuendigt.
Zum einen habe ich angefangen die Stundenvorbereitungen und Nachbereitungen sowie die laufende Mitarbeit der Schueler in einem schlauen blauen Buch zu notieren um so vielleicht ein wenig mehr Struktur in meinen Unterricht zu bringen. Auserdem hat oder wird sich mein Unterrichtsumfang veraendern/verringern. Mit der jetztigen “entrepreneurship” Lehrerin ist abgesprochen, dass wir uns den Englischunterricht teilen werden. Damit wuerde dann das Fach weniger werden, wo ich am verzweifelsten und unmotiviertesten bin. Auserdem scheint der Unterricht fuer den dritten Jahrgang, also den diesjaehrigen Abgaengern,fuer mich weniger zu werden. Sie sind noch im alten System, in dem sie nicht in den Faechern Englisch und Mathematik sondern nur in ihren praktischen Orientierungen geprueft werden, und so muessen sie sich jetzt auf die Examenvorbereitung konzentrieren. Ich will aber trotzdem versuchen wenigstens einen praxis orientierten Mathecrashkurs anzubieten. Damit wenigstens die Grundrechenarten und vielleicht grundlegende Billanz Rechnung sitzen. Mal abwarte, wie da ihr Interesse ist.
Und auf meine Anregung, dass wir unser Lehrmateriealproblem vielleicht dadurch in den Griff bekommen koennen, dass wir mal schauen, wie das andere Berufsschulen so machen, ist jetzt schon einiges in Bewegung gekommen. Miss Prosbera (Entrepreneurship Lehrerein) und ich waren bei einer Berufsschule in Agona, wo wir die selben Probleme feststellen mussten, mit denen wir zu kaempfen haben(unvollstaendige Lehrplaene, Buecher- und Informationsarmut). Wenigstens haben wir zum ersten mal vom National Vocational Training Office in Kumasi gehoert. Hier sind wir dann heute mit dem neuen Headmaster hingefahren und konnten wenigstens ein Englischbuch und die Examenboegen, auf die wir unsere Schueler vorbereiten muessen, kaufen konnten. Mal schauen, wie sich das nun tatsaechlicht auf den Unterrich auswirken wird.
Mit den Voc1 und 2 ist bisher echt gutes arbeiten und es macht Spas, wieder mehr verschiedene Koepfe um sich zu haben, mit denen man scherzen und sich unterhalten kann.
Viel ist ansonsten im Januar eigentlich nicht passiert, auser das die Schule angefangen hat.
Wir haben einen neuen Headmaster, den alten Stellvertreter.

Die Erstklaessler hatten diese Woche ihre erste Unterrichtsstunde im Fach Tischlern, was allgemein erst auf Erstaunen, dann auf Unbehagen und schlieslich doch auf hoffentlich nicht nur geheucheltes Interesse gestosen ist.

Ich hatte meine ersten Erfahrung mit den Ghanaischen Wundheilungsmethoden. Eine Quetschung oder Zerrung am Fuss (Folge eines Fussballspiels) hatte mich erlamen lassen. Miss Gifty allerdings wusste mich sehr schmerzhaft zu masieren. Das lies sie mich erst hassen und im inneren Grummeln aber sie dann lieben, als ich die rasante Verbesserung bemerkt hatte. Die andere Erfahrung, war die Behandlung einer nicht wirklich heilenden Wunde am Schienbein, die sich wohl entzuendet hatte. Osei hat mich mit warmen Salzwasser und “Spirit”(irgendetwas extrem hochprozentiges, vielleicht Ethanol ) maltretiert. Allgemein kann ich denke ich sagen: Schmerzhaft aber effektiv.

Ansonsten war der Beginn des Januars noch durch unsere Reise in den Norden gepraegt. Der Besuch bei unseren Mitfreiwilligen in Kaleo war sehr schoen, genau wie der ganz andere Norden dieses Landes. Es gab Pito (Hirsebier), einen Ausflug auf einen heiligen Berg, Musik, Unterhaltungen auf Deutsch und Buschbraende. Das gab e shier bisher noch nicht so viel (auser den Unterhaltungen mit Max).

Das Visum habe ich jetzt auch wieder aus Accra abgeholt und darf bis April noch im Land bleiben. Dann werden wir wahrscheinlich die weltweit verbreitete Buerokratie mit einem Ausflug nach Burkina Faso austrixen.

Mehr in einem Monat.