Dienstag, 5. April 2011
Letzter Bericht
Monatsbericht Februar, der letzte Bericht,
Jetzt ist der Februar schon ganz schoen weit weg, genau einen Monat und endlich bringe ich mich dazu euch diesen, meinen letzten Bericht ueber meine Erlebnisse und Gedanken in Ghana zu schreiben. Es ist der erste Bericht mit so langer Verspaetung, darauf bin ich schon ein wenig stolz und deshalb tut es mir sehr leid, dass ich euch diesen Bericht noch nicht frueher geschrieben habe. Man kann sich vielleicht einige Gruende dafuer denken, dass der erste Monat hier zurueck in Deutschland erst einmal wenig Ruhe bedeutet aber ich denke und weniger Pausen waren es noch um zurueck zu denken und in sich zu reflektieren und, nicht im traumatischen sinne aber doch, zu verarbeiten.
Ich kann euch in diesem Bericht keinen Gesammtabriss liefern, der auf Fragen antworten koennte wie: „Wie war es denn?“ ; „Erzaehl doch mal von Afrika“ oder „Und, hasst Du den Kulturschock schon ueberwunden?“. Aber ich werde einfach nochmal von dem letzten Monat in Ghana berichten und was da noch so los war. Schon an dieser Stelle muss und moechte ich mich bei euch allen bedanken, die meine Berichte gelesen und mir immer wieder so viel Interesse gezeigt haben.
Ich selbst habe mich zum Teil mit Berichten von Freunden oder mit regelmaesigem Mailverkehr schwer getan. Die Ruhe und Offenheit zu finden, dem anderen zu zuhoeren und fremde Gedanken und Erlebnisse auf mich wirken zu lassen, wenn in meiner eigenen Welt schon genug los ist, war mir nicht immer moeglich. Aber trotzdem habe ich Immer wieder von manchen von euch interessierte Mails und Feedbacks bekommen, die mir gut taten.
Danke fuer jede dieser Mails.
Es geht aber nicht einmal darum das Antwortmails mir gut getan haben oder das ich dadurch gesehen habe dass sie euch auch interessieren, sondern darum, dass so viele meine Zeit mit getragen haben, gedanklich. All ihr Spender habt nicht nur an mich gedacht sondern auch das ganze ueberhaupt ermoeglicht. Wer kann schon statt Geld zu verdienen und die ersten zukunftsstrategischen Schritte zu machen, fuer ein einhalb Jahre raus gehen aus allem. Raus auf eine Flucht und Entdeckungstour, auf einen Erkundungstrip durch Ghana, die Welt der Gehoerlosen und sich selbst ohne bei der Rueckkehr wirkliche Resultate aufweisen zu koennen.
Ohne zu wissen, was es wirklich mit mir oder all anderen Beteiligten gemacht hat und was oder wie es ueberhaupt war, muss und moechte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken, dass es moeglich war, durch euch.
Schaue ich in mein Notizbuch aus Ghana, erinnere ich mich wieder an den Februar in Ghana.
Der Februar war sehr hektisch und es gab viel zu tun. Ich wollte noch einige Dinge erledigen und gleichzeitig so viel Zeit wie moeglich Zuhause verbringen.
Wie auch schon im Januar haben wir konstant und wehement versucht ein weiteres Fussballspiel gegen die Fussballmanschaft der Koforidua Black Arows zu organisieren.
Es sollte alle vorhergegangenen Spiele uebertreffen und als Curtainraiser(Eroeffnungsspiel) fuer eines der Profispiele im Stadium von Kumasi stattfinden . Es gab sehr viel hin und her und Verhandlungen mit dem National Sports Council, die am Ende allerdings doch keinen wirklichen Erfolg zeigten ausser, die allgemein lobende Feststellung der Zustaendigen, wie hartneckig wir doch seien. Sie versuchten auch ihr bestes fuer uns, doch am Ende musste es an ganz andereen aber den entscheidenen Instanzen scheitern.
Nichts desto trotz kam am Ende doch noch ein Spiel zustande und es war das freundschaftlichste und beste Spiel was wir hatten denke ich und trotz relatif schlechtem Platz und unguenstiger Mittagszeit ein Erfolg. Und wir haben mit zwei schoenen Toren gewonnen. Fuer mich war das Schoenste, zu sehen, dass wirklich das Spiel das wichtigste war und alle an einem Strang gezogen haben, damit es auf jeden Fall statt finden konnte, egal unter welchen Bedingungen und auf welchem Platz.
Durch die Vorbereitungen auf das Spiel war auch schon der halbe Monat rum und nach dem Spiel hatte ich nur noch eine Woche, bis ich davon fliegen wuerde.
Diese Woche wurde dann noch zu einem komprimierten Erlebnismarathon.
Direkt nach Abpfiff habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit den Black Arrows nach Koforidua gefahren. Und schon wieder zahlte sich der Besuch des Frontrunnersseminar im November nicht nur mit guten Errinnerungen sondern wiederum mot einem Schalfplatz und netter Gesellschaft aus.
In Koforidua habe ich dann endlich die Gehoerlosenschule dort mit ihrer legendaeren Batikproduktion besuchen koennen. Ein kleinere Schule mit knapp etwa 300 Schuelern aber einer Batikabteilung, die schon in den Primaryklassen anfaengt und so einen beeindruckenden Pool und breites Spektrum and Schuelern heran zieht, die mit dem gelernten reelle Berufschancen haben duerften.
Bei gasbeheitzten riesen Wachsschalen und Materialien vom aller Feinsten wurde ich schon ein wenig neidisch. Koforidua war aber nicht die einzige Station, die ich in meiner verbleibenen Zeit zur Vervollstaendigung meiner Schulentour besuchen wollte. So bin ich noch am selben Tag in das relativ nahe gelegene Mampong- Akuapem an die Senior Technical High School for the Deaf gefahren. Dort war es neben den obligatorischen Gespraechen mit dem Schulleiter und einigen Lehrern vor allem ein Besuch bei Freunden. Einige unserer Vereinsmittglieder gehen auf die SHS in Mampong und so zum beispiel auch Bakidam, ein engerer Freund von mir. Von ihm bekam ich eine Sonderfuehrung durch die Schule mit Vorstellung in jeder Klasse, wobei hier und da aber auch ein paar gute Gespraeche zustande kommen konnten. Ein Flash war eine Diskussion mit Schuelern beim Mathe lernen, weil es mal um Algebra ging und dass Loesen von Gleichungen.
Immer noch am selben Tag bin ich schliesslich in den oestlichsten Teil Ghana’s im die Volte Region oestlich vom Lake Volta gereist. Dort habe ich Scott, einen Peace Corps Freiwilligen an der Volta School for the Deaf besucht.
Scott hat dort ein beeindurckendes Projekt aufgebaut. Er produziert mit seinen Schuelern Kente (traditionell gewobene Stoffe) die sie dann zu Taschen weiter veraerbeiten und er macht mit ihnen Ohrringe aus Kronkorken, was Sonya und ich auch schon einmal versucht hatten, oder Taschen aus recycltem Watersatchetplastik und kann so schon einen kleinen Shop aus Deaf Products befuellen. Aus den Erloesen des bisherigen Verkaufs konnte er schon einen Computerraum mit fuenf kompletten Computer Saetzen, Drucker und einem Staubsauger ausruesten. Das laesst einen nicht nur vor dem Projekt und der anscheinend idealen umsaetzen besundernd erstaunen, sondern auch vor der Funktionalitaet seines Grundprinzips.
Staerker koennte der Kontrast der Vorgehensweise garnicht zu unserer Schule sein. Bei uns werden grosse infrastrukturelle Projekte durch Geldspenden aus Europa finanziert und hier finanzieren sich genau die selben projekte durch die effektive Umsaetzung inhaltlicher Lern- und Handwerksprojekte. So sollte es sein, moechte man sagen, zumal sogar fuer die Schueler nicht nur Lerneffekt und Computer, sondern auch Profitbeteidigungen bei heraus springen. Doch triff auch Scott auf aehnliche Schwierigkeiten mit einigen Einzelpersonen des Schulischem Staffs, die auch er nicht wirklich elegant zu loesen weis und wie ich mit dem Batik Projekt auf eine plumpe Ziel- und Ideal- orienterte Loesung setzt mit der aber vielleicht noch fatalere Fehler gemacht wurden als durch resignierende/ruecksichtsvolle Aufgabe gemacht worden waeren.
Jedenfalls hatte er mich eingeladen um als Guestartist den Tischlern an seiner Schule eine Demonstration der Batikstempel Produktion zu geben.
Es war fuer mich natuerlich eine sehr schmeichelnde Angelegenheit noch einmal so kurz vor Schluss noch einmal eingeladen zu werden um anderen Leuten zu zeigen, was ich die ganze Zeit so gemacht hatte. Vielleicht sprinkt der Funke ja auch bei einem seiner vielen Schueler und sein ohne hin schon unglaublicher Shop wird noch durch einige Batik Produkte aus eigener Produktion ergaenzt. Geschaeftlich sprang fuer uns ein Deal ueber ein komplettes Sign Language Stempel Set heraus und fuer ihn mein Export seiner Produltte im Rahmen meiner Moeglichkeiten.
Also wer gerne knall bunte Taschen aus „Piecy Piecy“-Material(Patchwork), Water Satched Portmonaise oder Kronkorkenohrringe haben moechte kann sich gerne bei dem Deutschen Exporteur fuer Volta Deaf melden.
Auf jeden fall kamen zwischen Scott und mir auch viele gute Gespraeche und Spinnereien zustande, die zu mindest teilweise Struktur in mein Emotionales Abschiedschaos gebracht haben.
Von Scott bin ich dann ueber Nacht wieder nach Hause nach Jamasi gefahren um da die letzten Tage zu verbringen. Ich hatte noch einige Einladungen, denen ich nachgehen wollte und so wurde am Ende natuerlich nichts aus dem Plan noch ein paar ruhige Tage mit meinen liebsten zu verleben. Wir haben im Endspurt noch einmal so viel Batik Stoffe wie moeglich produziert um einerseits schoene Exportstuecke zu haben und anderer Seits den Association Friday-wear Bestand so hoch wie moeglich zu halten, damit meine Nachfolgerin nicht zu viel Druck haben wuerde um die Nachfrage zu saettigen. Das Batikprojekt ging sehr holperig meinem Abschied entgegen. Ich versuchte so viel wie moeglich noch selbst zu produzieren und Gespraeche ueber die Zukunft zu fuehren und abschliessend, kann ich schwer sagen, ob es wirklich nachhaltig weiterlaufen wird.
Jetzt zurueck in Deutschland habe ich aber gehoert, das weiter produziert wurde, was entgegen den wirklich schlechten Rahmenbedingungen, eine tolle Sache waere.
Am Sonntag war dann mein letztes Meeting und der Abschied von der Association. Es war komisch. Nicht nur wehmuetig komisch sondern insgesammt verwirrend. Robert konnte leider nicht dabei sein und so hatte ich quasi bei meinem Abschied so halb das Ruder in der Hand. Einerseits war einiges wirklich emotional aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich bei solchen Angelegenheiten, wenn so grosse Emotionen im Raum stehen, immer eher abgeneigt bin, dass das meiste auch seinen normalen Gang lief und ein Abbild von der bisherigen Arbeit war.
Der mir wichtigste Abschied aber war der, von meiner Familie. Am Samstag Abend gab es eine Feier mit unglaublichem Essen und Besuchern, die mir am wichtigsten waren. Ich hatte den Tag ueber mit der Gruppe gebatikt und dann mein Zimmer aufgeraeumt und einen anstrengenden Tag gehabt. Es schien aber nichts dagegen gewesen zu sein, was Robert und Adwoa auf die Beine gestellt hatten um diesen Abend und vor allem das Essen sehr schoen zu machen.
Ich koennte noch viele Geschichten vom Abschied von verschiedenen Leuten erzaehlen, was aber fuer mich und euch bistimmt eher merkwuerdig waere, und wahrscheinlich auch nicht wichtig ist.
Also schliesse ich diesen letzten Monatsbericht mit einem Grossen Danke
an euch alle und hoffe, dass ich euch vielleicht irgendwann von anderswo berichte schreiben kann.
Um einen kleinen Monatsbericht Maerz noch heran zu haengen:
In Deutschland angekommen liess der aengstlich erwartete Kulturschock erst verspaetet und auch immer nurin schueben los.
Ich kam am Fughafen mit Flipflops und duennen Klamotten an und schon im Flugzeug waren alle stralend weis, muerrisch, trugend schicki mickie kleidung und haben sich auf Deutsch ueber komische Dinge wie Kreuzwortraetzel und zu Gutenberg unterhalten. Daran konnte ich mich dann aber doch recht bald gewoehnen und eh ich mich versah hatte ich auch schon einen Job.
Ich bin zurueck in Hamburg und arbeite bei Eis Hilmar, einem Bioeisdealer, in der Produktion. Es ging alles sehr schnell und vielleicht hab ich so dem Kulturschock nicht wirklich die Gelgenheit gegeben sich zu entfallten, wobei es immer wieder in Schueben auftaucht.
Jedenfalls bin ich langsam dabei wieder loszu legen, mit den Ideen, die es noch in Ghana gab und all den Dingen hier. Ihr werdet also sicher noch von mir hoeren.
Aber erstmal,
Herzliche Gruesse Dank,
Euer Henning
Jetzt ist der Februar schon ganz schoen weit weg, genau einen Monat und endlich bringe ich mich dazu euch diesen, meinen letzten Bericht ueber meine Erlebnisse und Gedanken in Ghana zu schreiben. Es ist der erste Bericht mit so langer Verspaetung, darauf bin ich schon ein wenig stolz und deshalb tut es mir sehr leid, dass ich euch diesen Bericht noch nicht frueher geschrieben habe. Man kann sich vielleicht einige Gruende dafuer denken, dass der erste Monat hier zurueck in Deutschland erst einmal wenig Ruhe bedeutet aber ich denke und weniger Pausen waren es noch um zurueck zu denken und in sich zu reflektieren und, nicht im traumatischen sinne aber doch, zu verarbeiten.
Ich kann euch in diesem Bericht keinen Gesammtabriss liefern, der auf Fragen antworten koennte wie: „Wie war es denn?“ ; „Erzaehl doch mal von Afrika“ oder „Und, hasst Du den Kulturschock schon ueberwunden?“. Aber ich werde einfach nochmal von dem letzten Monat in Ghana berichten und was da noch so los war. Schon an dieser Stelle muss und moechte ich mich bei euch allen bedanken, die meine Berichte gelesen und mir immer wieder so viel Interesse gezeigt haben.
Ich selbst habe mich zum Teil mit Berichten von Freunden oder mit regelmaesigem Mailverkehr schwer getan. Die Ruhe und Offenheit zu finden, dem anderen zu zuhoeren und fremde Gedanken und Erlebnisse auf mich wirken zu lassen, wenn in meiner eigenen Welt schon genug los ist, war mir nicht immer moeglich. Aber trotzdem habe ich Immer wieder von manchen von euch interessierte Mails und Feedbacks bekommen, die mir gut taten.
Danke fuer jede dieser Mails.
Es geht aber nicht einmal darum das Antwortmails mir gut getan haben oder das ich dadurch gesehen habe dass sie euch auch interessieren, sondern darum, dass so viele meine Zeit mit getragen haben, gedanklich. All ihr Spender habt nicht nur an mich gedacht sondern auch das ganze ueberhaupt ermoeglicht. Wer kann schon statt Geld zu verdienen und die ersten zukunftsstrategischen Schritte zu machen, fuer ein einhalb Jahre raus gehen aus allem. Raus auf eine Flucht und Entdeckungstour, auf einen Erkundungstrip durch Ghana, die Welt der Gehoerlosen und sich selbst ohne bei der Rueckkehr wirkliche Resultate aufweisen zu koennen.
Ohne zu wissen, was es wirklich mit mir oder all anderen Beteiligten gemacht hat und was oder wie es ueberhaupt war, muss und moechte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken, dass es moeglich war, durch euch.
Schaue ich in mein Notizbuch aus Ghana, erinnere ich mich wieder an den Februar in Ghana.
Der Februar war sehr hektisch und es gab viel zu tun. Ich wollte noch einige Dinge erledigen und gleichzeitig so viel Zeit wie moeglich Zuhause verbringen.
Wie auch schon im Januar haben wir konstant und wehement versucht ein weiteres Fussballspiel gegen die Fussballmanschaft der Koforidua Black Arows zu organisieren.
Es sollte alle vorhergegangenen Spiele uebertreffen und als Curtainraiser(Eroeffnungsspiel) fuer eines der Profispiele im Stadium von Kumasi stattfinden . Es gab sehr viel hin und her und Verhandlungen mit dem National Sports Council, die am Ende allerdings doch keinen wirklichen Erfolg zeigten ausser, die allgemein lobende Feststellung der Zustaendigen, wie hartneckig wir doch seien. Sie versuchten auch ihr bestes fuer uns, doch am Ende musste es an ganz andereen aber den entscheidenen Instanzen scheitern.
Nichts desto trotz kam am Ende doch noch ein Spiel zustande und es war das freundschaftlichste und beste Spiel was wir hatten denke ich und trotz relatif schlechtem Platz und unguenstiger Mittagszeit ein Erfolg. Und wir haben mit zwei schoenen Toren gewonnen. Fuer mich war das Schoenste, zu sehen, dass wirklich das Spiel das wichtigste war und alle an einem Strang gezogen haben, damit es auf jeden Fall statt finden konnte, egal unter welchen Bedingungen und auf welchem Platz.
Durch die Vorbereitungen auf das Spiel war auch schon der halbe Monat rum und nach dem Spiel hatte ich nur noch eine Woche, bis ich davon fliegen wuerde.
Diese Woche wurde dann noch zu einem komprimierten Erlebnismarathon.
Direkt nach Abpfiff habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit den Black Arrows nach Koforidua gefahren. Und schon wieder zahlte sich der Besuch des Frontrunnersseminar im November nicht nur mit guten Errinnerungen sondern wiederum mot einem Schalfplatz und netter Gesellschaft aus.
In Koforidua habe ich dann endlich die Gehoerlosenschule dort mit ihrer legendaeren Batikproduktion besuchen koennen. Ein kleinere Schule mit knapp etwa 300 Schuelern aber einer Batikabteilung, die schon in den Primaryklassen anfaengt und so einen beeindruckenden Pool und breites Spektrum and Schuelern heran zieht, die mit dem gelernten reelle Berufschancen haben duerften.
Bei gasbeheitzten riesen Wachsschalen und Materialien vom aller Feinsten wurde ich schon ein wenig neidisch. Koforidua war aber nicht die einzige Station, die ich in meiner verbleibenen Zeit zur Vervollstaendigung meiner Schulentour besuchen wollte. So bin ich noch am selben Tag in das relativ nahe gelegene Mampong- Akuapem an die Senior Technical High School for the Deaf gefahren. Dort war es neben den obligatorischen Gespraechen mit dem Schulleiter und einigen Lehrern vor allem ein Besuch bei Freunden. Einige unserer Vereinsmittglieder gehen auf die SHS in Mampong und so zum beispiel auch Bakidam, ein engerer Freund von mir. Von ihm bekam ich eine Sonderfuehrung durch die Schule mit Vorstellung in jeder Klasse, wobei hier und da aber auch ein paar gute Gespraeche zustande kommen konnten. Ein Flash war eine Diskussion mit Schuelern beim Mathe lernen, weil es mal um Algebra ging und dass Loesen von Gleichungen.
Immer noch am selben Tag bin ich schliesslich in den oestlichsten Teil Ghana’s im die Volte Region oestlich vom Lake Volta gereist. Dort habe ich Scott, einen Peace Corps Freiwilligen an der Volta School for the Deaf besucht.
Scott hat dort ein beeindurckendes Projekt aufgebaut. Er produziert mit seinen Schuelern Kente (traditionell gewobene Stoffe) die sie dann zu Taschen weiter veraerbeiten und er macht mit ihnen Ohrringe aus Kronkorken, was Sonya und ich auch schon einmal versucht hatten, oder Taschen aus recycltem Watersatchetplastik und kann so schon einen kleinen Shop aus Deaf Products befuellen. Aus den Erloesen des bisherigen Verkaufs konnte er schon einen Computerraum mit fuenf kompletten Computer Saetzen, Drucker und einem Staubsauger ausruesten. Das laesst einen nicht nur vor dem Projekt und der anscheinend idealen umsaetzen besundernd erstaunen, sondern auch vor der Funktionalitaet seines Grundprinzips.
Staerker koennte der Kontrast der Vorgehensweise garnicht zu unserer Schule sein. Bei uns werden grosse infrastrukturelle Projekte durch Geldspenden aus Europa finanziert und hier finanzieren sich genau die selben projekte durch die effektive Umsaetzung inhaltlicher Lern- und Handwerksprojekte. So sollte es sein, moechte man sagen, zumal sogar fuer die Schueler nicht nur Lerneffekt und Computer, sondern auch Profitbeteidigungen bei heraus springen. Doch triff auch Scott auf aehnliche Schwierigkeiten mit einigen Einzelpersonen des Schulischem Staffs, die auch er nicht wirklich elegant zu loesen weis und wie ich mit dem Batik Projekt auf eine plumpe Ziel- und Ideal- orienterte Loesung setzt mit der aber vielleicht noch fatalere Fehler gemacht wurden als durch resignierende/ruecksichtsvolle Aufgabe gemacht worden waeren.
Jedenfalls hatte er mich eingeladen um als Guestartist den Tischlern an seiner Schule eine Demonstration der Batikstempel Produktion zu geben.
Es war fuer mich natuerlich eine sehr schmeichelnde Angelegenheit noch einmal so kurz vor Schluss noch einmal eingeladen zu werden um anderen Leuten zu zeigen, was ich die ganze Zeit so gemacht hatte. Vielleicht sprinkt der Funke ja auch bei einem seiner vielen Schueler und sein ohne hin schon unglaublicher Shop wird noch durch einige Batik Produkte aus eigener Produktion ergaenzt. Geschaeftlich sprang fuer uns ein Deal ueber ein komplettes Sign Language Stempel Set heraus und fuer ihn mein Export seiner Produltte im Rahmen meiner Moeglichkeiten.
Also wer gerne knall bunte Taschen aus „Piecy Piecy“-Material(Patchwork), Water Satched Portmonaise oder Kronkorkenohrringe haben moechte kann sich gerne bei dem Deutschen Exporteur fuer Volta Deaf melden.
Auf jeden fall kamen zwischen Scott und mir auch viele gute Gespraeche und Spinnereien zustande, die zu mindest teilweise Struktur in mein Emotionales Abschiedschaos gebracht haben.
Von Scott bin ich dann ueber Nacht wieder nach Hause nach Jamasi gefahren um da die letzten Tage zu verbringen. Ich hatte noch einige Einladungen, denen ich nachgehen wollte und so wurde am Ende natuerlich nichts aus dem Plan noch ein paar ruhige Tage mit meinen liebsten zu verleben. Wir haben im Endspurt noch einmal so viel Batik Stoffe wie moeglich produziert um einerseits schoene Exportstuecke zu haben und anderer Seits den Association Friday-wear Bestand so hoch wie moeglich zu halten, damit meine Nachfolgerin nicht zu viel Druck haben wuerde um die Nachfrage zu saettigen. Das Batikprojekt ging sehr holperig meinem Abschied entgegen. Ich versuchte so viel wie moeglich noch selbst zu produzieren und Gespraeche ueber die Zukunft zu fuehren und abschliessend, kann ich schwer sagen, ob es wirklich nachhaltig weiterlaufen wird.
Jetzt zurueck in Deutschland habe ich aber gehoert, das weiter produziert wurde, was entgegen den wirklich schlechten Rahmenbedingungen, eine tolle Sache waere.
Am Sonntag war dann mein letztes Meeting und der Abschied von der Association. Es war komisch. Nicht nur wehmuetig komisch sondern insgesammt verwirrend. Robert konnte leider nicht dabei sein und so hatte ich quasi bei meinem Abschied so halb das Ruder in der Hand. Einerseits war einiges wirklich emotional aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich bei solchen Angelegenheiten, wenn so grosse Emotionen im Raum stehen, immer eher abgeneigt bin, dass das meiste auch seinen normalen Gang lief und ein Abbild von der bisherigen Arbeit war.
Der mir wichtigste Abschied aber war der, von meiner Familie. Am Samstag Abend gab es eine Feier mit unglaublichem Essen und Besuchern, die mir am wichtigsten waren. Ich hatte den Tag ueber mit der Gruppe gebatikt und dann mein Zimmer aufgeraeumt und einen anstrengenden Tag gehabt. Es schien aber nichts dagegen gewesen zu sein, was Robert und Adwoa auf die Beine gestellt hatten um diesen Abend und vor allem das Essen sehr schoen zu machen.
Ich koennte noch viele Geschichten vom Abschied von verschiedenen Leuten erzaehlen, was aber fuer mich und euch bistimmt eher merkwuerdig waere, und wahrscheinlich auch nicht wichtig ist.
Also schliesse ich diesen letzten Monatsbericht mit einem Grossen Danke
an euch alle und hoffe, dass ich euch vielleicht irgendwann von anderswo berichte schreiben kann.
Um einen kleinen Monatsbericht Maerz noch heran zu haengen:
In Deutschland angekommen liess der aengstlich erwartete Kulturschock erst verspaetet und auch immer nurin schueben los.
Ich kam am Fughafen mit Flipflops und duennen Klamotten an und schon im Flugzeug waren alle stralend weis, muerrisch, trugend schicki mickie kleidung und haben sich auf Deutsch ueber komische Dinge wie Kreuzwortraetzel und zu Gutenberg unterhalten. Daran konnte ich mich dann aber doch recht bald gewoehnen und eh ich mich versah hatte ich auch schon einen Job.
Ich bin zurueck in Hamburg und arbeite bei Eis Hilmar, einem Bioeisdealer, in der Produktion. Es ging alles sehr schnell und vielleicht hab ich so dem Kulturschock nicht wirklich die Gelgenheit gegeben sich zu entfallten, wobei es immer wieder in Schueben auftaucht.
Jedenfalls bin ich langsam dabei wieder loszu legen, mit den Ideen, die es noch in Ghana gab und all den Dingen hier. Ihr werdet also sicher noch von mir hoeren.
Aber erstmal,
Herzliche Gruesse Dank,
Euer Henning
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