Dienstag, 4. Januar 2011

Monatsbericht Dezember

Monatsbericht Dezember
Jetzt sind Advent und die Feiertage schon vorbei, wir sind selbst schon im neuen Jahr und trotzdem glaube ich, dass ich eher abgenommen habe als zu. Wenn man Weihnachten nur mit einem Malzbier betrinkt und Neujahr komplett verschlaeft hat man eben leichtere Bedingung als im deutschen Gelage Marathon.
Aber ehrlich waren diese Weihnachten zwar genau wie die im letzten Jahr, doch dieses Jahr hat es mir deutlich weniger ausgemacht. Ich wuensche allen daheim, dass der Stress und die Pute gut verdaut sind und jetzt der Start ins neue Jahr angenehm verlaufen ist.
Der Dezember fing fuer uns mit der Vorfreude an unsere Registrierung als NGO endlich durch zu haben. Diese Erwartung musste allerdings ersteinmal enttaeuscht werden. Einen halben Monat nach vereinbartem Datum haben wir sie dann doch erhalten und sind damit jetzt zertifizierte Non governmental Organization mit vollem Recht auf Incorporation und comment Bussiness und einem eigenen Companies Code. Das war erst einmal ein Highlight, was dann allerdings doch wieder von der Dichte des hiesigen Behoerdenjungles zu nicht gemacht wurde. Es errinnerte mich ein wenig an Asterix und Obelix: Asterix erobert Rom, wo Asterix im Haus der Verrueckten das eine Formular fuer den anderen Passierschein braucht, um mit dem dann jenes Formular zu bekommen und damit dann wieder zum Start zurueck muss.
In unserem Fall hiess es also, dass mit diesem ersten Schritt noch lange nicht alles in trockenen Tuechern waere. Als naechstes werden wir also an die Kumasi Metropolitan Assembly eine Application vor Recognition schreiben, mit dieser Recognition wuerden wir dann fuer den Social Report des Social Welfare qualifiziert, der schlussendlich in Accra den letzt endlich vollen Status bewirken wuerde. Das klingt eigentlich gar nicht so schwer. Nur brauchen wir fuer die Application bei der KMA einen Office, den sie pruefen werden um sicher zu stellen, dass wir nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern real sind. Das Projekt Office hatte ja uhrspruenglich einige Vorstufen ueber Kuehe, Farm und dann erst Office. Nun ist der Weg zum Office mit Glueck vielleicht durch einen Spender abgekuerzt, doch fuer grosse Geldspenden, brauchen wir nun einmal ein Bankkonto und fuer das Bankkonto brauchen wir die Certificates of Incorporation and commence Business. –Asterix im Haus der Verrueckten eben.
Unsere naechste formale Aktion war also ein Bankkonto einzurichten, was letzten Endes auch erfolgreich war. Jetzt muss nur noch Geld her und damit der Office gekauft, damit die Application geschrieben, der Social Report und dann sind wir anerkannt und eingetragen. Und das bis Maerz?
Neben diesen Formalitaeten war ich im Dezember noch auf Reisen. Fuer das im November berichtete Freiwilligen Project bin ich an zu den Gehoerlosen Schulen in Accra und Cape Coast gereist um die Schulen zu besichtigen, Schulleiter zu treffen, Infos zusammeln und einfach mit mal nicht Ashanti Gehoerlosen zu schnacken. In Accra habe ich mir gleich nach Ankunft in meiner Unterkunft als erstes eine Pizza gegoennt. Das war mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk und es hat sich wirklich gelohnt-selbst die damit verbundenen Magen Probleme. Die Schule in Accra war sehr beeindruckend aber leer, da an einem Sonntag in einer Day School nun mal nicht viel los ist. Deshalb war mein dortiger Besuch am meisten von dem beinahe Verlust meines Telefons gepraekt. Am Ende bin ich 3 Stunden unnoetig zur Schule wieder zurueck gefahren, aber das Telefon war vorerst gerettet.
Cape Coast School for the Deaf allerdings waren tolle drei Tage fuer mich. Die Schule ist, so war vom Hoerensagen mein Eindruck ziemlich das Non Plus Ultra in Ghana und deshalb hatte ich mich schon von forn herein darauf gefreut. In der Schule musste ich dann allerdings die schon bekannten oder vermuteten Umstaende wiederfinden. Inglaubliche Infrastruktur mit tollen Gebaeuden und Werkstaetten. Das letzt endliche Lehrwesen und die Einstellung der Schulleiterin und der Lehrer den Gehoerlosen gegenueber war jedoch wie an der Ashanti School eher Besorgnis erregend. Was meinen Aufenthalt in Cape Coast aber so angenehm gemacht hat waren andere Dinge.
Am ersten Tag hatte ich ein Treffen mit einem Peace Corps Freiwilligen aus der Volta Region, mit dem ich ueber zukuenftige Ideen und Kooperationen unserer Projekt gesprochen habe. Es tat gut jemanden mit so viel Feuer zu treffen und Gedanken aus zutauschen. Ausserdem war er gerade ebenfalls auf einer Tour durch Ghanas Deaf-Kultur, mit David, einem Liberianer, der in Monrovia eine Gehoerlosenschule aufgebaut hat, um ihm Eindruecke und Kontakte zu verschaffen um die Gehoerlosen Bildung in Liberia weiter zu entwickeln. Es gab hoffentlich fruchtbare Gedankenaustaeusche und auf jedenfall einen interessanten Tag.
Am naechsten Tag war ich dann zum ersten mal wirklich in der Schule. Der Kontakt mit Schuelern, die einen nicht schon ein Jahr lang seit Gebaerdensprachlichem Nullpunkt kennen, war berauschend. Ich habe oft das Gefuehl, dass ich jetzt quasi in ASH-Deaf aufgewachsen bin aber mich das von einigen Schuelern distanzieren laesst. Jedenfalls ging es In Cape Deaf ziemlich ab und ich bekam sogar noch eine Motorradtour durch Cape Coast und Umgebung von einem Freund, den ich auf dem FrontrunnersWorkshop im November kennen gelernt hatte. Es war bis auf das Meeting mit der Schulleiterin ein toller Besuch vor allem wegen dem Einblick in die Deaf Association und ausserschulische Aktivitaeten und dem super Kontakt mit den Schuelern.
Ich hoffe, dass ich in meiner noch verbleibenen Zeit moeglichst viele der 13 Schulen in Ghana besuchen kann und mehr solcher Eindruecke, Infos und Erfahrungen sammeln.
Das Ende des Jahres war vor allem von den Vorbereitungen fuer unsere Naujahrsparty gepraegt. Am Ende war es ein schoenes Fest im Ghana Social Club in Kumasi mit Essen, Reden, Tanz und allem was dazu gehoert. Abgesehen von dem Stress im Vorwege, war es ein schoener Start in 2011.
Drei Fast Facts zum Dezember:
1. Behoerdenjungles gibt es ueberall auf der Welt.
2. Zu Weihnachten, Neujahr und Ostern wuenscht man in Twi immer genau den selben Grus. Eine Art allzweck „frohes neues“
3. Rein fuer Ghanaischen Markt 1a Verkaufsschlager: Photos, (zumindest temporaere) Niete: Batik
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Henning