Sonntag, 3. Oktober 2010

Monatsbericht September

Im September war zum Glück wieder ein wenig mehr los für mich und für die ARYAD. Es fing mit unserer monatlichen Gesamtversammlung am 12. an. Meine erste Versammlung bei der ich offiziell als Koordinator gearbeitet habe. Generell ist Aufbruchsstimmung. Ich habe den ersten Stritt in Richtung bessere Koordination umgesetzt. Wir haben eine Telefonliste, mit der wir hoffentlich Vereinbarungen und Termine besser verbreiten können, sodass Leute nicht mehr sagen köönnen, dass sie nichts von einem Treffen wussten.
Die großen Pläne von Farm und Office sind momentan relativ in den Hintergrund geraten. In erster Linie wohl, weil erste einige andere Dinge erledigt werden müssen.
Unsere wichtigstes Projekt momentan ist die Einrichtung eines Bankkontos, was unsere Geldflüsse erleichtern solll und mehr Transparenz schaffen. Dafür sind wir zu verschiedenen Banken in Kumasi gegeangen um die Angebote zu vergleichen und uns ersteinmal einen Überblick zu verschaffen. Die Anforderungen, welche eigentlich alle Banken ziemlich ähnlich stellen zwingen uns nun zu noch anderen Hürden die erst gemeistert werden müssen.
Banale Dinge wie eine Postanschrift oder amtliche Unterlagen stellen aufeinmal ein Problem da. Das bestehen Postfach, besteht überraschenderweise doch nicht mehr und es muss ein neues her. Fehlende Unterlagen, die unsere Registrierung im Social Welfare bestätigen sollen, stellen nun die größte Aufgabe dar. Als ich bei dem Officer in Charge of NGO matters ein entsprechendes Dokument einholen wollte, ist ihm auf einmal aufgefallen, dass das bisher geltene Statement der SW doch nicht mehr gilt. Wir hatten schon einmal versucht, unseren eigenen Namen registrieren zu lassen und waren damals schon mit der SW in Verhandlungen. Das darmalige Ergebnis: Eine unabhängige Registrierung außerhalb der bestehenden Ghana National Association of the Deaf wird nicht gestattet aber jede Aktivität und offizielle Schreiben, werden von der SW gestützt.
Dieser Vereinbarung folgend wollte ich nun einen Brief, der uns die Einrichtung eines Bankkontos ermöglichn würde, einholen. Nach Gesprech mit dem Chief Officer und allen ist der neue Stand, dass wir uns als NGO eintragen lassen werden um damit unabhängig und eigenständig zu werden. Hierfür müssen allerdings nun wieder ander Dinge erledigt werden. Eine Satzung muss her, (es besteht schon eine, die allerdings wieder überarbeitet werden muss), und viel schwieriger: 320 Ghana Cedis wird verlangt um in den Genuss kommen zu dürfen, sich NGO zu nennen.
Für diese 320Ghana Cedis muss jetzt entweder Geld eingesammelt werden oder gewartet werden, bis die Kühe verkauft sind. Also abwarten.
Eine andere neue Aufgabe hat sich ebenfalls jetzt im September ergeben: Zu besuch in dem Dorf einer Freundin, traf ich durch einen Zufall eine Frau, die mich erst für gehörlos hielt und mir dann, nach Aufklärung erzählte, dass in ihrem Dorf ein gehörloses Mädchen leben würde, deren Eltern zu arm seien sie in die Schule zu schicken. Jetzt habe ich verschiedene Infos eingesammelt und bringe sie und einen Anderen Jungen aus einem anderen Dorf nach Jamasi um in die Schule gehen zu können. Auf den Vorschlag, wird wohl die Association selbst ohne großen Besitz etwas beisteuern und wir versuchen an öffentliche Gelder zu kommen, um die nötigen Kosten zu decken. In dieser Woche fängt die Schule an und jetzt wohl auch für zwei neue Schüler. Es ist schön zu sehen wie das Mädchen jetzt schon ein wenig auftaut und gebärdet und sich dann vorzustellen, was es für sie heißen wird, wenn sie eine Sprache lernt und sich noch viel mehr ausdrücken kann.
In sachen Batik steht immernoch ziemlich viel in den Sternen allerdings ist der Himmel auch klar. Es gibt die gute Aussicht von zwei viel versprechenden Aufträgen und generell großer Nachfrage. Was nur fehlt: Arbeiter. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen eine Vereinbarung mit der Schule zu stande kommen kann, dass Schüler weiter kommen können und sich jetzt wohl sogar ein wenig Geld verdienen. Außerdem arbeite ich gerade an einem Auftrag von 13 Stempeln. Mein Freund, der Schnitzer neben der Schule, hat mich mit einer Frau bekannt gemacht, die im großen Styl Batik produziert und verkauft. Der Beginn ist der Auftrag und ich hoffe, dass sich eine Fruchtbare Wechselwirkung ergeben wird, bei der eventuell auch Schüler bei ihr weiter machen können, wenn sie bei mir die Basics gelernt haben.
Drei FastFacts zum September:
1. In Kumasi kostet die Wasseraufnahme genauso viel wie die Abgabe: 5 pesewas(2.6Cent)
2. In Twi ist ich weis und ich weis nicht genau der selbe Satz. Nur die Stimme macht den Unterschied
3. In der ghanaischen Kultur ist Pupsen ein absolutes NoGo
Mehr in einem Monat
Euer
Henning