Donnerstag, 22. Oktober 2009

Osei macht Palmwine


Ein Plantainbaum hinter dem Haus

So einen Baum hab ich gestern gefällt. Um Plantains(Kochbananen) zu ernten. Fällen klingt größer als es war. Genauer lief es mit einem Messer ab, weil die Bäume eher nur Fasern mit extrem viel Saft sind.

Doch keine Mango


Mittwoch, 7. Oktober 2009

Hier wohne ich

Das Gúesthaus in dem Max, Karin, Christina, Fred und ich wohnen.

Samstag, 3. Oktober 2009

Monatsbericht September

Dies ist der erste Bericht über mein Jahr in Ghana. Ein Monat ist nu rum und ich hab viel erlebt.
Der Anfang war im wahrsten Sinne des Wortes überwältigend. Am 1.September sind wir in Accra angekommen. Es war wirklich eine warme Wand gegen die man lief, als man aus dem Flugzeug stieg aber ich hätte sie heißer erwartet. Wir wurden von Eric und Nicholas, dem einen Driver und einem Lehrer aus der Schule, abgeholt. Mit einem weißen Pickup ging es mit 130Sachen durch die Nacht. Man fühlte sich ein bisschen wie in einem dieser UN-Jeeps und auf jeden Fall in besonders wichtiger Mission unterwegs.
Im neuen zuhause kamen wir durchgeschüttelt und müde gegen 11 an.
Wie immer ist alles anders als man es sich vorstellt und wie das, was man gehört hat. So auch das Ankommen in Ghana. Ich kann eigentlich nur allen, die das lesen sagen: Kommt selbst her und erlebt es selbst. Ich denke nicht das ich das, was man hier so alles jeden Tag erlebt. Richtig rüberbringen kann, aber ich werde es versuchen.
In dem letzten Monat war vor allem einleben das was ich so getrieben hab. Wie Robert meint: wir waren sehr aktiv. Das denk ich auch, wenn man betrachtet wie oft wir in Mampong oder Kumasi waren.
Man braucht mit dem Tro ungefähr eine Stunde hin. Kumasi ist riesig. Nach den offiziellen Zahlen ist es von den Einwohnern her ungefähr mit Hamburg zu vergleichen. Das wären auch schon alle Vergleichspunkte. Es ist anders. Wobei ich das nicht werten meine, sondern unvergleichbar. Deshalb will ich auch nicht vergleichen sondern nur erzählen.
Kumasi hat in seinem Herzen einen riesigen Markt, der ein wenig in einer Senke liegt. Wenn man aus Jamasi kommt, sieht man ihn als Wellblechmeer. Wenn man in ihm drin ist, muss man schwimmen können. Extrem viel Menschen, die an scheinend zu jeder zeit durch die Gänge und Straßen fließen. Orientierung habe ich denke ich einigermaßen erst nach dem 4. Mal in Kumasi entwickelt. Ohne Robert oder Osei, und ihren Freunden, mit denen Max und ich vor allem in die Stadt fahren, wären wir verloren gewesen.
In Kumasi treffen wir meistens Bobs Freund, „W in der Armbeuge“ er wohnt im muslimischen Viertel von Kumasi. Mit ihm waren wir auch auf dem muslimischen Pendant zu Weihnachten, dem Fest am Ende der Fastenzeit Ramadan. Es war faszinierend, wie eine ganze Straße voll Menschen innerhalb kürzester Zeit zu einer „Moschee“ wurde.
Generell hab ich extrem viele neue Menschen kennen gelernt. Klar.
Zum einen die Freunde von Robert in Kumasi und Mampong(nördlich von Jamasi in den Bergen) und auch sonst auf der Straße. Einem wird als weißer vor allem von den Kindern fast überall „obrouni“ hinterher gerufen, was so viel heißt Weißer Mann. Bei mir kam dann noch öfter Rasti, Rastafara und Jah bless dazu. Zum Teil ist das komisch aber meistens auch ganz ammüsant, da es immer von einem breiten Lächeln oder großen Augen begleitet wird.
Man fällt durch seine Hautfarbe immer auf, was zum zusammen bleiben in Kumasi zwar manchmal ganz nützlich ist, doch öfter anstrengend ist.
Wenn wir an einem Ort zum Beispiel in einem Internetcafe oder bei einem Tischler länger geblieben sind, entstanden oft schnell interessante Pläusche. So zum Beispiel mit einem Chief einer NGO für Augenmedizin.
In die Kultur der Region sind wir bisher vor allem an einem eher skurielem Ort eingetaucht. Wir hatten im Krankenhaus von Kumasi gegessen, weil Robert dort jemanden kannte. Als wir wieder gingen, fragte Robert uns unverhofft ob wir interessiert an ein bisschen Ashantigeschichte wären. Klar waren wir das und so gingen dann 4 gehörlose Leute in ein niedliches Museum auf dem Krankenhausgelände, in dem eine der größten Kulturstädten der Ashanti verborgen war.
Allgemein habe ich in den letzten vier Wochen viel eher Urlaubs ähnliche Sachen gemacht, was daran liegt, dass die Schule noch nicht angefangen hat. Allerdings haben Max und ich auch zum Beispiel den Computerraum aufgeräumt, alle Drucker ausprobiert, sauber gemacht und mit dem ICT Lehrer der Schule (Richard) die neuen Computer (nagelneu gebraucht gespendet) eingerichtet und klar gemacht (formatieren, Software, Netzwerk).
Alltag hat sich noch nicht wirklich eingestellt aber was ich bisher an wiederkehrenden Vorgängen am besten gefallen hat, ist zum Beispiel die Trofahrten nach Mampong, weil man dort über die Berge Fährt(würde schätzen höchsten100-200 Meter hoch). Man hat einen unheimlich schönen Ausblick über den schönsten Regenwald mit Bergen und vor allem ziemlich viel Grün schauen kann.
Und sonst das Kennenlernen der Leute in und außerhalb der Schule. Die Gehörlosen bringen mir immer mehr Gebärdensprache bei und es macht Spaß sich immer mehr mit ihnen unterhalten zu können. An der Schule sind das vor allem die vielen interessierten Schueler und in erster Linie Robert und seine „Familie“(seine Frau Akua und eine Freundin von den beiden „A gegen das Ohr“). Mit ihnen wohnen wir am engsten zusammen. Wir essen mit ihnen und tagsüber sind wir oft bei ihnen. Robert ist nicht ganz gehörlos, was generell ja auch ein sehr allgemeiner Begriff ist. Er hat viele Hörreste und kann Twi und Englisch recht gut verstehen. Er war in auf der Schule Jamasi und hat danach Gebärdensprache in Winneba studiert, was für gehörlose Menschen hier recht außergewöhnlich ist, weil es kaum Dolmetscher gibt, da sie weder vom Staat noch von Organisationen, geschweige denn vom Studenten selbst bezahlt werden (können). Tragischer weise bekommt er bisher trotzdem keinen Job als Lehrer. An der Schule und auch sonst gibt es an ghanaischen Gehörlosenschulen wohl keine gehörlosen Lehrer. Was vor allem auch an den oben geschilderten Umständen liegt.
Ein anderer Freund an der Schule ist „A gegen die Schulter“ hat 2008 die Schule beendet und ist nun durch glückliche Umstände Weber. Er hat mit Unterstuetzung von einem der letzten Freiwilligen eine Ausbildung im traditionellen „Kente“ weben bekommen und gibt nun sein Wissen in einem „Vocational Block“ Kente an Schüler weiter.
Vocational ist eine der Schule angegliederte Berufsschule in der einige Berufe wie Kochen, Kente, Tischlern, Batik, Schneidern gelehrt werden. Ab Montag werde ich in diesem Block Englisch und Mathematik unterrichten, wofür ich mich seit den letzten paar Tagen vorbereite. Ich bin sehr gespannt, wie das wird und hoffe, dass ich den Schuelern etwas bringen werde.
Auser Max und mir gibt es noch eine Freiwillige aus Amerika, die für zwei Jahre bleibt und Kunst unterrichtet und seid ein paar Tagen zwei Deutsche die bis Februar bleiben werden. Ich freue mich darauf bald endlich damit anzufangen wofür ich vor allem hier bin und etwas schaffen zu koennen. Wobei der letzte Monat toll war um alles aufsaugen zu können.
Mehr ueber meine Erlebnisse gibt es spätestens in einem Monat.